Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.17
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.17
- Language
- German
c11.17
H. Tinte. — Der älteste, sicher indische Namen der Tinte ist *maṣi* oder *maṣī*, wofür auch oft *masi* oder *masī* geschrieben wird. Das Wort, welches als v. l. schon in einem Gṛhyasūtra vorkommt, ist von *maṣ hiṃsāyām* abgeleitet und bedeutet ursprünglich, »Zerriebenes, Pulver«.³⁴ Dann bezeichnet es verschiedene zerriebene Kohlenarten, die mit Wasser und Gummi arabicum, Zucker u. s. w. vermischt, als Tinte verwendet wurden.³⁵ In der classischen Sanskritliteratur ist *maṣī* mit der Bedeutung »Tinte« keineswegs, wie BURNELL meint, auf späte Werke beschränkt, sondern schon Subandhu und Bāṇa bekannt.³⁶ Einen zweiten Namen der Tinte *melā* haben BENFEY und HINCKS aus dem griechischen μέλας ableiten wollen. Das Wort dürfte aber das Fem. des Prakrit-Adjectivs *maila* »schmutzig, schwarz« (scil. *maṣī*) sein, welches schwerlich ein Lehnwort ist. Auch *melā* erscheint schon bei Subandhu³⁷ in dem Denominativ *melānandāyate* »wird zum *melānanda* oder Tintenfass«. Für *melānanda* kommt in den Koṣa *maṣīmaṇi* und in den Puranen *maṣīpātra* oder *maṣībhāṇḍa* vor.
Linked texts (1)
- Gobhilagṛhyasūtra — Gobhila, Sanskrit