Pramāṇa · Search · About · API

Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.7

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.7

Language
German

c11.7

Eine im Leben Hiuen-Tsiang's aufbewahrte, im Siyuki nicht gegebene Tradition¹³ behauptet sogar, dass die kanonischen Bücher der Buddhisten auf dem 1. Concile auf Palmblättern niedergeschrieben wurden. Hieraus darf man wenigstens folgern, dass die Buddhisten des 7. Jahrh. den Gebrauch derselben für uralt hielten. Nach RĀJENDRALĀL MITRA¹⁴ werden die Palmblätter zum Gebrauche für MSS. zubereitet, indem man dieselben zunächst trocknet, dann kocht oder ins Wasser legt, darauf wieder trocknet, mit Steinen oder Śaṅkha-Muscheln glättet und dann zuschneidet. Die Länge der Blätter der erhaltenen alten MSS., welche noch vielfach Spuren einer künstlichen Zubereitung zeigen, variiert zwischen ungefähr einem und drei Fuss, die Breite zwischen 1¹/₄ und 4 Zoll¹⁵. Nach BURNELL¹⁶ gibt man sich im dravidischen Indien keine Mühe mit der Zubereitung und vernachlässigt es sogar meist, die Blätter gehörig zu beschneiden. Wie die Horiuzi-Palmblätter und die zahlreichen MSS. des 9. und späterer Jahrh. aus Nepal, Bengalen, Rajputana, Gujarat und dem nördlichen Dekhan zeigen, wurden die Palmblätter im nördlichen, östlichen, centralen und westlichen Indien seit alter Zeit mit Tinte beschrieben. Seit der Einführung des Papieres werden sie aber in diesen Teilen Indiens für MSS. (ausser in Bengalen für den Caṇḍīpāṭha)¹⁷ nicht mehr verwendet.