Pramāṇa · Search · About · API

Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.2

Language
German

c32.2

Wie die modernen Kavirajs, die, trotz des durch die englischen Colleges und Spitäler geförderten Vordringens der europäischen Medicin, von ihren Landsleuten noch immer gerne consultirt werden — wenn auch über die Höhe ihrer Honorarforderungen und die Teuerkeit ihrer Arzneien geklagt wird — die altherkömmlichen Recepte wie Cyavanaprāśa (§ 61), rotes Sandelpulver u. dgl. zu verordnen fortfahren¹, so bewegt sich auch ihre emsige schriftstellerische Production ganz in den alten Bahnen. Lehrbücher wie BINOD LAL SENS zweibändiges Ayurvedavijñāna² könnten im Wesentlichen schon vor 1000 Jahren ebenso abgefasst sein. Das auch für Sanskritisten wertvolle medicinische Sanskritwörterbuch Vaidyakaśabdasindhu von UMEŚACHANDRA GUPTA enthält eine Zusammenstellung der medicinischen Kunstausdrücke mit Erklärungen und zahlreichen Citaten aus den medicinischen Classikern³. Speciellere Zusammenstellungen für Materia medica sind in grosser Anzahl vorhanden, ich nenne z. B. von in Calcutta gedruckten K. B. LAL SEN GUPTAS Āyurvedīyadravyābhidhāna⁴ und die in HOERNLES Bowerhs. benutzten Werke von K. K. PRASANNA VIJĀSARKAR und BHOLĀNĀTHA SARMA, von in Bombay gedruckten den Nighaṇṭuratnākara von GODBOLE⁵ und den Bṛhannighaṇṭuratnākara von DATTĀRĀMA CHAUBE⁶, in welch beiden Werken aber auch *anannasa* »Ananas«, *tamakhu* »Tabak«, *ḍāktarīmatānusāramūtraparīkṣā* »die Untersuchung des Urins nach den Lehren der englischen Ärzte« und andere moderne Elemente Eingang gefunden haben. Von monographischen Arbeiten erwähne ich den unter der Ägide des berühmten RANJIT SINGH (Raṇajitasiṁha) abgefassten Cobacīniprakāśa⁷ über *cobacīni* (Sarsaparille) als Mittel gegen Syphilis und andere Leiden. Den meisten dieser Publicationen sind Bengali-, Hindi-, Gujerati-, Marathi-, singhalesische und andere Übersetzungen in neuindische Sprachen beigefügt, andere nur in neuindischen Sprachen abgefasst. Auch die alten Sanskriktexte wie C. Su. A. M. Ś. und andere werden immer wieder abgedruckt, mit oder ohne die alten Commentare und mit oder ohne neuindische Übersetzungen, besonders zu rühmen sind die kritischen Ausgaben der Ānandāśrama Sanskrit Series in Poona. Die selteneren englischen Veröffentlichungen, wie z. B. U. C. Dutts treffliche Materia Medica of the Hindus⁸, Sir Bhagvat Sinh Jee's A Short History of Aryan Medical Science⁹, das Werk eines indischen Fürsten, A. C. K.s C.-Übersetzung (§ 9), verfolgen den Zweck, das Interesse englischer Leser für die indische Medicin anzuregen.

Linked texts (5)