Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.18
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.18
- Language
- German
c32.s1.18
Die schon in die ältesten Zeiten zurückgehende religiöse Auffassung der Pathologie, wonach die Krankheiten eine Folge der in einer früheren Geburt begangenen Sünden sind (vgl. §§ 15. 38), vertritt sehr entschieden der Jñānabhāskara¹⁶, ein umfangreiches Werk, das nach einer für die griechischen Ursprünge der späteren indischen Astronomie wichtigen Einleitung die Krankheiten von dem Standpunkt der Wiedervergeltungslehre (*karmavipāka*) aus eingehend beschreibt und die dafür geeigneten Bussen, Opfer und Opfergaben angibt. Eine alte Hs. dieses Werkes ist um 1500 geschrieben. Die Werke über *karmavipāka*, wie z. B. der 1384 verfasste Sāragrāha-Karmavipāka¹⁷, gehören sonst mehr in das Gebiet des Dharmaśāstra und knüpfen an die entsprechenden Lehren der Smṛtis an. In dem Vīrasiṃhāvaloka¹⁸ (Bombay 1888) sind nach der Angabe des Autors drei Wissenschaften, Recht, Astronomie und Medicin, verarbeitet, doch liegt der Schwerpunkt hier auf der Medicin. Der Verfasser dieses Werkes ist Vīrasiṃha, ein Fürst aus dem bekannten Rajputengeschlecht der Tomara, der Begründer einer Dynastie in Gwalior um 1375, er schrieb sein Werk 1383.
Cites (1)
- Vīrasiṃha — Bhoja, Sanskrit