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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1: § 2. 16.— 18. Jahrhundert

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1

Language
German

§ 2. 16.— 18. Jahrhundert

c32.s1.1

Sobald man über das 19. Jahrhundert zurückgeht, erheben sich grosse Datirungsschwierigkeiten, weshalb hier von den massenhaften, teils schon gedruckten, teils nur aus den Handschriftenkatalogen bekannten Sanskrittexten über die gesamte Medicin oder über einzelne Teile derselben (über die Glossare und über Tierheilkunde s. auch besonders, § 11 f.) ausser den anerkannten Hauptwerken nur wenige leichter bestimmbare Werke genannt werden sollen, deren Abfassungszeit entweder in den Hss. angegeben oder nach inneren Gründen annähernd zu fixiren ist. Nach Sinh Jee l. c. wären allerdings viele Werke genau datirbar, so setzt er in das 18. Jahrhundert: Ātaṅkatimirabhāskara von Bālarāma in Benares, ein grosses, auch den Thee erwähnendes Werk¹; Āyurvedaprakāśa von Mādhava 1713, IO. 950 verzeichnet eine 1786 geschriebene Hs.; Yogataraṅgiṇī von Trimalla 1751, aber diese bekannte Receptsammlung² muss viel älter sein, da L. 203 eine schon 1498 geschriebene Hs. eines anderen Werkes von Trimalla beschrieben wird³. Nach den freilich auch nicht verlässigen Datirungen bei Umeśachandra Gupta l. c. (Preface) gehören in das 18. Jahrhundert: Bhaiṣajyaratnāvalī von Govindadāsa (Calcutta 1893, 788 S.), eine Receptsammlung, auch in Dutts Mat. Med. viel citirt; Rājavallabhīyadravyaguṇa von Nārāyaṇa 1760, auch von Dutt hervorgehoben (Calcutta 1868, 106 S.); Prayogāmṛta von Vaidyacintāmaṇi, »das umfangreichste Werk über Therapie«, Inhaltsangabe bei Aufrecht, Oxf. 316; Vaidyāmṛta von Nārāyaṇa und andere. Vaidyarājas Sukhabodha, ein leichtfassliches Lehrbuch der Therapie, ist sicher »1624« abgefasst, aber mit diesem Datum kann je nach der Ära entweder 1702 oder 1567 gemeint sein⁴.

c32.s1.2

17. Jahrhundert. Sichere Daten sind⁵: Vaidyavilāsa von Raghuṇātha Paṇḍita 1697, ein kurzes Handbuch, gedruckt; Vaidyarahasya von Vidyāpati 1682, erwähnt die Syphilis (nach Sinh Jee 1698 verfasst, was aber offenbar eine Verwechselung der Abfassungszeit mit dem Datum der Hs. bei L. ist); Cikitsāratnāvalī von Kavicandra 1661, über Pathologie und Therapie, erstere nach Haas und Eggeling aus M. abgeschrieben; Vṛttaratnāvalī von Maṇirāma Miśra 1641, ein kurzes Lehrbuch; Yogasaṃgraha von Jagannātha 1616, über Therapie u. a. Der 1889 in der Ānand. Series gedruckte Yogaratnākara eines ungenannten Autors (486 S.) umfasst die ganze Medicin mit Ausnahme der Chirurgie (*śastrakriyā*) und Anatomie, citirt Nirṇayasindhu (1611), Bh. (16. Jahrh.) und andere moderne Werke, kann aber auch nicht nach 1746 als dem Datum der jüngsten für die Ausgabe benutzten Hs. verfasst sein (Sinh Jee: Yogaratnākara 1676). Lolimbarājas Vaidyajīvana, eine beliebte, mehrfach commentirte und in verschiedene neuindische Sprachen übersetzte, ganz kurze Darstellung der Therapie in künstlichen Versmassen, gewürzt mit erotischen Stellen, wäre nach Sinh Jee 1633 abgefasst, doch verzeichnet B. 4, 241 eine schon 1608 geschriebene Hs.

c32.s1.3

16. Jahrhundert. Das hervorragendste Erzeugnis dieses Jahrhunderts ist der noch jetzt allgemein geschätzte Bhāvaprakāśa (Bh.) von Bhāvamiśra, der angeblich ein berühmter Arzt in Benares war⁶. Benutzt ist die Ausgabe von JIB. VIDY.¹, die nach einer cursorischen Collation mit der guten alten Tübinger Hs. von 1558/9² trotz vieler Druckfehler als im Allgemeinen zuverlässig bezeichnet werden kann. Bh. kann nicht viel älter als diese Hs. sein, da er die von den Portugiesen eingeschleppte Syphilis (*phiraṅga*) und als Mittel dagegen *cobacīnī* (Sarsaparille) erwähnt, die um 1535 importirt sein soll. Der 1. Teil (*pūrvakhaṇḍa*) dieses umfangreichen Werkes handelt in 2 *bhāga* und 6 *prakaraṇa* über Entstehung der Medicin, Kosmologie, Anatomie, Embryologie, Kinderheilkunde, Diätetik, Pharmakologie (mit vielen volkssprachlichen und fremden Namen) u. s. w., der noch weit umfänglichere *madhyakhaṇḍa* in 4 *bhāga* über specielle Pathologie und Therapie, der nur 11 S. starke *uttarakhaṇḍa* über Liebesmittel und Elixire. Besonders wertvoll sind die zahlreichen, von den gedruckten Texten des C. Su. u. s. w. oft stark abweichenden Citate³. Noch ungedruckt ist das kleinere pharmakologische Werk Guṇaratnamālā von Bhāvamiśra⁴. Nach Umfang und Inhalt dem Bh. vergleichbar ist das von Toḍar Mall († 1589), dem berühmten Hindu-Minister des Kaisers Akbar, inspirirte medicinische Lehrbuch Āyurvedasaukhya⁵, das einen Teil des Toḍarānanda bildet. Die ältesten in den Katalogen verzeichneten Hss. der anderen Teile dieser grossen Encyklopädie gehören den drei letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts an. Der von dem Jaina Harṣakīrtisūri verfasste Yogacintāmaṇi Vaidyakasārasaṃgraha⁶, eine Receptensammlung, muss zwischen 1668 oder 1666⁷, dem Datum der zwei ältesten Hss., und c. 1535 entstanden sein, da wie in Bh. *phiraṅga* und *copacīnī* (*cobacīnī*) erwähnt werden; auch das Opium (*aphima*, *ahiphena*) und das Quecksilber (*pārada*) kommen öfter vor.

c32.s1.4

¹ Nicht in AUFRECHTS C. C.

c32.s1.5

² Vgl. DIETZ, Anal. med. 145 ff.; IO. 955 f.

c32.s1.6

³ Auch die Bik. 667 verzeichnete Hs. der Yogat. ist wenigstens 1663 geschrieben. — 4 IO. 942 f. — 5 IO. 949. 958. 953. 945; L. 1480; ZDMG. 30, 652; W. 296.

c32.s1.7

⁴ 6 Āyurvedavijñ. I, 12. — 7 Calc. 1875, 36, 37, 292, 178, 162, 229, 132, 228 S.

c32.s1.8

⁵ 8 GARBE, Verz. No. 153. — 9 Vgl. WISE, Comm. 10 f.; Oxf. 309—11; DUTT, Mat. Med. xi; SINH JEE l. c. 36--8; UMEŚACHANDRA GUPTA l. c.

c32.s1.9

⁶ 10 IO. 981. — 11 W. 289 f. — 12 Bombay 1869, 268 S. mit Marwāḍi-Übers.

c32.s1.10

⁷ 13 Vgl. GARBE Nr. 165; B. 4, 232; PETERS. 3, 399.

c32.s1.11

§ 3. Das spätere Mittelalter. — In diese Zeit fällt wahrscheinlich das Aufkommen der zahlreichen, zum Teil gedruckten Werke über *rasa*, *rasendra* d. h. metallische, besonders Quecksilberpräparate zum äusseren und inneren Gebrauch. Das Quecksilber vertreibt alle Leiden, sagt Narahari¹, und es wird auch speciell gegen Fieber, Durchfall, Gelbsucht, Lungenleiden u. a., später auch gegen Syphilis empfohlen². Wahrscheinlich stammt die Calcinirung des Quecksilbers und die pharmaceutische Verwendung der so gewonnenen Präparate aus Arabien (§ 26). Rasa-pradīpa, -ratnapradīpa, Rasāmṛta, Rasendra cintāmaṇi werden schon im Bh. citirt, Rasa-cintāmaṇi, -darpaṇa, -ratnapradīpa, -ratnāvalī, -rahasya, -rājahāṃsa, -sindhu, Rasārṇava, Rasalaṃkāra, Rasāvatāra im Āyurvedasaukhya. Alle diese Werke müssen also im 16. Jahrhundert schon existirt haben. Das älteste genau datirbare Werk dieser Art scheint bis jetzt der 1386 abgefasste Commentar des Merutuṅga, eines Jaina, zu Kaṅkālāyas Rasādhyāya zu sein³, welch letzteres Werk natürlich noch älter als der Commentar sein muss. In dem ebenfalls im 14. Jahrhundert geschriebenen Sarvadarśanasaṃgraha⁴ wird der soeben erwähnte Rasārṇava, ferner Rasahṛdaya und Raseśvarasiddhānta citirt, wonach auch diese drei Werke spätestens um 1300 zu setzen sind. Den Rasārṇava citirt auch der Rasaratnākara des Nityanathā, der in 5 *khaṇḍa* zunächst von der Anfertigung metallischer Präparate, weiterhin (213 ff.) von der Behandlung der Krankheiten handelt, und der ähnlich angeordnete Rasendracintāmaṇi des Rāmacandra (beide Werke gedruckt Calcutta 1878, 24, 782 S.). Der Rasaratnākara muss im 15. Jahrhundert schon vorhanden gewesen sein, da B. 4, 236 eine 1473 geschriebene Hs. verzeichnet und das von HAAS, ZDMG. 30, 630 ff., besprochene persische Werk über indische Medicin den Rasaratn. als ein damals, d. h. zu Anfang des 16. Jahrhunderts allgemein gebrauchtes Werk bezeichnet. Noch weit älter als alle vorstehend genannten Werke wäre der in correcter Ausgabe vorliegende umfangreiche Rasaratnasamuccaya⁵, wenn er wirklich ein echtes Werk des Vāgbhaṭa wäre, wie der Herausgeber annimmt, der hierin allerdings viele Hss. für sich hat. Doch heisst der Verfasser in einigen Hss. Nityanātha oder Aśvinīkumāra, oder es wird kein Autor genannt, und jedenfalls differirt dieses Werk, das in 30 *adhy.* ausführlich über verschiedene metallurgische und pharmaceutische Processe handelt, sowohl inhaltlich als stilistisch so stark als möglich von S. und A. (§ 6)⁶. Auch die Hss. des Rasaratnas. sind nicht alt, die älteste (IO. 966) von 1699⁷.

c32.s1.12

Nach U. C. DUTT (Mat. Med. XII) ist der älteste der von der Calcination u. dgl. Processen handelnden Autoren Śārṅgadhara (Ś.). Er setzt die Śārṅgadharasaṃhitā in die mohammedanische Epoche, weil das Opium (*ahiphena*) und die Bertramswurzel (*akarākarabha*)⁸ darin vorkommen. Seinem Herausgeber JĪVĀNRĀM zufolge wird Ś. in Bh. (16. Jahrh.) oft citirt⁹ und hat seinerseits Vṛ. (c. 10. Jahrh., § 5) benutzt. Nach GRIERSON¹⁰ wäre Ś. aus inneren Gründen um 1500 zu setzen. Da aber ein Commentar zu Ś. von Vopadeva existirt, der gegen 1300 lebte, so muss Ś. spätestens im 13. Jahrhundert geschrieben haben. Sein kurzes, aber inhaltreiches Lehrbuch der Therapie beschränkt sich nicht auf die metallischen Präparate, handelt vielmehr in 3 *khaṇḍa* und 32 *adhy.*: 1. über Mass und Gewicht, Eigenschaften der Arzneistoffe, Wirkung der Jahreszeiten, Diagnose und Prognose, Wirkung der Arzneien, Anatomie und Physiologie, Embryologie, Arten und Unterarten der Krankheiten (*rogagaṇana*); 2. über Decocte, Brühen, Infusa, kalte Mittel, Teige, Pulver, Pillen, Latwergen, Butterabkochungen, Liqueure, Pulverisirung von Gold und anderen Metallen, Quecksilberpräparate; 3. über die gewöhnlichen Kurmethoden, wie Fettmittel, Schwitzmittel u. s. w. (§ 24). Bei der Diagnose beschreibt Ś. schon eingehend die Untersuchung des Pulses (*nāḍīparīkṣā*), bei den Krankheiten unterscheidet er eine weit grössere Anzahl von Unterarten als C. Su. M. Vṛ. Cd. Nach den höchst zahlreichen, leider ebenso wie die Hss. ziemlich stark von einander abweichenden Ausgaben¹² zu schliessen, wird Ś. noch jetzt sehr viel gelesen.

c32.s1.13

Über das erwähnte Pulsfühlen handelt eine ganze Gruppe von Specialwerken (§ 20), von denen die ältesten wohl in diese Periode zurückgehen, während andere neuesten Datums, zum Teil mit Übersetzungen in lebende indische Sprachen versehen sind.

c32.s1.14

Der vorhin als Commentator Ś.s erwähnte Vopadeva hat auch mehrere selbständige Werke über Medicin verfasst, von denen die Śataślokī »100 Verse« über die Anfertigung und den Gebrauch von Pulvern, Pillen u. dgl., mit einem Commentar des Verfassers, wohl das bekannteste und schon mehrfach gedruckt ist (z. B. Madras 1860; Bombay 1889). Vopadeva, auch als Grammatiker bekannt, war der Sohn eines ebenfalls litterarisch thätigen Arztes Keśava in Berar und ein Schützling des berühmten Ministers Hemādri in Devagiri¹³ (zwischen 1260 und 1309), der selbst auch als medicinischer Commentator thätig war (§ 6).

c32.s1.15

Als ein Specimen der wohl schon sehr frühe aufgekommenen Monographieen über einzelne Krankheiten aus dieser Periode nenne ich zunächst den 1489 von dem Kāyastha Cāmuṇḍa verfassten Jvaratimirabhāskara¹⁴ über Fieber und ihre Behandlung. Das Fieber, besonders die schweren Fieber (*saṃnipātajvara*), wurde wohl am meisten monographisch behandelt. andere Specialwerke beziehen sich auf Kinderheilkunde (*bālacikitsā, śiśu* *rakṣā*), Augenleiden, Vergiftungen, Lepra, Harnruhr, Gelbsucht u. s. w. Unter der Herrschaft des Maḥmud Shah verfasste Momahaṇa 1411 in Kalpi den Momahaṇavilāsa, nach L. 779 ein grosses Werk über Aphrodisiaca, Frauen- und Kinderkrankheiten. Das Śiśurakṣāratna über Kinderheilkunde von Pṛthvīmalla¹⁵ muss um 1400 entstanden sein, da der Madanavinoda seines Vaters (§ 11) 1374 geschrieben ist.

c32.s1.16

¹⁴ Bīk. 643; Stein 183; C. C. 2, 44; Garbe, Verz. 73.

c32.s1.17

¹⁵ IO. 964 ff.

c32.s1.18

Die schon in die ältesten Zeiten zurückgehende religiöse Auffassung der Pathologie, wonach die Krankheiten eine Folge der in einer früheren Geburt begangenen Sünden sind (vgl. §§ 15. 38), vertritt sehr entschieden der Jñānabhāskara¹⁶, ein umfangreiches Werk, das nach einer für die griechischen Ursprünge der späteren indischen Astronomie wichtigen Einleitung die Krankheiten von dem Standpunkt der Wiedervergeltungslehre (*karmavipāka*) aus eingehend beschreibt und die dafür geeigneten Bussen, Opfer und Opfergaben angibt. Eine alte Hs. dieses Werkes ist um 1500 geschrieben. Die Werke über *karmavipāka*, wie z. B. der 1384 verfasste Sāragrāha-Karmavipāka¹⁷, gehören sonst mehr in das Gebiet des Dharmaśāstra und knüpfen an die entsprechenden Lehren der Smṛtis an. In dem Vīrasiṃhāvaloka¹⁸ (Bombay 1888) sind nach der Angabe des Autors drei Wissenschaften, Recht, Astronomie und Medicin, verarbeitet, doch liegt der Schwerpunkt hier auf der Medicin. Der Verfasser dieses Werkes ist Vīrasiṃha, ein Fürst aus dem bekannten Rajputengeschlecht der Tomara, der Begründer einer Dynastie in Gwalior um 1375, er schrieb sein Werk 1383.

c32.s1.19

¹⁶ W. 287--9; IO. 926 ff.

c32.s1.20

¹⁷ IO. 573–5.

c32.s1.21

¹⁸ BP. 86 f.; Bl. 246; IO. 946; Stein 189; C. C. 2, 142.

c32.s1.22

Einer der von Vīrasiṃha citirten medicinischen Autoren ist Tiṣaṭācārya, ohne Zweifel der Verfasser der Cikitsākalikā¹⁹, eines vollständigen Lehrbuchs der Medicin, in dem übrigens auch schon das Pulsfühlen (*nāḍīparīkṣā*) vorkommt. Da Tiṣaṭācārya als einen seiner Vorgänger Bhoja nennt, so gehört er noch in unsere Periode, wenn der bekannte König Bhoja von Dhārā (11. Jahrh.) gemeint ist. Commentirt wurde sein Werk von seinem Sohne Candraṭa, von dem sich auch noch einige andere medicinische Werke erhalten haben.

c32.s1.23

¹ Rājanigh. 13, 111 bei Garbe, Die indischen Mineralien 15, 61.

c32.s1.24

² Dutt, Mat. Med. 27--38.

c32.s1.25

³ W. 297; Bl. 241; C. C. 2, 15.

c32.s1.26

⁴ Oxf. 247; Cowell and Gough 137--43.

c32.s1.27

⁵ Ānand. Series, Poona 1890 (mit Abbildungen der Schmelztiegel für die Metalle).

c32.s1.28

⁶ Auch Aufrecht, C. C., spricht sich gegen die Verfasserschaft Vāgbhaṭas aus; Cordier (Vāgbhaṭa p. 8 f., mit einer Tafel) äussert sich zweifelnd.

c32.s1.29

⁷ Weitere Werke dieser Art s. bei Aufrecht, C. C.

c32.s1.30

⁸ Mat. Med. 113, 185.

c32.s1.31

⁹ Vgl. auch die Citate Oxf. 311. Sinh Jee setzt Ś. nach Bhāv.

c32.s1.32

¹⁰ IA. 23, 260.

c32.s1.33

¹¹ W. 285 f.

c32.s1.34

¹² Benutzt ist die kritische Ausgabe von Prabhuram Jivanram (Bombay 1891, 155, 351 S. 12).

c32.s1.35

¹³ Bhandarkar, Hist. of the Dekkan² 116; Bhr. 36; Weber 324.

c32.s1.36

¹⁹ W. 292 f.; Oxf. 357 f.; L. 3051; C. C.

c32.s1.37

§ 4. Vaṅgasena und Cakradatta. — Vaṅgasenas Cikitsāsārasaṃgraha (V.) ist ein sehr umfangreiches Werk (Calcutta 1889, 1127 S.), das nach einer allgemeinen Einleitung über Pathologie, Pflichten der Ärzte u. dgl. in seinem Hauptteil (13—944) eine eingehende Beschreibung der Krankheiten und eine noch ausführlichere Darstellung ihrer Behandlung enthält, worauf die Elixire und Liebesmittel (945—1006), dann die Fett-, Schwitz-, Brechmittel u. s. w. folgen, zuletzt die Diätetik und Pharmakologie, Diagnose und Prognose. Hier zeigt sich ein wesentlich anderes Bild als bisher: in der Pharmacie (1058–1113) ist von der Calcination der Metalle nirgends, überhaupt von den Metallen nur wenig die Rede, bei den ärztlichen Untersuchungen bleibt der Puls noch unerwähnt, auch das Opium scheint noch nicht vorzukommen. In dem Capitel über Hämorrhoiden handelt allerdings V. ausführlich, ähnlich wie spätere Autoren, über die drei Arten des Eisens und die sechs Arten des Stahls (darunter *romaka*, der römische), das »Reinigen« des Stahls, das »Töten« des Eisens durch Schmelzen, Pulverisiren u. dgl. (161 ff.). Er spricht auch von gehörig gereinigtem Quecksilber (574), von dem Quecksilberpräparat *rasa-parpaṭa* (958) und anderen mercurialischen Mixturen, geht aber auf die Verarbeitung des Quecksilbers und seine wunderbaren Kräfte nicht näher ein. Die älteste Hs. des V. ist schon 1276¹, eine andere 1320² geschrieben. Vielleicht darf man aus dem Namen V.s, dessen Vater Gadādhara hiess und ursprünglich in Kāñjikā gewohnt hatte, schliessen, dass er ein Bengale und Zeitgenosse der Sena-Dynastie war (Ära des Lakṣmaṇasena 1119 ff.); auf nordöstliche Herkunft weist auch die Mehrzahl der Hss. hin. An Citaten ist V. sehr arm, hat aber bei der Beschreibung der Krankheiten stillschweigend fast durchweg wörtlich M. ausgeschrieben³, manchmal sind seine Lesarten die besseren. Das Capitel über *ariṣṭa* (1104 ff.) ähnelt Su. 1, 28—31⁴, viele Recepte, z. B. 6 śl. in dem Capitel über *atisāra*, sind in der Bowerhs.⁵, andere in Vṛ. Cd. nachweisbar.

c32.s1.38

¹ IO. 952.

c32.s1.39

² BP. 86.

c32.s1.40

³ Vgl. Eggeling, IO. 951; Cordier, Quelques données nouvelles 6 (Calcutta 1899).

c32.s1.41

⁴ Eggeling, l. c. 952.

c32.s1.42

⁵ Vgl. Hoernles Anmerkungen zu seiner Ausgabe der Bowerhs.

c32.s1.43

Ein unzweifelhafter Bengale war Cakradatta, vollständiger Cakrapāṇidatta, abgekürzt auch Cakrapāṇi oder Cakra (Cd.). Dieser fruchtbare Autor war nämlich seiner eigenen Angabe zufolge der jüngere Sohn eines Nārāyaṇa, der dem König Nayapāla von Bengalen als Küchenmeister (*rasavatyadhikārin*) und Minister diente, daher wohl um 1060 gesetzt werden darf⁶. Sein bekanntestes, schon oft gedrucktes⁷ Werk ist eine ausführliche Therapie, der Cikitsāsārasaṃgraha, der aber grösstenteils aus Vṛndas Siddhayoga abgeschrieben ist, den Cd. auch ausdrücklich als seine Hauptquelle bezeichnet⁸. Ein auch schon gedruckter⁹ alter Commentar zu diesem Werke Cd.'s, auf einem noch älteren Commentar beruhend, rührt von Śivadāsasena her, der auch ein anderes Werk Cd.s, den Dravyaguṇasaṃgraha¹⁰, commentirte und sich am Schlusse dieses Commentars als Sohn des Anantasena, des Herrschers von Bengalen (*Gauḍābhūmīpati*) bezeichnet, also anscheinend einem Zweig der Vaidyadynastie der Senas von Bengalen entstammte. Der Dravyaguṇasaṃgraha enthält seinem Namen entsprechend hauptsächlich einen kurzen Überblick über die Wirkungen der Arzneistoffe, ähnlich den analogen Abschnitten bei C. Su. Noch ungedruckt sind Cd.s Sarvasārasaṃgraha und seine Śabdacandrikā¹¹, eine Zusammenstellung und Erklärung der pharmaceutischen und botanischen Kunstausdrücke, teilweise gedruckt seine beiden grossen Commentare zu C. und Su. (§ 7 f.). Mit der Calcination einiger Metalle zeigt sich Cd. nicht unbekannt¹², scheint aber auch das Opium und den Puls nicht zu kennen und erwähnt das Quecksilber nur wenig¹³.

c32.s1.44

⁶ IO. 938; ZDMG. 53, 378: Haraprasād Śāstrī, School History of India (Calcutta 1896) 33.

c32.s1.45

⁷ So verzeichnet Rosts IO. Catal. (1897) 5, die OB. (1887 ff.) bisher 7 Ausgaben. Citirt ist nach der Ausgabe von Jīb. Vidy. (Calcutta 1888, 471 S.).

c32.s1.46

⁸ ZDMG. 53, 377.

c32.s1.47

⁹ Calcutta 1887 (5, 23, 863 S. mit Bengali-Übersetzung) u. a.

c32.s1.48

¹⁰ Calcutta 1871 (179 S.).

c32.s1.49

¹¹ Vgl. Wilson, Ess. 3, 237; L. 562; IO. 974.

c32.s1.50

¹² Vgl. Dutt, Mat. Med. XII.

c32.s1.51

¹³ l. c. XI.

c32.s1.52

§ 5. Siddhayoga und Mādhavanidāna. — Der in der Ānand. Series (Poona 1894, 665 S.) mit dem Commentar des Śrīkaṇṭhadatta gut herausgegebene Siddhayoga oder Vṛndamādhava von Vṛnda (Vṛ.) handelt ähnlich wie Cd. (§ 4) in 82 *adhikāra* zuerst ausführlich von der Behandlung der Krankheiten vom Fieber bis zu den Vergiftungen, wobei viele, meist mit entsprechenden Titeln versehene Recepte angeführt werden, die sich zum Teil schon in der Bowerhs. nachweisen lassen¹, dann (p. 515 ff.) von Elixiren, Aphrodisiaca, Fett-, Schwitz-, Brech-, Purgirmitteln u. dgl., von den Vorzeichen des Todes (*ariṣṭa*), Hygiene (*svasthādhikāra*) und unter »Vermischtes« (*miśrakādhikāra*) ganz kurz von den Ärzten, Patienten, Mass und Gewicht und dergleichen allgemeinen Fragen. Der enge Anschluss eines angesehenen Autors wie Cd. an dieses Werk macht es wahrscheinlich, dass es zu seiner Zeit schon zu grosser Autorität gelangt, also mindestens etwa ein Jahrhundert früher entstanden war. Auch bei Hemādri (13. Jahrh.) finden sich mehrere lange Citate aus Vṛ.², wie er auch von Śārṅgadhara benutzt (§ 3), im Vīrasiṃhāvaloka³ und sonst citirt wird. Quecksilberpräparate verordnet Vṛ. weniger als Cd.⁴, so 7, 13 Quecksilber vermischt mit giftigen Pflanzensäften zu äusserlichem Gebrauch gegen Läuse. In der Reihenfolge der Krankheiten folgt Vṛ., wie er selbst 1, 2 sagt und der Befund bestätigt, dem Gadaviniścaya d. h. dem Rugviniścaya (s. u.), letzteres Werk muss also älter sein. Auch Vāgbhaṭa muss älter als Vṛ. sein, der ihn 1, 26 citirt⁵. Gegen eine allzu frühe Datirung Vṛ.s darf vielleicht auch seine Erwähnung eines aus Persien importirten Arzneistoffes *pārasīyayavānī* 7, 1, d. h. in Persien gewachsene *yavanī* (Co.), angeführt werden. Der Commentar des Śrīkaṇṭhadatta enthält viele Citate aus C. Su. S. A. M. H. und anderen alten Autoren; da er ausserdem Bhoja, Cd., Ḍ., einen älteren Commentar zu Vṛ., Candraṭa und Hemādri citirt, so kann er nicht vor dem 14. Jahrhundert entstanden sein.

c32.s1.53

² ZDMG. 53, 378 f. — 2 l. c. 54, 274. — 3 BP. 87; Fl. 348 f.

c32.s1.54

⁴ Bezeichnend hierfür ist Vṛ. 4, der Abschnitt über chronischen Durchfall (*grahaṇī*), den Cd. 44—53 grösstenteils übernommen, dem er aber am Schluss noch die zwei metallischen Recepte *rasaparpaṭikā* und *tāmrayoga* beigefügt hat. Unter *rasaparpaṭikā* ist ein scheibenförmiges Präparat aus geschmolzenem Schwefel und Quecksilber zu verstehen, vgl. Dutt, Mat. Med. 32 f. Auch in dem Kupferpräparat *tāmrayoga* ist Quecksilber enthalten.

c32.s1.55

⁵ ZDMG. l. c.

c32.s1.56

Der Rugviniścaya oder das Mādhavanidāna (M.) von Mādhava oder Mādhavakara⁶, dem Sohn des Indukara, ist das Hauptwerk über Pathologie (*nidāna*) und wird daher auch Nidāna schlechtweg genannt⁷. Die Reihenfolge, in der dieses Werk in 79 *nidāna* die wichtigsten Krankheiten nebst ihren Ursachen, Vorboten und Complicationen behandelt, ist nicht nur für Vṛ. V., sondern für die ganze Folgezeit massgebend geworden und wird auch in solchen Werken eingehalten, die sonst besonders C. und Su. citiren, wie z. B. Bh. Oft stimmt M. wörtlich mit C. Su. überein, wo dann wohl Entlehnung anzunehmen ist, im Allgemeinen markirt seine Systematik, Aufzählung und Beschreibung der Krankheiten einen Fortschritt gegenüber C. Su.; so widmet es den Pocken (*masūrikā*) ein besonderes Capitel, während Su. sie nur bei den leichteren Übeln erwähnt (§ 66). Für die (von Haas bezweifelte) Anteriorität Su.s spricht auch die indische Tradition, wie z. B. schon von Vāgbhaṭa C. Su. citirt, aber M. noch nicht erwähnt wird. Als Vorgänger Vṛ.s ist Mādhava spätestens in das 9. Jahrhundert zu setzen, spätestens in das 8., wenn M. mit dem schon frühe in das Arabische übersetzten pathologischen Werk Badān, Yedān (d. h. Nidān?) identificirt werden darf. Die Berühmtheit des M. beweisen auch die zahlreichen Commentare, deren in C. C. acht genannt werden; am bekanntesten ist der schon öfter gedruckte Madhukoṣa, von Vijayarakṣita und Śrīkaṇṭhadatta verfasst, wohl im 14. oder 15. Jahrhundert⁸.

c32.s1.57

⁶ Benutzt ist die Ausgabe von Jīb. Vidy. (Calcutta 1876, mit dem Madhukoṣa, 443 S.). Von den sonstigen zahlreichen Ausgaben hebe ich U. C. Dutts Nidāna (2. Ausg. Calcutta 1880) hervor, wichtig durch die beigefügten englischen Übersetzungen vieler Krankheitsnamen. Dieser und anderen Ausgaben ist eine Bengali-Übersetzung beigegeben, andere enthalten Hindī-, Mar.- und singhales. Übersetzungen.

c32.s1.58

⁷ Vgl. Dietz, Anal. Med. 118; Wilson, JRAS. 6, 118; Haas, ZDMG. 30, 622. 652 f.; A. Müller, l. c. 34, 475; Dutt, Mat. Med. x; Cordier, Quelques données 5 f.

c32.s1.59

⁸ Die Mitarbeiterschaft Śrīkaṇṭhadattas bestätigt sich durch eine Vergleichung der Quellen des Madhukoṣa (zusammengestellt IO. 934) mit den in Śrīkaṇṭhadattas Commentar zu Vṛ. benutzten Autoren.

c32.s1.60

Eine alte Hs. des Madhukośa ist 1529 geschrieben (Oxf. 357). Vgl. auch die Nachträge.

c32.s1.61

§ 6. Vāgbhaṭa. — Diesem berühmten Autor¹ werden, abgesehen von einigen offenbar apokryphen Erzeugnissen (vgl. § 3), zwei nahe verwandte grosse Werke zugeschrieben, von denen das grössere und offenbar ältere schon frühe in Citaten als Vṛddha-Vāgbhaṭa, das andere als Vāgbhaṭa schlechthin bezeichnet wird. Das letztere Werk, das zu besonderem Ansehen gelangt und häufig commentirt ist, heisst eigentlich Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā (A.)², d. h. die Quintessenz der acht Teile der Medicin, und enthält in ähnlicher Anordnung wie Su. in 6 *sthāna* und 120 *adhy.* eine übersichtliche, versificirte Darstellung der gesamten Medicin, mit besonderer Berücksichtigung der Chirurgie, auch wie bei Su. Doch stimmt A. mehrfach auch genauer mit C. als mit Su. überein, citirt auch beide Autoren, so 6, 40, 83 und 87 C. und Su. zusammen, 1, 9, 13 C. allein, 6, 30, 31 Su. allein. Ausserdem citirt A. Bheḍa, Nimi, Kāśyapa, die Dhānvantarīyāḥ und in der Einleitung (1, 1) den Sohn des Atri, Agniveśa und andere nicht näher bezeichnete Ṛṣis, namentlich aber am Schluss den Aṣṭāṅgasaṃgraha (Vṛddha-Vāgbhaṭa), den der Verfasser deutlich als seine Hauptquelle charakterisirt. Auf Grund der tibetischen Quellen setzt Huth (dessen Resultate freilich nicht unbestritten sind) das 8. Jahrhundert n. Chr. als den spätesten Termin für die Abfassungszeit der A. an. Ein ähnliches Resultat würde sich ergeben, wenn A. mit dem Buch Astānkar(?) der arabischen Quellen identificirt werden darf³, wie auch das Citat bei Vṛ. (§ 5) Vāgbhaṭa wenigstens in das 9. Jahrhundert zurückzubringen scheint. Das Opium, das Pulsfühlen und die metallurgischen Processe kommen hier noch nicht vor. Von den Commentaren ist Aruṇadattas sehr schätzbare, im Nachstehenden viel benutzte Sarvāṅgasundarī (Ar.) spätestens im 15. Jahrhundert⁴, Hemādris Āyurvedarasāyana gegen das Ende des 13. Jahrhunderts entstanden.

c32.s1.62

¹ Vgl. W. 278—90; Oxf. 303--9; Burnell 65; Roth, Lit.-Bl. f. o. Ph. 1, 48 - 50 und ZDMG. 49, 184 f.; Huth, ZDMG. 49, 280 f. und Sitzb. 1895, 267 ff.; Cordier, Vāgbhaṭa et l'Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā (Besançon 1896, 17 S.); Jolly, Zur Quellenkunde der indischen Medizin. 1. Vāgbhaṭa. ZDMG. 54, 260--74. — 2 Nach der auch den Co. des Ar. enthaltenden Ausgabe von A. M. Kunte (2. Aufl. Bombay 1891, 3, 29, 51, 588 S.). Von den sonstigen zahlreichen Ausgaben behält auch die erste Auflage der Kunte'schen (Bombay 1880, 2 Bde.) ihren Wert durch den in der zweiten fehlenden Wortindex (*śabdānukramaṇikā*); sehr brauchbar ist auch die neue, nur den Text, aber einige vv. ll. enthaltende Ausgabe von Śaṅkaraśāstri (Bombay 1900, 792 S. 12). — 3 Vgl. Cordier, Quelques données 4; Jolly, l. c. 262. Während des Druckes erhalte ich eine neue Arbeit von Dr. Cordier über Vāgbhaṭa (JA. 1901), in der dieser Autor nun mit einem etwas sagenhaften Hofarzt des Königs Bhoja, Vaidya Vāgbhaṭa, bei Merutuṅga identificirt und daher in das 11. Jahrhundert gesetzt wird. Die sonstigen Thatsachen, namentlich die authentischen autobiographischen Angaben Vāgbhaṭas, lassen sich mit dieser Identificirung schwer vereinigen. -- 4 Nach Cordier, l. c., im 13. Jahrhundert, doch sprechen die von ihm gesammelten Daten wohl für noch frühere Abfassung. Über den von Ar. citirten, also sicher noch älteren Commentar des Candranandana (nicht Candrānanda) s. Cordier l. c. — 5 ed. Gaṇeśa Tarte (Bombay 1888, 2 Bde, 6, 306, 421 S.). — 6 Vgl. Laufer, Beitr. 1, 13.

c32.s1.63

Der Aṣṭāṅgasaṃgraha des Vāgbhaṭa (S.)⁵, der in den Commentaren häufig citirt und zur Erklärung der etwas knappen Angaben in A. verwertet wird, gibt sich nicht nur durch sein Prioritätsverhältnis zu A., sondern auch nach Form und Inhalt als ein grösstenteils sehr altes Werk zu erkennen. So ist S. in einem Gemisch von Prosa und Versen abgefasst, das ganz an C. und Su. (§ 8 f.) erinnert. In einer Beschwörung hat sich noch ein an Buddha gerichteter Spruch erhalten, während in A. die auch dort vorhandenen buddhistischen Tendenzen, aus denen vielleicht die specielle Reception dieses Werkes in Tibet zu erklären ist, schon stark verblasst sind. Am Schluss von S. wird über den Verfasser berichtet, dass er den Namen Vāgbhaṭa nach seinem Grossvater, einem ausgezeichneten Arzte, erhalten, unter einem Lehrer mit dem buddhistischen Namen Avalokita und unter seinem eigenen Vater, Siṃhagupta, studirt habe und im Indusgebiet geboren sei. Die versificirten Teile stimmen mit A. vielfach wörtlich überein, aber statt 120 *adhy.* wie A. hat S. deren 150, von denen 50, also ein Drittel, auf den 6. Teil (*uttarasthāna*) treffen, gerade wie in A. die ersten 5 Teile 80 *adhy.* enthalten, der letzte 40. Der Anschluss an C. und namentlich an Su., aus dem sich auch ein directes Citat findet, ist noch enger als in A. Doch enthält S. auch viel selbständiges Material und ist daher sowohl als Kontrolle wie als Ergänzung zu unserem C. und Su. von grösstem Werte. Wenn A. wirklich in das 8. Jahrhundert oder früher gesetzt werden darf, so muss S. natürlich noch älter sein. Der Buddhismus stand im 7. Jahrhundert im Indusgebiet noch in Blüte. Doch sind auch nach Huth die tibetischen Übersetzungen von A. nebst Commentar erst in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstanden⁶.

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