Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.37
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.37
- Language
- German
c32.s1.37
§ 4. Vaṅgasena und Cakradatta. — Vaṅgasenas Cikitsāsārasaṃgraha (V.) ist ein sehr umfangreiches Werk (Calcutta 1889, 1127 S.), das nach einer allgemeinen Einleitung über Pathologie, Pflichten der Ärzte u. dgl. in seinem Hauptteil (13—944) eine eingehende Beschreibung der Krankheiten und eine noch ausführlichere Darstellung ihrer Behandlung enthält, worauf die Elixire und Liebesmittel (945—1006), dann die Fett-, Schwitz-, Brechmittel u. s. w. folgen, zuletzt die Diätetik und Pharmakologie, Diagnose und Prognose. Hier zeigt sich ein wesentlich anderes Bild als bisher: in der Pharmacie (1058–1113) ist von der Calcination der Metalle nirgends, überhaupt von den Metallen nur wenig die Rede, bei den ärztlichen Untersuchungen bleibt der Puls noch unerwähnt, auch das Opium scheint noch nicht vorzukommen. In dem Capitel über Hämorrhoiden handelt allerdings V. ausführlich, ähnlich wie spätere Autoren, über die drei Arten des Eisens und die sechs Arten des Stahls (darunter *romaka*, der römische), das »Reinigen« des Stahls, das »Töten« des Eisens durch Schmelzen, Pulverisiren u. dgl. (161 ff.). Er spricht auch von gehörig gereinigtem Quecksilber (574), von dem Quecksilberpräparat *rasa-parpaṭa* (958) und anderen mercurialischen Mixturen, geht aber auf die Verarbeitung des Quecksilbers und seine wunderbaren Kräfte nicht näher ein. Die älteste Hs. des V. ist schon 1276¹, eine andere 1320² geschrieben. Vielleicht darf man aus dem Namen V.s, dessen Vater Gadādhara hiess und ursprünglich in Kāñjikā gewohnt hatte, schliessen, dass er ein Bengale und Zeitgenosse der Sena-Dynastie war (Ära des Lakṣmaṇasena 1119 ff.); auf nordöstliche Herkunft weist auch die Mehrzahl der Hss. hin. An Citaten ist V. sehr arm, hat aber bei der Beschreibung der Krankheiten stillschweigend fast durchweg wörtlich M. ausgeschrieben³, manchmal sind seine Lesarten die besseren. Das Capitel über *ariṣṭa* (1104 ff.) ähnelt Su. 1, 28—31⁴, viele Recepte, z. B. 6 śl. in dem Capitel über *atisāra*, sind in der Bowerhs.⁵, andere in Vṛ. Cd. nachweisbar.
Cites (5)
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Mādhavanidāna (Rugviniścaya) — Mādhavakara, Sanskrit
- Bower Manuscript — Sanskrit
- Cikitsāsārasaṅgraha (Vaṅgasena) — Vaṅgasena, Sanskrit
- Siddhayoga (Vṛndasuni) — Vṛndasuni, Sanskrit