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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.43

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.43

Language
German

c32.s1.43

Ein unzweifelhafter Bengale war Cakradatta, vollständiger Cakrapāṇidatta, abgekürzt auch Cakrapāṇi oder Cakra (Cd.). Dieser fruchtbare Autor war nämlich seiner eigenen Angabe zufolge der jüngere Sohn eines Nārāyaṇa, der dem König Nayapāla von Bengalen als Küchenmeister (*rasavatyadhikārin*) und Minister diente, daher wohl um 1060 gesetzt werden darf⁶. Sein bekanntestes, schon oft gedrucktes⁷ Werk ist eine ausführliche Therapie, der Cikitsāsārasaṃgraha, der aber grösstenteils aus Vṛndas Siddhayoga abgeschrieben ist, den Cd. auch ausdrücklich als seine Hauptquelle bezeichnet⁸. Ein auch schon gedruckter⁹ alter Commentar zu diesem Werke Cd.'s, auf einem noch älteren Commentar beruhend, rührt von Śivadāsasena her, der auch ein anderes Werk Cd.s, den Dravyaguṇasaṃgraha¹⁰, commentirte und sich am Schlusse dieses Commentars als Sohn des Anantasena, des Herrschers von Bengalen (*Gauḍābhūmīpati*) bezeichnet, also anscheinend einem Zweig der Vaidyadynastie der Senas von Bengalen entstammte. Der Dravyaguṇasaṃgraha enthält seinem Namen entsprechend hauptsächlich einen kurzen Überblick über die Wirkungen der Arzneistoffe, ähnlich den analogen Abschnitten bei C. Su. Noch ungedruckt sind Cd.s Sarvasārasaṃgraha und seine Śabdacandrikā¹¹, eine Zusammenstellung und Erklärung der pharmaceutischen und botanischen Kunstausdrücke, teilweise gedruckt seine beiden grossen Commentare zu C. und Su. (§ 7 f.). Mit der Calcination einiger Metalle zeigt sich Cd. nicht unbekannt¹², scheint aber auch das Opium und den Puls nicht zu kennen und erwähnt das Quecksilber nur wenig¹³.

Cites (6)