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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.56

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.56

Language
German

c32.s1.56

Der Rugviniścaya oder das Mādhavanidāna (M.) von Mādhava oder Mādhavakara⁶, dem Sohn des Indukara, ist das Hauptwerk über Pathologie (*nidāna*) und wird daher auch Nidāna schlechtweg genannt⁷. Die Reihenfolge, in der dieses Werk in 79 *nidāna* die wichtigsten Krankheiten nebst ihren Ursachen, Vorboten und Complicationen behandelt, ist nicht nur für Vṛ. V., sondern für die ganze Folgezeit massgebend geworden und wird auch in solchen Werken eingehalten, die sonst besonders C. und Su. citiren, wie z. B. Bh. Oft stimmt M. wörtlich mit C. Su. überein, wo dann wohl Entlehnung anzunehmen ist, im Allgemeinen markirt seine Systematik, Aufzählung und Beschreibung der Krankheiten einen Fortschritt gegenüber C. Su.; so widmet es den Pocken (*masūrikā*) ein besonderes Capitel, während Su. sie nur bei den leichteren Übeln erwähnt (§ 66). Für die (von Haas bezweifelte) Anteriorität Su.s spricht auch die indische Tradition, wie z. B. schon von Vāgbhaṭa C. Su. citirt, aber M. noch nicht erwähnt wird. Als Vorgänger Vṛ.s ist Mādhava spätestens in das 9. Jahrhundert zu setzen, spätestens in das 8., wenn M. mit dem schon frühe in das Arabische übersetzten pathologischen Werk Badān, Yedān (d. h. Nidān?) identificirt werden darf. Die Berühmtheit des M. beweisen auch die zahlreichen Commentare, deren in C. C. acht genannt werden; am bekanntesten ist der schon öfter gedruckte Madhukoṣa, von Vijayarakṣita und Śrīkaṇṭhadatta verfasst, wohl im 14. oder 15. Jahrhundert⁸.

Cites (7)