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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s10.5

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s10.5

Language
German

c32.s10.5

4. Persien und Arabien. Sieht man von der arischen Urzeit ab, aus der namentlich die ältesten indisch-persischen Bezeichnungen für Arzt und Arznei (*bhiṣaj* vgl. *biziṣk*, *bheṣajam*-*baēṣazem*), für Zaubersprüche (*mantra*-*māthra*), einige Krankheitsnamen und die gewöhnlichsten Benennungen der Körperteile stammen, so tritt bei C. (1, 12, 5; 4, 6, 14 u. a.) der »baktrische Arzt« (*vāhlīkabhiṣaj*)⁸ Kāṅkāyana auf, den auch die Bowerhs. kennt (2, 935), der Siddhayoga erwähnt das persische Heilmittel *pārasīyayavānī* (§ 5), schon früher muss der bei Su. und sonst vorkommende *hiṅgu* (Asa foetida) aus Persien importirt sein, auch wohl die Orange (*nāraṅga*), im Mittelalter (s. § 3) scheint die Calcinirung und ausgedehnte therapeutische Verwendung des Quecksilbers und anderer Metalle, das Opium, die Bertramswurzel, in der Diagnostik die Untersuchung des Pulses aus Arabien oder Persien nach Indien gelangt zu sein. Spätere Importe von Heilmitteln aus Persien dürfen hier unberücksichtigt bleiben. Andererseits sind schon zur Zeit der Abbasiden, ja vielleicht schon der Sassaniden, indische Werke über Medicin in das Persische (nicht erhalten) übersetzt worden. Dann folgten arabische Übersetzungen. Sind auch ausser C. und Su. die Namen der übersetzten indischen Autoren schwer zu identificiren, so zeigen doch die arabischen Berichte über den Inhalt dieser Werke und die Citate daraus bei Rāzī und anderen arabischen Autoren, dass es sich um echt indische Producte handelt⁹. Sehr viel indisches Material findet sich auch in dem erhaltenen persischen Werke des Abu Mansur Muwaffaq über Pharmakologie (10. Jahrh.); der Verfasser hatte selbst eine wissenschaftliche Reise nach Indien gemacht und citirt viel aus allerdings unbekannten indischen Werken¹⁰.

Cites (2)