Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s6.11
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s6.11
- Language
- German
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(1, 7 f.) S. (1, 34) A. (1, 25 f.) vor¹. Von den zwei Arten von Instrumenten, nämlich den stumpfen (*yantra*) und den scharfen (*śastra*) zerfallen die ersteren wieder in 6 Unterarten mit im Ganzen 101 stumpfen Instrumenten, wozu aber nach Su. als wichtigstes aller *yantra* die Hand gehört, da man ohne dieselbe keine Operation ausführen kann². Der Hauptzweck der *yantra* ist die Herausziehung von Fremdkörpern (*śalya*) aus dem Körper, doch heben S. A. hervor, dass sie auch dazu dienen, bei schweren Operationen mit Messer, Feuer oder Ätzmitteln z. B. bei Hämorrhoiden oder Fisteln die gesunden Körperteile zu schützen, und dass auch Klystierbeutel, Schröpfhörner, hohle Flaschenkürbisse und andere Geräte zu den *yantra* zu rechnen sind. 1. *svastikayantra* »kreuzförmige Instrumente« (Zangen) sollen in der Regel aus Eisen verfertigt werden, 18 Fingerbreiten lang, die Enden den Köpfen von Raubtieren und -Vögeln ähnlich, die Arme der Zange durch einen Stift, dessen Kopf die Grösse einer Linse hat, zusammengehalten und da, wo man anfasst, gebogen. Nach Su. gibt es 24 *svastikayantra*, 9 an den Spitzen den Köpfen von Löwen, Tigern, Wölfen und anderen Raubtieren und 15 den Köpfen von Krähen, Reihern, Geiern, Falken und anderen Raubtieren gleichende. S. A. geben keine bestimmte Anzahl an. Sie dienen zur Herausziehung von Fremdkörpern aus den Knochen, und zwar die 9 raubtierköpfigen von solchen Fremdkörpern, deren Ende hervorsteht, also leicht fassbar ist.
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Die beste, an allen Körperteilen anwendbare Zange ist die reiherköpfige. 2. *saṃdaṃśa* »Zangen«, von zwei Arten, mit oder ohne Arme, 16 Fingerbreiten lang, zum Herausziehen von *śalya* aus der Haut, dem Fleisch, den Adern oder Sehnen. S. A. erwähnen noch zwei *saṃdaṃśa*: eine kleinere Art, 6 Fingerbreiten lang, zum Herausziehen von Haaren in der Nase oder an den Augenlidern, wildem Fleisch an Wunden u. dgl., und die am Griff mit einem Ring versehene Zange *mucuṇḍi*, die zum Herausziehen des Restes von abgeschnittenem Pterygium oder zur Beseitigung von wildem Fleisch bei tiefen Geschwüren dient. 3. *tāla* »Haken«, 12 Fingerbreiten lang, dem Mund eines grossen Fisches gleichend. Es gibt zwei Arten, nämlich ein einfacher und ein Doppelhaken: sie dienen zum Herausziehen von Fremdkörpern aus den Ohren, der Nase oder einer Fistel. 4. *nāḍīyantra* »Röhren«, 20 Arten, mit einer Mündung am einen Ende oder an beiden Enden, von verschiedener Länge und Stärke, je nach dem Organ, in das man sie einführt, zum Herausziehen von Fremdkörpern aus den Canälen, z. B. aus dem Ohr, zur Diagnose, z. B. von Halskrankheiten, zum Aussaugen, z. B. von Gift, und zur Erleichterung von Operationen, z. B. zum Auswaschen von Wunden oder zur Einführung von Arzneistoffen dienend.
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Diese Röhren finden Anwendung bei Mastdarmfistel, Hämorrhoiden, Tumoren, Geschwüren, Klystieren, Injectionen in die Harnröhre, Hydrocele, Wassersucht, Inhalationen, Stricturen der Harnröhre und des Mastdarms, auch gehören dazu die Flaschenkürbisse und Hörner zum Schröpfen. S. A. beschreiben einige dieser *nāḍīyantra* näher, so eine 10 Fingerbreiten lange und 5 Fingerbreiten starke Röhre zur Untersuchung eines im Hals steckenden *śalya*, eine kurze, aber dicke Röhre zum Untersuchen und Ätzen oder Operiren von Hämorrhoiden, eine 16 Fingerbreiten lange Röhre zur Untersuchung der weiblichen Genitalien u. a. 5. *śalākāyantra* »ahlenartige Instrumente«, 28 an der Zahl, nämlich 7 mit regenwurmartigen Enden zum Sondiren, 2 mit Enden wie ein Pfeilschaft zum Bewegen, 2 mit Enden wie eine Schlangenhaube zum Verschieben, 2 mit hakenförmigen Spitzen zum Herausziehen, 2 mit etwas gebogenen Enden von der Form einer halben Linse zum Herausziehen von *śalya* aus den äusseren Organen, 6 mit turbanartigen, mit Baumwolle umwickelten Spitzen zum Abwischen (von Eiter, Blut, Ätzmitteln u. dgl.), 3 mit löffelartigen Spitzen zur Einführung von Ätzmitteln, 3 mit Spitzen wie Jambufrüchte zum Ätzen und Brennen, 1 mit einer Spitze wie ein halber Fruchtkern zum Herausziehen oder Ausbrennen einer Geschwulst in der Nase, 3 weitere *śalākāyantra* zum Brennen und je 1 zur Einführung von Augensalben und zur Reinigung der Harnröhre. S. A.
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nennen noch einen Fötushaken (*garbhaśaṅku*) zur Extraction eines stecken gebliebenen (toten) Fötus, ein hakenförmiges Instrument wie eine Schlangenhaube zum Herausziehen von Harnsteinen, ein Instrument mit einer Spitze wie ein Pfeilschaft zum Herausziehen schlechter Zähne, einen Ohrlöffel u. a. 6. Als die 25 *anuyantra* »secundäre *yantra*, Hilfswerkzeuge« gelten ein Magnet (zum Herausziehen von Fremdkörpern), ein Pferdezaumring und Baumzweig (zum gleichen Zweck), Faden, Tücher und Verbandzeug, ein Hammer (zur Lockerung von Fremdkörpern), Ätzmittel, Feuer und Arzneien, die Hand- und Fussflächen, die Zunge, die Zähne, Nägel und der Mund, die Zeit, die Verdauung, die Aufheiterung u. dgl.