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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s6.12

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s6.12

Language
German

c33.s6.12

Die Messer oder scharfen Instrumente (*śastra*), die ein geschickter Schmied aus Eisen anfertigen soll, zerfallen nach Su. in 20 Arten: 1. *maṇḍalāgra* »mit abgerundeter Spitze«, nach D. entweder rund oder wie ein Rasiermesser geformt, 6 Fingerbreiten lang, nach S. A. bei Krankheiten der Augenlider zum Scarificiren und Durchschneiden anzuwenden. 2. *karapattra* »Säge«, nach S. A. 10 Fingerbreiten lang und 2 breit, fein gezähnt, zum Durchsägen der Knochen dienend. Nach Su. dienen 1. und 2. zum Durchschneiden und Scarificiren. 3. *vṛddhipattra* »Rasiermesser«, spitz zulaufend oder abgestumpft, je nachdem es für eine hohe oder tiefe Geschwulst gebraucht wird, zu tiefen oder oberflächlichen Schnitten oder zum Durchschneiden dienend (S. A.). 4. *nakhaśastra* »Nagelmesser«, mit gerader oder krummer Klinge, zum Herausziehen von Dornen und anderen kleinen Fremdkörpern und zum Schneiden oder Spalten der Nägel (S. A.). 5. *mudrikā* »Ring«, ein kleines Messer für Halsoperationen (S. A.). 6. *utpalapattra* »Lotusblatt«, dem Blumenblatt des blauen Lotus gleichend. 7. *ardhadhāra* »einschneidig« oder *adhyardhadhāra* »anderthalbschneidig« (S. A.). Nach S. A. hat 6. eine lange, 7. eine kurze Spitze, nach Su. dienen 3—7 für tiefe und oberflächliche Schnitte. 8. *sūcī* »Nadel« zum Nähen, von 3 Arten, je nachdem sie für fleischige Körperteile, für Knochen, Gelenke u. dgl. oder für die gefährlichen Stellen am Magen oder Darm gebraucht wird (S. A.). 9. *kuśapattra* »Kuśablatt« d. h. so geformt, nach S. A. 2 Handbreiten lang. 10. *āṭīmukha* »Āṭīschnabel«, ebenso geformt wie der Schnabel von Turdus ginginianus, auch 2 Handbreiten lang (S.). 11. *śarārīmukha* »Reiherschnabel«, nach D. eine Art Schere, nach A. ein Trokar. 12. *antarmukha* »mit Spitzen in der Mitte«, nach S. A. sichelförmig, 1¹/₂ Fingerbreiten lang, nach Su. (Hoernle) eine krumme Schere mit geraden Klingen in der Mitte. 13. *trikūrcaka* Trokar. 8—13 dienen nach Su. zum Reinigen von Abscessen. 14. *kuṭhārikā* »Axt«, mit einer ¹/₂ Fingerbreite breiten Klinge von der Form eines Kuhzahns. 15. *vrīhimukha* »Reiskornspitze«, die Klinge 1¹/₂ Handbreiten lang, ein spitzes Instrument zum Abzapfen von Flüssigkeit bei Wassersucht, Abscessen u. dgl. und zum Aderlassen (S. A.). 16. *ārā* »Ahle«, viereckig, aber mit einer runden Spitze versehen, zum Durchbohren des Ohrläppchens und zur Untersuchung von Geschwülsten dienend (S. A.). 17. *vetasapattra* »Rotangblatt« d. h. so geformt, spitz und zum Durchbohren oder Punktiren (*vyadhana*) dienend, was nach Su. überhaupt die Bestimmung von 14—17 ist. 18. *baḍiśa* »Fischhaken«, mit gekrümmter Spitze, um geschwollene Mandeln, Pterygium u. dgl. damit zu fassen (S. A.). 19. *dantaśaṅku* (*dantalekhana*) »Zahnstocher«, viereckig, dient zur Entfernung von Weinstein. 20. *eṣaṇī* »Sonde«, von zwei Arten, nämlich entweder mit regenwurmartiger Spitze zum Sondiren von Wunden, oder nadelartig und mit einem Ätzfaden umwunden, um Fisteln aufzureissen (S. A.). In S. A. sind es 26 *śastra*, darunter ausser obigen noch eine Schere (*kartarī*) zum Abschneiden von Sehnen, Fäden, Haaren u. dgl., ein spitziges Instrument (*śalākā*) von Kupfer, mit einer Spitze wie ein Getreidekorn, zum Starstechen, ein Rührstock (*khaja*) mit 8 Stacheln zur Bewirkung von Nasenbluten u. a. Nach Su. sind die meisten *śastra* 6 Fingerbreiten lang. Die Schneiden sollen so scharf sein, dass man die Haare am Körper damit zerschneiden kann. Als stellvertretende Instrumente (*anuśastra*) gelten Blutegel, Ätzmittel und Feuer, ferner Glas, Bergkrystall, Rubin, Adular, Baumrinde zum Schneiden, Haare, die Finger oder frische Schösslinge zum Sondiren, die Nägel zum Herausziehen oder Einschneiden u. dgl.