Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s6: § 27. Chirurgische Operationen
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s6
- Language
- German
Contents
- c33.s6.11 — 4 parts
§ 27. Chirurgische Operationen
c33.s6.1
¹ Garbe, Die ind. Mineralien 60.
c33.s6.2
¹ Die arabischen Zahlen beziehen sich auf die am Schlusse jedes Paragraphen zusammengestellten Litteraturnachweise.
c33.s6.3
Die grosse Chirurgie (*śalya*) handelt von der Herausziehung von Fremdkörpern aus dem Körper (§ 81), ferner von den stumpfen und scharfen Instrumenten, von Ätzen und Brennen und von *vraṇa* (Wunden im weitesten Sinn, s. § 78). Die kleine Chirurgie (*śālākya*) umfasst alle Erkrankungen des Kopfes, namentlich die Augenleiden (§ 82). Jede dieser beiden Wissenschaften bildet einen der acht Hauptteile der Medicin (*āyurveda*), und Su. stellt sie an die Spitze derselben, namentlich hebt er die besondere Wichtigkeit des *śalya* hervor (Su. 1, 1, 3 ff.). Die wichtigeren Operationen, wie die Laparotomie, die Steinoperation, die Staroperation u. a. sollen später bei den betreffenden Krankheiten beschrieben werden, daher mögen hier nur einige allgemeinere Vorschriften Platz finden.
c33.s6.4
Die chirurgischen Operationen zerfallen in acht Arten: Ausschneiden, Einschneiden (Aufschneiden), Scarificiren, Punktiren, Sondiren, Ausziehen, Ausdrücken, Nähen. Der Arzt muss dazu bereit halten: stumpfe und scharfe Instrumente, Ätzmittel und Feuer, spitze Instrumente (*śalākā*), ein Horn (zum Schröpfen), Blutegel, einen hohlen Flaschenkürbis (für Flüssigkeiten), Katheter, Baumwolle, Tuch, Faden, Blätter, Verbandzeug, Honig, zerlassene Butter, Fett, Milch, Öl, Erfrischungsmittel, abgekochte Arzneien, Salben, Teige, Fächer, kaltes und heisses Wasser, Pfannen; auch sollen ihm zuverlässige und kräftige Gehülfen zur Seite stehen. Die Operation soll unter einer glückverheissenden Constellation stattfinden, mit einer religiösen Ceremonie eingeleitet und von einem längeren Gebet des Arztes gefolgt werden. Der Kranke darf vorher nur wenig gegessen haben, setzt sich dem Arzt gegenüber und wird festgebunden. Bei Geschwüren oder Wunden (*vraṇa*) ist das Instrument mit Vermeidung von gefährlichen Stellen, Adern, Knochen u. dgl. einzuführen, bis Eiter zum Vorschein kommt, dann rasch zurückzuziehen, eventuell der Einschnitt zu wiederholen. Je nach dem Körperteil sollen die Schnitte schief, rund oder halbkreisförmig sein. Bei Dystocie, Bauchanschwellung, Hämorrhoiden, Mastdarmfistel, Mundkrankheiten darf der Patient vor der Operation nichts geniessen. Nach derselben soll der Arzt ihn mit kaltem Wasser erfrischen, die Wunde überall mit den Fingern auspressen, zusammendrücken, mit Arznei auswaschen, mit einem Tuch abwischen, hierauf eine mit einem dick aufgetragenen Teig von Sesamsamen, vermischt mit Honig und Butter, beschmierte, mit Arzneien getränkte Einlage machen, über die dann wieder ein Teig kommt, über diesen eine Compresse, worauf das Ganze mit einem Tuch festzubinden ist. Es folgen Räucherungen und Zaubersprüche. Nach drei Tagen ist der Verband zu erneuern. Der Heilungsprocess darf nicht übereilt werden, so lange noch Eiter vorhanden ist. Der Kranke muss Diät halten (Su. 1, 5). Nach S. 1, 38, A. 1, 29 soll man dem Kranken vor der Operation nach Wunsch zu essen und Branntwein zu trinken geben, damit er nicht ohnmächtig wird und im Rausch das Messer nicht fühlt.
c33.s6.5
² Cowell and Gough, The Sarva-Darśana-Saṃgraha 137—44.
c33.s6.6
³ Vgl. ZDMG. 54, 263; Dutt, Mat. Med. XII, 22 ff.
c33.s6.7
Von den acht obigen Operationen wird das Ausschneiden empfohlen bei Mastdarmfistel, durch Schleim verursachten (unreifen) Knoten, dunkeln Muttermalen, brandigen Wundrändern (?), Tumoren, Hämorrhoiden und ähnlichen Auswüchsen (*carmakīla*), Fremdkörpern in den Knochen oder im Fleisch, haarigen Muttermalen, Fleischauswüchsen (im Gaumen), geschwollenen Mandeln, fauligen Geschwüren an den Sehnen, dem Fleisch oder den Adern, Knötchen am Hals und anderen Körperteilen, Geschwüren am Penis (*śataponaka*), einer roten Geschwulst im Gaumen (*adhruṣa*), Abscessen am Penis, Fleischgeschwulst (in der Vagina?), Geschwulst am Weisheitszahn. Einschnitte eignen sich für tiefliegende Abscesse, Knoten, Rose, Hodengeschwulst, Abscesse an den Hoden oder Achselhöhlen, von Harnruhr entstehende Furunkeln, Geschwülste (*śopha*), Erkrankungen der Mammae, Pusteln am Penis, Cysten an den Augenlidern, Geschwüre auf dem Fuss, Fisteln, die Halsgeschwülste *vṛnda* und *ekavṛnda*, die Penisgeschwüre *puṣparikā* und *alaji*, die meisten »leichteren Krankheiten« (§ 67), Geschwülste (*puppuṭa*) an Gaumen und Zähnen, Abscess an den Mandeln, harte Geschwulst im Schlunde und eiternde oder aus Fett entstehende Geschwülste; dagegen ist die Blase nur bei Stein zu öffnen. Zu scarificiren sind die vier heilbaren Arten von *rohiṇī* (Halsentzündung), weisser Aussatz (*kilāsa*), eine von Fett entstandene Geschwulst an den Zahnwurzeln, Knoten, Geschwüre, Geschwülste an der Zunge, Hämorrhoiden, kreisförmige Flecken, Fleischauswüchse oder -Erhöhungen. Zu punktiren sind die verschiedenen Adern, Hydrocele und Wassersucht. Zu sondiren sind Fisteln, die einen Fremdkörper enthalten, und unregelmässige Wunden. Herauszuziehen sind die drei Arten von Sand oder Gries, Weinstein an den Zähnen, Stein, Fremdkörper, ein toter Fötus und im After angehäufter Kot. Auszudrücken sind Abscesse mit Ausnahme der schwersten Form, lepröse Hautleiden (*kuṣṭha*), locale Schwellungen, Geschwüre am Ohrläppchen, Elephantiasis, Blutvergiftung, Tumoren, Rose, Zahngeschwülste und viele andere Geschwülste und Hautausschläge. Zu nähen sind Geschwülste, die aus Fett entstehen, nachdem man sie aufgeschnitten und gereinigt hat, Wunden und Verletzungen an beweglichen Gelenken. Die Fäden beim Nähen sollen aus Flachs oder Hanf und anderen Pflanzenfasern oder aus Sehnen oder Schweifhaaren von Tieren bestehen. Je nach dem Körperteil sei die Nadel 2—3 Fingerbreiten lang und rund, dreieckig oder krumm. Die wohl zusammengenähten Teile sind mit Baumwolle oder Linnen zu bedecken, mit heilenden Pulvern zu bestreuen und dann zu verbinden (Su. 1, 25).
c33.s6.8
Über die 14 Verbände bei Su. s. § 78. Nach S. A. gibt es 15 meist nach ihrer Form benannte Verbände (*bandha*). An den Hinterbacken, Achselhöhlen, Weichen, Oberschenkeln und dem Kopf ist ein fester, an den Armen und Beinen, dem Gesicht, den Ohren, dem Hals, Penis, Scrotum, Rücken, den Seiten, dem Bauch und der Brust ein mittelfester, an den Augen und an den Gelenken ein loser Verband anzulegen. Bei leprösen Hautleiden, Brandwunden, Harnruhrfurunkeln, bei durch Ätzmittel oder Gift verursachten Wunden und dergleichen Fällen ist von Verbänden abzusehen (S. 1, 38; A. 1, 29; vgl. Su. 1, 18).
c33.s6.9
§ 28. Chirurgische Instrumente. — Beschreibungen chirurgischer Instrumente, und zwar im Wesentlichen übereinstimmend, liegen nur bei Su.
c33.s6.10
¹ Vgl. TRENDELENBURG, De vet. Indorum chirurgia. Berl. Diss. 1866; HÄSER, Übersicht der Geschichte der Chirurgie 3—5 (Breslau 1879).
c33.s6.11.1
(1, 7 f.) S. (1, 34) A. (1, 25 f.) vor¹. Von den zwei Arten von Instrumenten, nämlich den stumpfen (*yantra*) und den scharfen (*śastra*) zerfallen die ersteren wieder in 6 Unterarten mit im Ganzen 101 stumpfen Instrumenten, wozu aber nach Su. als wichtigstes aller *yantra* die Hand gehört, da man ohne dieselbe keine Operation ausführen kann². Der Hauptzweck der *yantra* ist die Herausziehung von Fremdkörpern (*śalya*) aus dem Körper, doch heben S. A. hervor, dass sie auch dazu dienen, bei schweren Operationen mit Messer, Feuer oder Ätzmitteln z. B. bei Hämorrhoiden oder Fisteln die gesunden Körperteile zu schützen, und dass auch Klystierbeutel, Schröpfhörner, hohle Flaschenkürbisse und andere Geräte zu den *yantra* zu rechnen sind. 1. *svastikayantra* »kreuzförmige Instrumente« (Zangen) sollen in der Regel aus Eisen verfertigt werden, 18 Fingerbreiten lang, die Enden den Köpfen von Raubtieren und -Vögeln ähnlich, die Arme der Zange durch einen Stift, dessen Kopf die Grösse einer Linse hat, zusammengehalten und da, wo man anfasst, gebogen. Nach Su. gibt es 24 *svastikayantra*, 9 an den Spitzen den Köpfen von Löwen, Tigern, Wölfen und anderen Raubtieren und 15 den Köpfen von Krähen, Reihern, Geiern, Falken und anderen Raubtieren gleichende. S. A. geben keine bestimmte Anzahl an. Sie dienen zur Herausziehung von Fremdkörpern aus den Knochen, und zwar die 9 raubtierköpfigen von solchen Fremdkörpern, deren Ende hervorsteht, also leicht fassbar ist.
c33.s6.11.2
Die beste, an allen Körperteilen anwendbare Zange ist die reiherköpfige. 2. *saṃdaṃśa* »Zangen«, von zwei Arten, mit oder ohne Arme, 16 Fingerbreiten lang, zum Herausziehen von *śalya* aus der Haut, dem Fleisch, den Adern oder Sehnen. S. A. erwähnen noch zwei *saṃdaṃśa*: eine kleinere Art, 6 Fingerbreiten lang, zum Herausziehen von Haaren in der Nase oder an den Augenlidern, wildem Fleisch an Wunden u. dgl., und die am Griff mit einem Ring versehene Zange *mucuṇḍi*, die zum Herausziehen des Restes von abgeschnittenem Pterygium oder zur Beseitigung von wildem Fleisch bei tiefen Geschwüren dient. 3. *tāla* »Haken«, 12 Fingerbreiten lang, dem Mund eines grossen Fisches gleichend. Es gibt zwei Arten, nämlich ein einfacher und ein Doppelhaken: sie dienen zum Herausziehen von Fremdkörpern aus den Ohren, der Nase oder einer Fistel. 4. *nāḍīyantra* »Röhren«, 20 Arten, mit einer Mündung am einen Ende oder an beiden Enden, von verschiedener Länge und Stärke, je nach dem Organ, in das man sie einführt, zum Herausziehen von Fremdkörpern aus den Canälen, z. B. aus dem Ohr, zur Diagnose, z. B. von Halskrankheiten, zum Aussaugen, z. B. von Gift, und zur Erleichterung von Operationen, z. B. zum Auswaschen von Wunden oder zur Einführung von Arzneistoffen dienend.
c33.s6.11.3
Diese Röhren finden Anwendung bei Mastdarmfistel, Hämorrhoiden, Tumoren, Geschwüren, Klystieren, Injectionen in die Harnröhre, Hydrocele, Wassersucht, Inhalationen, Stricturen der Harnröhre und des Mastdarms, auch gehören dazu die Flaschenkürbisse und Hörner zum Schröpfen. S. A. beschreiben einige dieser *nāḍīyantra* näher, so eine 10 Fingerbreiten lange und 5 Fingerbreiten starke Röhre zur Untersuchung eines im Hals steckenden *śalya*, eine kurze, aber dicke Röhre zum Untersuchen und Ätzen oder Operiren von Hämorrhoiden, eine 16 Fingerbreiten lange Röhre zur Untersuchung der weiblichen Genitalien u. a. 5. *śalākāyantra* »ahlenartige Instrumente«, 28 an der Zahl, nämlich 7 mit regenwurmartigen Enden zum Sondiren, 2 mit Enden wie ein Pfeilschaft zum Bewegen, 2 mit Enden wie eine Schlangenhaube zum Verschieben, 2 mit hakenförmigen Spitzen zum Herausziehen, 2 mit etwas gebogenen Enden von der Form einer halben Linse zum Herausziehen von *śalya* aus den äusseren Organen, 6 mit turbanartigen, mit Baumwolle umwickelten Spitzen zum Abwischen (von Eiter, Blut, Ätzmitteln u. dgl.), 3 mit löffelartigen Spitzen zur Einführung von Ätzmitteln, 3 mit Spitzen wie Jambufrüchte zum Ätzen und Brennen, 1 mit einer Spitze wie ein halber Fruchtkern zum Herausziehen oder Ausbrennen einer Geschwulst in der Nase, 3 weitere *śalākāyantra* zum Brennen und je 1 zur Einführung von Augensalben und zur Reinigung der Harnröhre. S. A.
c33.s6.11.4
nennen noch einen Fötushaken (*garbhaśaṅku*) zur Extraction eines stecken gebliebenen (toten) Fötus, ein hakenförmiges Instrument wie eine Schlangenhaube zum Herausziehen von Harnsteinen, ein Instrument mit einer Spitze wie ein Pfeilschaft zum Herausziehen schlechter Zähne, einen Ohrlöffel u. a. 6. Als die 25 *anuyantra* »secundäre *yantra*, Hilfswerkzeuge« gelten ein Magnet (zum Herausziehen von Fremdkörpern), ein Pferdezaumring und Baumzweig (zum gleichen Zweck), Faden, Tücher und Verbandzeug, ein Hammer (zur Lockerung von Fremdkörpern), Ätzmittel, Feuer und Arzneien, die Hand- und Fussflächen, die Zunge, die Zähne, Nägel und der Mund, die Zeit, die Verdauung, die Aufheiterung u. dgl.
c33.s6.12
Die Messer oder scharfen Instrumente (*śastra*), die ein geschickter Schmied aus Eisen anfertigen soll, zerfallen nach Su. in 20 Arten: 1. *maṇḍalāgra* »mit abgerundeter Spitze«, nach D. entweder rund oder wie ein Rasiermesser geformt, 6 Fingerbreiten lang, nach S. A. bei Krankheiten der Augenlider zum Scarificiren und Durchschneiden anzuwenden. 2. *karapattra* »Säge«, nach S. A. 10 Fingerbreiten lang und 2 breit, fein gezähnt, zum Durchsägen der Knochen dienend. Nach Su. dienen 1. und 2. zum Durchschneiden und Scarificiren. 3. *vṛddhipattra* »Rasiermesser«, spitz zulaufend oder abgestumpft, je nachdem es für eine hohe oder tiefe Geschwulst gebraucht wird, zu tiefen oder oberflächlichen Schnitten oder zum Durchschneiden dienend (S. A.). 4. *nakhaśastra* »Nagelmesser«, mit gerader oder krummer Klinge, zum Herausziehen von Dornen und anderen kleinen Fremdkörpern und zum Schneiden oder Spalten der Nägel (S. A.). 5. *mudrikā* »Ring«, ein kleines Messer für Halsoperationen (S. A.). 6. *utpalapattra* »Lotusblatt«, dem Blumenblatt des blauen Lotus gleichend. 7. *ardhadhāra* »einschneidig« oder *adhyardhadhāra* »anderthalbschneidig« (S. A.). Nach S. A. hat 6. eine lange, 7. eine kurze Spitze, nach Su. dienen 3—7 für tiefe und oberflächliche Schnitte. 8. *sūcī* »Nadel« zum Nähen, von 3 Arten, je nachdem sie für fleischige Körperteile, für Knochen, Gelenke u. dgl. oder für die gefährlichen Stellen am Magen oder Darm gebraucht wird (S. A.). 9. *kuśapattra* »Kuśablatt« d. h. so geformt, nach S. A. 2 Handbreiten lang. 10. *āṭīmukha* »Āṭīschnabel«, ebenso geformt wie der Schnabel von Turdus ginginianus, auch 2 Handbreiten lang (S.). 11. *śarārīmukha* »Reiherschnabel«, nach D. eine Art Schere, nach A. ein Trokar. 12. *antarmukha* »mit Spitzen in der Mitte«, nach S. A. sichelförmig, 1¹/₂ Fingerbreiten lang, nach Su. (Hoernle) eine krumme Schere mit geraden Klingen in der Mitte. 13. *trikūrcaka* Trokar. 8—13 dienen nach Su. zum Reinigen von Abscessen. 14. *kuṭhārikā* »Axt«, mit einer ¹/₂ Fingerbreite breiten Klinge von der Form eines Kuhzahns. 15. *vrīhimukha* »Reiskornspitze«, die Klinge 1¹/₂ Handbreiten lang, ein spitzes Instrument zum Abzapfen von Flüssigkeit bei Wassersucht, Abscessen u. dgl. und zum Aderlassen (S. A.). 16. *ārā* »Ahle«, viereckig, aber mit einer runden Spitze versehen, zum Durchbohren des Ohrläppchens und zur Untersuchung von Geschwülsten dienend (S. A.). 17. *vetasapattra* »Rotangblatt« d. h. so geformt, spitz und zum Durchbohren oder Punktiren (*vyadhana*) dienend, was nach Su. überhaupt die Bestimmung von 14—17 ist. 18. *baḍiśa* »Fischhaken«, mit gekrümmter Spitze, um geschwollene Mandeln, Pterygium u. dgl. damit zu fassen (S. A.). 19. *dantaśaṅku* (*dantalekhana*) »Zahnstocher«, viereckig, dient zur Entfernung von Weinstein. 20. *eṣaṇī* »Sonde«, von zwei Arten, nämlich entweder mit regenwurmartiger Spitze zum Sondiren von Wunden, oder nadelartig und mit einem Ätzfaden umwunden, um Fisteln aufzureissen (S. A.). In S. A. sind es 26 *śastra*, darunter ausser obigen noch eine Schere (*kartarī*) zum Abschneiden von Sehnen, Fäden, Haaren u. dgl., ein spitziges Instrument (*śalākā*) von Kupfer, mit einer Spitze wie ein Getreidekorn, zum Starstechen, ein Rührstock (*khaja*) mit 8 Stacheln zur Bewirkung von Nasenbluten u. a. Nach Su. sind die meisten *śastra* 6 Fingerbreiten lang. Die Schneiden sollen so scharf sein, dass man die Haare am Körper damit zerschneiden kann. Als stellvertretende Instrumente (*anuśastra*) gelten Blutegel, Ätzmittel und Feuer, ferner Glas, Bergkrystall, Rubin, Adular, Baumrinde zum Schneiden, Haare, die Finger oder frische Schösslinge zum Sondiren, die Nägel zum Herausziehen oder Einschneiden u. dgl.
c33.s6.13
¹ Abbildungen auf Grund von Su.s Beschreibungen bei Wise, Comm. 168, in den Su.-Ausgaben von Abinash Chunder Kaviratnya und Jib. Vidy.³, in Sir Bhagvat Sinh Jees History of Aryan Medical Science 182 u. a. —
c33.s6.14
² Vgl. P. Jivanram Vaidya, Forceps used by the Ancients of India (Bombay 1892).
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