Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c34.s2.7
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c34.s2.7
- Language
- German
c34.s2.7
am Herzen die Rede, welche die Lebenskraft durch den ganzen Körper leiten (S.), oder von 72 000 Röhren (*nāḍī*), die von dem Herzen ausgehen (Y.). 175 Adern enthalten Luft, je eben so viele Galle, Schleim und Blut. Die Luftadern sind rötlich und füllen sich mit Luft, die Gallenadern sind weiss und blau, die Schleimadern kalt, weisslich und unbeweglich, die Blutadern rot und lauwarm. Beim Aderlassen muss man gewisse Adern vermeiden. Die 24 (nach C. V. Y. 200) Röhren (*dhamanī* d. h. Gefässe und Nerven) gehen ebenfalls vom Nabel aus, doch wird es als ein Irrtum bezeichnet, sie nur für eine Abart der *sirā* zu halten. Es giebt 10 nach oben gehende *dhamanī*, welche die fünf Sinnesthätigkeiten, das Ein- und Ausatmen, Gähnen, Niesen, Lachen, Sprechen u. s. w. bewirken, 10 abwärts gehende, welche die Winde, Harn und Kot, Samen und Menstrualblut nach unten leiten, und 4 quer durch den Körper laufende, mit unzähligen Verzweigungen im ganzen Körper, welche den Schweiss hinausleiten u. s. w. Bei C. V. Y. sind es 3 956 000 (2 900 956) *sirā* und *dhamanī*. Eine andere Art von Kanälen sind die *srotas*, deren es je 2 für den Atem, die Speisen, das Wasser, den Chylus, das Blut, Fleisch, Fett, den Harn, Kot, Samen und das Menstrualblut gibt. Wichtig für die ärztliche Praxis sind die 107 *marman* d. h. gefährliche Stellen im Fleisch, in den Adern, Sehnen, Knochen und Gelenken, deren Sitze genau beschrieben werden. Sie werden auch nach dem Gesichtspunkt eingeteilt, ob Verletzungen sofort tödlich sind, oder erst nach einiger Zeit den Tod herbeiführen, oder nach dem Herausziehen des Pfeils oder sonstigen Fremdkörpers, oder ob sie nur Lahmheit, oder nur Schmerz bewirken. Zu der ersten Klasse der *marman* gehört das Herz, der Sitz der drei *guṇa* und der geistigen Thätigkeit (Su. 3, 6, 30; A. 3, 4, 13; Ar.). Ich erwähne noch die 16 Sehnen (*kaṇḍarā*), aus denen auch die Nägel hervorgehen, die 16 »Netze« (*jāla*), die 6 »Ballen« (*kūrca*) an den Händen und Füssen und am Hals, die 4 »Stricke« (*rajju*) am Rückgrat, die 7 »Nähte« (*sevanī*, 5 am Kopf, je eine an der Zunge und am Penis), die man bei Operationen vermeiden muss, und die 14 »Knochengruppen« mit den entsprechenden »Scheidelinien« (*sīmanta*, C. 4, 7; Su. 3, 5—9; S. 3, 5—7; A. 3, 3f.; Bh. l. c.).
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