Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.12
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.12
- Language
- German
c35.s1.12
Von der Mutter stammen Blut, Fleisch, Fett, Mark, Nabel, Herz, Leber, Milz, Nieren, Blase, Mastdarm, Bauch, After, Eingeweide, Lunge, Netzhaut, überhaupt die weichen Körperteile. Vom Vater stammen Haare und Bart, Nägel, Zähne, Knochen, Adern, Sehnen, Gefässe und Samen, überhaupt die harten Körperteile. Von der Seele, die sich beim Eintritt in den Mutterleib mit Samen und Menstrualblut vereinigt, stammen das Leben, die Erkenntnis der Allseele (*ātman*), der Geist, die Sinne, Freude und Schmerz, Liebe und Hass, Einsicht und Erinnerung und andere geistige Potenzen (C. 4, 3, 3—21; Su. 3, 3, 29; S. 2, 5, 220; A. 2, 3, 4—8). Aus dem Blute entstehen Leber und Milz, nach S., indem es von der durch den Hauch in den Gedärmen (*samāna*) angefachten Körperhitze gekocht wird. Die Lunge entsteht aus dem Schaum, der Magen (*uṇḍuka*) aus dem Secret des Bluts. Aus einem Extract (*prasāda*) von Blut und Fett entstehen die Nieren, aus einem Extract von Fleisch, Blut, Schleim und Fett die Hoden. Die Eingeweide entstehen nach S. aus einem Extract von Blut und Fleisch, nach Su. wird ein Extract von Blut und Schleim durch die Galle gekocht, worauf auch der Wind hinzutritt, so entstehen dann durch Kochen im Unterleib die Eingeweide, der After und die Blase. Der Wind, von Hitze begleitet, bahnt sich Kanäle, durchdringt das Fleisch und bringt überall Muskeln hervor, auch bildet er die Adern und Sehnen, nachdem er aus dem Fett fettige Stoffe aufgenommen hat. Das Herz entsteht aus einem Extract von Schleim und Blut. Es gleicht einem umgekehrten Lotuskelch, der sich öffnet, wenn der Mensch wacht, und schliesst, wenn er schläft. Es ist vorzugsweise der Sitz der geistigen Thätigkeit (Su. 3, 4, 22—29; S. 2, 5, 222 f.).
Cites (4)
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Carakasaṃhitā — Agniveśa (Āyurveda) & Caraka, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Śārṅgadharasaṃhitā — Śārṅgadhara (physician), Sanskrit