Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.4.3
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.4.3
- Language
- German
c35.s1.4.3
Um einen Sohn zu erzielen, findet nach Feststellung der Schwangerschaft, wie nach den Gṛhyasūtras,¹ unter dem Sternbild Puṣya die Ceremonie *puṃsavana* (»Manneszeugung«) statt, wobei drei bis vier Tropfen von Milch, vermischt mit einem Extract von Ficus indica und anderen Gewächsen, als Nasenmittel in das rechte Nasenloch der Schwangeren geträufelt werden, sie darf die Flüssigkeit nicht ausspucken. Wenn der Mann sich eine Tochter wünscht, bringt er die Flüssigkeit in das linke Nasenloch der Schwangeren (C. 4, 8, 13 f.; Su. 3, 2, 28; S. 2, 1, 200; A. 2, 1, 37—42). Hieran schliessen sich, auch wie nach den Gṛhyasūtras,² Gebräuche, welche die Verhinderung einer befürchteten Fehlgeburt bezwecken (*garbhasthāpana*), besonders wenn nach Eintritt der Schwangerschaft die Menses vom 4. Monat ab sich wiederholen oder stechende Schmerzen in der Blase, den Seiten, der Hüfte und dem Scheideneingang auftreten. Man lege die Wöchnerin auf ein weiches und kühles Bett, mit etwas gesenktem Kopf, stecke ihr mit gewissen Substanzen eingeriebene feuchte Tücher in die Scheide und Harnröhre, bestreiche ihr den Unterleib zwischen dem Nabel und den Genitalien mit gewissen Flüssigkeiten und lasse sie in sehr kaltem Wasser untertauchen;