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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s1.11

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s1.11

Language
German

c36.s1.11

Besonders gefährlich ist das aus einer Störung aller drei Grundsäfte hervorgehende Fieber (*saṃnipātajvara*), das, wenn es in ganz ausgeprägter Form auftritt, nicht geheilt werden kann, und auch sonst schwer heilbar ist, oder dauernde Kränklichkeit zurücklässt. Am 7., 10. oder 12. Tage nimmt dieses Fieber einen gefährlichen Charakter an, worauf es entweder aufhört oder zum Tode führt. Allgemeine Symptome: plötzlicher Wechsel zwischen Hitze und Frost, Schmerzen in den Knochen, Gelenken und im Kopf, die Augen thränend, trübe, weit aufgerissen und verdreht, die Ohren klingend und schmerzend, der Hals wie mit den Spitzen von Ähren bedeckt, Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit, Phantasiren, Husten, Asthma, Übelkeit, Schwindel, die Zunge verbrannt und rauh anzufühlen, Schlaffheit der Glieder, Auswurf von Blut und Galle, vermischt mit Schleim, Wackeln des Kopfes, Durst, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, seltene und spärliche Absonderung von Schweiss, Harn und Kot, Abmagerung der Glieder, fortwährende Geräusche in der Kehle, dunkelrote Pusteln und Beulen, Stummheit, Entzündung der Kanäle, Schwere des Unterleibs, langsame Verdauung, Tollheit, Irrereden, schwarze Zähne, grosse Schläfrigkeit bei Tage, Wachen in der Nacht, starker Schweiss oder gar kein Schweiss, Verstopfung oder (häufige aber) ungenügende Stühle, Verfall der Kräfte, Heiserkeit u. a. Es werden dreizehn Arten dieses Fiebers, deren Nomenclatur jedoch wechselt, aufgezählt und beschrieben. Allgemein bekannt ist *abhinyāsajvara*, bei dem Augen und Ohren ihren Dienst versagen, auch Geruch und Gefühl aufhören, der Kranke stöhnt, wenig spricht oder ganz stumm bleibt, hilflos, schläfrig und schweratmend daliegt, phantasirt, keine Nahrung zu sich nehmen will, die Zunge steif, die Kehle trocken ist, Schweiss, Kot und Urin ausbleiben, die Augen thränen u. s. w. Nahe verwandt hiermit ist *hataujas* oder *hṛtaujas*, charakterisirt durch Schwund der Kräfte. Zu *sannipātajvara* tritt zuletzt eine Geschwulst an der »Ohrwurzel« hinzu, die leicht tödlich werden kann (C. 6, 3, 50 ff.; Su. 6, 39, 33 ff.; S. 3, 2; A. 3, 2, 27 ff.; M. 34 ff.; Bh. 2, 1, 70 ff.; V. 34 f.).

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