Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s1.16
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s1.16
- Language
- German
c36.s1.16
In der Behandlung des Fiebers hat schon die vedische Medicin den Schritt von der naiven Überantwortung des heissen Fiebers an den kalten Frosch und Anbindung eines grüngestreiften Frosches unter dem Bett des Fieberkranken zur Anwendung der auch späterhin als Fiebermittel vorkommenden Pflanze *kuṣṭha* gemacht.⁵ Zahlreiche Recepte für Fieber enthält die Bowerhs., so wird darin schon die Wirkung von *harītakī* (Terminalia chebula) als Mittel gegen Wechselfieber gepriesen (*2*, *939*). Auch die spätere Litteratur ist reich an Recepten für jede Art des Fiebers, doch wird besonders die Anwendung diätetischer Mittel empfohlen. Im ersten Stadium, bis zu 7, nach Anderen bis zu 10 Tagen nach dem Beginn des Fiebers, soll der Patient überhaupt nichts geniessen, oder doch nur dünne Abkochungen (*yavāgū*) u. dgl. in mässiger Quantität; nur das Wasser darf man ihm nicht entziehen, doch soll er in der Regel nur abgekochtes und erwärmtes Wasser geniessen, da kaltes Wasser das Fieber vermehrt, wie auch Arzneien in diesem Stadium schädlich wirken. Bei Fieber, das gleich nach dem Essen entsteht, ist zunächst ein Brechmittel zu geben. Im Allgemeinen gilt die Regel, zu Anfang Fasten, späterhin Beförderung der Verdauung durch entsprechende Diät, zuletzt Arzneien, nach gestilltem Fieber Purgantien anzuwenden; doch können bei leichtem Fieber auch schon sofort Arzneien gegeben werden. Bei Wechselfieber soll man zunächst nach oben und unten purgiren. Nur wenn andere Mittel nichts geholfen haben, soll bei Fieber jeder Art zur Ader gelassen werden. Wenn der Kopf und der Körper leicht, die Ermüdung, Betäubung und Hitze geschwunden sind, der Mund entzündet ist, der Kopf juckt, Schweiss hervorbricht, Esslust und Niesen entsteht, der Geist wieder normal, der Schmerz vorüber ist, so kann man hieran das Aufhören des Fiebers erkennen. Doch muss der Patient sich auch dann noch vor Anstrengungen, sexuellem Verkehr, Baden, Spazierengehen und Luftzug hüten, bis er wieder ganz zu Kräften gekommen ist (C. 6, 3, 81—217; Su. 6, 39, 83—299; A. 4, 1; S. 4, 1; Bh. 2, 1, 7—125; Vṛ. 1, 25 ff.).¹²³⁴⁵
Cites (7)
- Carakasaṃhitā — Agniveśa (Āyurveda) & Caraka, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Śārṅgadharasaṃhitā — Śārṅgadhara (physician), Sanskrit
- Bhāvaprakāśa — Bhāvamiśra 1550, Sanskrit
- Bower Manuscript — Sanskrit
- Siddhayoga (Vṛndasuni) — Vṛndasuni, Sanskrit