Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.10
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.10
- Language
- German
c36.s2.10
Die Behandlung des Durchfalls soll mit Fasten beginnen, bei acutem Durchfall (*amātisāra*) soll man nicht sogleich ein Stopfmittel geben, da aus unzeitigem Stopfen viele Krankheiten entstehen, wie Gelbsucht, Milzvergrösserung, Trommelsucht, Flatulenz, *grahaṇī*, Bauchanschwellung, Hämorrhoiden, Fieber u. a. Wenn der Patient durstig ist, gebe man ihm Wasser, in dem gewisse zusammenziehende Arzneistoffe abgekocht sind, wenn er ganz ausgehungert ist, leichte Speisen. Bei Kolik und Flatulenz gebe man Brechmittel, bei häufigen, aber geringen und verstopften Ausleerungen ein Purgirmittel. Weiterhin werden für acuten Durchfall eine grosse Menge von Astringentien, wie Belfrucht (*bilva*), Deodarholz (*devadāru*) u. a. empfohlen. Noch mehr Stopfmittel werden für chronischen Durchfall verordnet, ferner verschiedene Klystiere u. s. w. Bei lange anhaltendem Durchfall wirkt Milch, mit der dreifachen Quantität Wasser abgekocht, wie Ambrosia. Bei *pravāhikā* werden ähnliche Mittel, besonders auch Milch mit verschiedenen Zuthaten, empfohlen. Bei Durchfall hüte man sich vor Waschungen und Bädern, schweren oder fetten Speisen, körperlicher Anstrengung und Hitze. Wenn der Urin ohne Faeces entleert wird, der Wind (aus dem After) abgeht, der Appetit gut und die Eingeweide leicht sind, so ist die Krankheit vorüber. Bei *grahaṇī* wird besonders Buttermilch empfohlen; die sonstigen zahlreichen Recepte ähneln teilweise denjenigen für *atisāra*; im Allgemeinen sollen appetitreizende, stopfende und die Verdauung befördernde Dinge gegeben werden (C. 6, 19, 15—59; 6, 15, 30—89; Su. 6, 40, 22—130. 133—155. 171--5; S. 4, 11; 4, 12; A. 4, 9; 4, 10; Vṛ. 3, 4). Schon B. enthält viele Recepte für diese Leiden. Spätere Autoren verordnen Quecksilber und Opium.
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