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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s3.1

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s3.1

Language
German

c36.s3.1

— Das rein äusserliche Symptom einer partiellen oder allgemeinen Anschwellung des Unterleibs oder Magens bot Anlass zur Zusammenfassung verschiedener Krankheitszustände als *gulma* und *udara*. Unter *gulma* »Anhäufung« ist eine runde, knotenartige, an- und abschwellende Verhärtung in den Eingeweiden, zwischen Herz und Nabel, zu verstehen, die entweder fest oder beweglich ist. Allgemein werden 5 Arten von *gulma* unterschieden, die sich durch folgende Erscheinungen ankündigen: häufiges Aufstossen, Verstopfung, ein Gefühl von Sättigung, Geräusch und Unruhe in den Eingeweiden, Flatulenz, Verdauungsschwäche, Zurückhaltung des Urins und der Winde, Aufwärtsgehen des Windes. Nach C. bewirkt bei Wind-*gulma* der durch schädliche oder übermässige Nahrung u. s. w. gestörte Wind Schmerzen im Herzen, in der Blase, in den Seiten und im Nabel und ebenda Knoten (Anschwellungen) verschiedener Art. Der Knoten wird bald grösser, bald kleiner, schmerzt bald stark, bald nur wenig, vermöge der Beweglichkeit des Windes ist es so, als ob Ameisen auf dem Leib herumkröchen, der Kranke hat das Gefühl, als ob er mit einer Nadel oder einem Nagel heftig gestochen würde, Abends fiebert er, sein Mund wird trocken, sein Atem beengt, seine Haare sträuben sich, die Milz schwillt an, er leidet an Flatulenz, Unruhe in den Gedärmen, Verdauungslosigkeit, Schmerzen in den Gliedern, am Kopf, in den Schläfen, seine Haut, seine Nägel, seine Augen und sein Mund, sein Urin und sein Kot werden dunkelbraun u. s. w. Bei Galle brennt die Geschwulst und ist weich und druckempfindlich, Haut, Nägel u. s. w. sind grüngelb, er leidet an Fieber, Durchfall u. s. w. Bei Schleim ist die Geschwulst fest und hart, Haut, Nägel u. s. w. sind weiss, er leidet an kaltem Fieber, Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen, Schwindsucht u. s. w. Bei allen drei Grundsäften tritt eine unheilbare Combination aller Symptome ein; unheilbar ist auch ein besonders grosser, den ganzen Leib ausfüllender, oder wie eine Schildkröte vorgewölbter *gulma*. Blut-*gulma* kommt nur bei Frauen vor, als Folge anhaltender Amenorrhöe, besonders nach einem Abortus oder einer Entbindung, und wird von Unkundigen leicht mit Schwangerschaft verwechselt. Die Symptome der vier ersten *gulma* scheinen teils auf Hyperämie der Leber und Milz, teils auf Magenerweiterung und Magengeschwür, teils auf Wanderniere, Wandermilz und ähnliche Zustände zu gehen. Die »Milzvergrösserung« (*plīhā*) erscheint auch oft als besondere Krankheit. Die Behandlung von *gulma* hat sich besonders auf Beseitigung des gestörten Windes zu richten, daher wende man Fett- und Schwitzmittel an, gebe dann ein mildes Abführmittel, Klystiere, Citronensaft und andere sauere, salzige und süsse Säfte, zerlassene Butter mit verschiedenen Zusätzen u. s. w. (M. 202—8; C. 2, 3; 6, 5; Su. 6, 42; S. 4, 16; A. 4, 14; Vṛ. 30; V. 471—87; Bh. 2, 3, 19 ff.).

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