Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s2.4.4
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s2.4.4
- Language
- German
c37.s2.4.4
Nach Su. 2, 5, 15 ff. ist *kuṣṭha* die schlimmste aller Krankheiten, und wer daran stirbt, bekommt sie in einer künftigen Geburt wieder. Auch ist *kuṣṭha* ebenso wie Fieber, Schwindsucht, Ophthalmie und die epidemischen Krankheiten (»Pocken u. dgl.« Co.) durch häufige Berührung, den Atem, Zusammenspeisen, -liegen oder -sitzen, Kleider, Kränze und Salben übertragbar. Das Übergreifen von *kuṣṭha* von der Haut aus auf die übrigen Elemente des Körpers ist mit der allmählichen Ausbreitung der Wurzeln eines Baums in der Erde zu vergleichen. Die höchst zahlreichen Recepte gegen *kuṣṭha*, darunter namentlich die verschiedensten Abkochungen mit Butter und Öl, gehen sowohl auf innerliche als äusserliche Behandlung. Im Allgemeinen soll einmal in jedem Halbmonat ein Brechmittel, einmal in jedem Monat ein Abführmittel, alle drei Tage ein Nasenmittel und alle sechs Monate ein Aderlass zur Anwendung kommen (A. 4, 19, 96 = S. 4, 21, 120 = Su. 4, 9, 41 = Vṛ. 51, 138). Der Kranke soll auch Diät halten, fromme Gebräuche und Askese üben, seine Haare und Nägel kurz halten, Überanstrengung, Verkehr mit Frauen, Fleisch und geistige Getränke meiden, so wird er geheilt (C. 2. 5; 6, 5; Su. 2, 5; 4, 9; S. 3, 14; 4, 21; A. 3, 14; 4, 19; M. 294—305; Bhn 2, 4, 18 ff., V. 647 ff.; Vṛ. 51).