Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s2.6
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s2.6
- Language
- German
c37.s2.6
Auch unter *vāta-rakta*, *-śoṇita*, *vātāsṛj* »Windblut« ist nach Dutt der Aussatz zu verstehen. *Vātarakta* entsteht durch verdorbenes Blut, das zunächst in die Füsse läuft und sich dort staut. Verdorben wird das Blut durch erhitzende Speisen und Getränke und andere Diätfehler, Schlafen bei Tage, weite Gänge in der Hitze, Mangel an Bewegung, Kummer, Zorn u. s. w., besonders wenn man die Beine von einem Wagen oder Reittier herunterhängen lässt (S. A.). Nach Su. zeigt sich in den Füssen Schmerz, Stechen, Trockenheit, Taubheit, oder starkes Brennen, oder sie jucken nur, sind aber weiss, kalt und geschwollen. Nach S. A. sind die Vorzeichen von *vātarakta* ähnlich wie bei *kuṣṭha*, ferner zeigt sich Müdigkeit, Schlaffheit der Glieder, Jucken, Zucken, Reissen, Stechen, Schwere und Taubheit in den Knieen, Beinen, Schenkeln, Hüften, Schultern, Händen, Füssen und Gelenken, diese Erscheinungen kommen und gehen. Weiterhin ist *vātarakta* zuerst *uttāna*, d. h. auf die Haut beschränkt, dann *gambhīra* »tief«, indem es alle sieben Elemente des Körpers ergreift, so dass die Glieder verkrümmt werden und der Kranke lahm wird oder hinkt (C. S. A.). Bei Wind entstehen starke Schmerzen, Zucken und Reissen, die Geschwulst ist schwarz, die Gefässe, Finger und Gelenke sind zusammengekrümmt, die Glieder sind steif und taub und zittern. Bei Blut entsteht eine kupferrote schmerzhafte Schwellung mit Prickeln in der Haut, bei Galle starke Hitze, eiternde Geschwüre, Betäubung und Geistesverwirrung, bei Schleim Schwere, Unempfindlichkeit, Kälte der Haut, Jucken, doch wenig Schmerzhaftigkeit. Manchmal breitet sich das Leiden, nachdem es die Knöchel und Handgelenke ergriffen hat, über den Körper aus. Unheilbar ist die Krankheit, wenn eine offene Wunde bis zum Knie aufwärts entsteht oder die Geschwulst platzt und eitert, oder die Lebenskraft und das Fleisch abnehmen oder andere schlimme Complicationen eintreten, wie Schlaflosigkeit, Asthma, Anschwellung des Fleisches, Ohnmacht, Delirium, Fieber, Betäubung, Rotlauf, Verkrümmung der Finger und Zehen, Lahmheit, Knotenbildung u. a. Die Behandlung ist teils äusserlich, teils innerlich, namentlich werden viele Abkochungen in Butter und Öl empfohlen (C. 6, 29; Su. 2, 1, 39 ff.; 4, 5; S. 3, 16; 4, 24; A. 3, 16; 4, 22; M. 187—90; Bh. 2, 2, 203 ff.; V. 405--25; Vr. 9). Nach den obigen Symptomen kann *vātarakta* nicht ausschliesslich auf Lepra gehen, sondern umfasst auch gichtische und rheumatische Leiden⁸, vielleicht auch andere Hautkrankheiten.
Cites (7)
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Carakasaṃhitā — Agniveśa (Āyurveda) & Caraka, Sanskrit
- Mādhavanidāna (Rugviniścaya) — Mādhavakara, Sanskrit
- Bhāvaprakāśa — Bhāvamiśra 1550, Sanskrit
- Saṃhitā
- Siddhayoga (Vṛndasuni) — Vṛndasuni, Sanskrit