Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s6.8
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s6.8
- Language
- German
c37.s6.8
Ein nach unten verschobener Knochen ist nach oben, ein in die Höhe gegangener nach unten zu pressen. Durch Zerren, Drücken, Aufrichten, Zusammenpressen der Haut und Verbinden bringe man alle Gelenke am Körper zurecht und mache sie fest, dann umwickle man sie mit reichlich mit Butter bestrichenen, wohlthuenden Zeugstreifen, und auf dieselben binde man breite aber dünne und glatte Baststreifen und Holzstückchen von Bambus und anderen Bäumen. Ein loser Verband gibt dem Gelenke keine Festigkeit, ein allzu fester ruft starken Schmerz, Hitze, Eiterung und Geschwulst hervor. Der Verband ist im Sommer alle 3, im Winter alle 7, bei mittlerer Temperatur alle 5 Tage zu erneuern, auch sind kalte Abkochungen von Nyagrodha, lauwarmes Öl und andere Arzneien auf die Stelle zu träufeln, oder diese damit zu salben (A. 6, 27, 11--20). In der Jugend wird das Gelenk nach einem Monat, im mittleren Lebensalter nach zwei, im Alter erst nach drei Monaten wieder fest. Specielle Regeln werden für Verrenkungen und Brüche an den Fusssohlen, Schenkelknochen, Hüftknochen, Rippen, Ellbogengelenken, Knieen, Knöcheln, Handgelenken, Armen, an Nacken und Hals, den Kinnbacken, der Nase, den Ohren, dem Schädel u. a. gegeben. Bei einem Beinbruch sollen, damit der Kranke ganz ruhig liegt und sich nicht bewegen kann, fünf Schienen (*kīlaka*) an verschiedenen Körperteilen angebracht werden. Wenn durch einen Fall oder Schlag ein Glied nur geschwollen ist, ohne verletzt zu sein, sind kalte Umschläge und Waschungen zu machen. Eifrig strebe der Arzt Eiterungen hintanzuhalten, weil dadurch die Heilung erschwert wird (Su. 4, 3; S. A. V. Bh. l. c.; Vṛ. 46).
Cites (4)
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Saṃhitā
- Siddhayoga (Vṛndasuni) — Vṛndasuni, Sanskrit