Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c38.5
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c38.5
- Language
- German
c38.5
3. An der Pupille oder Linse (*dṛṣṭi*). Bei einer Störung der ersten Augenhaut oder Membran (*paṭala*) sieht man alles undeutlich; bei Störung der zweiten ist der Blick sehr getrübt, man sieht Fliegen, Mücken, Netze, Kreise, Fahnen, Strahlen, Ringe u. dgl. und hält Fernes für nahe, Nahes für ferne; bei Störung der dritten sieht man grosse Gegenstände wie mit Tüchern verhüllt, Gesichter ohne Ohren, Nasen und Augen u. dgl. Eine Störung der vierten Membran hemmt das Sehen völlig und heisst *timira* (Dunkelheit) oder *liṅganāśa* (Verlust des Gesichts, Star). Wenn dieses gefährliche Leiden noch nicht ganz entwickelt ist, kann man Sonne, Mond und Sterne und die Blitze in der Luft sehen. Unter den verschiedenen Arten von Star und verwandten Leiden sind hervorzuheben: Störung durch Galle, man sieht alles gelb; Störung durch Schleim, daraus die noch jetzt häufige Nachtblindheit (*naktāndhya*); *hrasvajāḍya*, wobei man am Tag kleine Gegenstände nur mit Mühe sieht; *nakulāndhatā*, wobei man am Tag alles bunt sieht; *gambhīrikā* »tief«, d. h. Atrophie des Auges.