Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s1.1
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s1.1
- Language
- German
c4.s1.1
Die Tradition sowohl der orthodoxen als der heterodoxen Secten Indiens schreibt die Erfindung der Schrift oder wenigstens ihrer Hauptgattung dem Schöpfer Brahmā zu und nimmt dieselbe damit als eine nationale Erfindung der grauesten Vorzeit für Indien in Anspruch. Die erstere Angabe findet sich in der Nārada-Smṛti², einer Bearbeitung der Manusaṃhitā (erwähnt von Bāṇa ca. 620 p. Chr.) und in Bṛhaspati's Vārttika zu Manu³, sowie bei Hiuen Tsiang⁴ und im Samavāyāṅga-Sūtra (trad. Dat. ca. 300 a. Chr.) dessen Bericht im Paṇṇavaṇā-Sūtra (trad. Dat. 168 a. Chr.) wiederholt wird.⁵ Dieselbe wird auch in den Darstellungen des Brahmā zu Bādāmī (ca. 580 p. Chr.) dadurch angedeutet, dass der Gott ein Bündel Palmblätter in der Hand hält⁶, wofür später ein beschriebenes Blatt eintritt⁷.
Cites (4)
- Mānava Dharmaśāstra — Manu & Bhṛgu, Sanskrit
- Bṛhaspatismṛti — Bṛhaspati, Sanskrit
- Nāradasmṛti — Nārada, Sanskrit
- Samavāyaṃga — Sudharman, Ardhamāgadhī Prakrit