Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s2.5
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s2.5
- Language
- German
c5.s2.5
Trotz ihrer Verwendung für die Epigraphie ist die Kharoṣṭhī eine populäre Schreiber- und Geschäftsschrift, wie die durchweg stark cursiven Formen der Buchstaben, das Fehlen der, für den Gebrauch des täglichen Lebens unnützen, langen Vocale, die fast stetige Wiedergabe doppelter, sowie von Gruppen unaspirirter und aspirirter Consonanten durch einfache (*ka* für *kka*) oder den zweiten Teil der Gruppe (*kha* für *kkha*), und der Gebrauch des Anusvāra für alle vocallosen mittleren Nasale, deutlich beweisen⁸. Für die immerhin mögliche Annahme, dass die Kharoṣṭhī auch eine andere, für die Zwecke der Śāstra passende, Gestalt gehabt habe, liegt bis jetzt kein Anhaltspunkt vor.