Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s4.9
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s4.9
- Language
- German
c5.s4.9
4) Mittlere Vocalzeichen, Vocallosigkeit, Anusvāra. — Lange Vocale werden nicht bezeichnet und *a* inhärirt, wie in der Brāhmī, jedem Consonanten. Zur Bezeichnung der anderen Vocale dienen gerade Striche, die bei *i* durch die linke Seite der oberen oder obersten Linien der Consonanten gezogen werden, bei *u* links am Fusse stehen, bei *e* schräg auf den linken Teil der obersten Linie und bei *o* schräg unter denselben fallen, vgl. *tho*, 20. C. IV, d, und u. § 11, B. Mit *A* verbunden, dienen dieselben Striche zur Bezeichnung von *I*, *U*, *E* und *O*, 1. C. IV, a—d. Vocallosigkeit bei ungleichartigen, aufeinander folgenden Consonanten wird, wie in der Brāhmī, durch Verschlingung der Zeichen zu Ligaturen ausgedrückt, in denen meist, ausser in Gruppen mit *ra*, das zweite an das untere Ende des ersten gehängt wird. *Ra* dagegen steht immer am Fusse des mit ihm verbundenen Consonanten, auch wenn es vor demselben zu sprechen ist. Für zwei gleiche Consonanten wird, wie in der Brāhmī, ausser bei Nasalen nur einer gesetzt und für Nōnaspirata und Aspirata nur die letztere. Von zwei unmittelbar aufeinander folgenden Nasalen wird der erste, wie in der Brāhmī, durch den Anusvāra ausgedrückt, der an den vorhergehenden Consonanten tritt.