Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s5.5
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s5.5
- Language
- German
c5.s5.5
§ 11. Der archaische Typus¹. — A. Die Grundzeichen. — 1) Alle Buchstaben, die mit einer verticalen oder schrägen Linie endigen, können am Fusse links einen im spitzen Winkel aufwärts gehenden Strich erhalten, der lediglich zur Begrenzung des Längsstriches dient, T. I: 1, II; 6, II, V; 7, II; 8, II; u. s. w. Endigt der Buchstabe mit zwei verticalen oder schrägen Linien, *ya* und *śa* 34, II, IV, so kann die linke den Aufstrich erhalten. Für denselben tritt in A. Ed. Man. bei *ḍa*, 18, V mitunter eine gerade Linie ein. — 2) *Ca* zeigt drei Varianten a) Kopf mit stumpfem Winkel, 10, I, II, IV; b) Kopf mit Curve, 10, V; c) Kopf mit Curve durch Verticallinie mit dem unteren Teile verbunden, 10, III. -- 3) *Cha* zeigt auch bald Winkel, 11, I, IV, bald Curve am Kopfe, 11, II, und mitunter die cursive Auslassung des Querstriches unter dem Kopfe, 11, II. — 4) Die volle Form von *ja*, 12, I, V, findet sich wenigstens einmal in A. Ed. Sh. und öfter in Man., wo (Ed. V, 24) der Horizontalstrich auch einmal links vom Fusse steht. Der linke Seitenarm des *ja* ist oft gekrümmt, 12, III. -- 5) Bei *ña* wird das zweite verkürzte *na* (s. o. § 9, B. 3) bald rechts, 14, I, V, bald links, 14, III—IV, angesetzt. Einige Male erscheint cursiv rechts ein gerader Strich ähnlich wie in 14, IX. — 6) Die normale Form von *ṭa* ist die von 15, I—II, doch erscheint die linke Barre auch tiefer als die rechte, 15, V; 38, II, oder beide Barren stehen links, 38, VI, oder die Barre rechts wird (besonders in A. Ed. Man.) weggelassen, 15, III. -- 7) *Ta*, 20, ist fast stets kleiner und breiter als *ra*, 31, und meist sind seine beiden Linien von gleicher Länge oder die abwärts gerichtete ist kürzer. Formen wie 20, V sind selten. -- 8) *Di*, 22, II, zeigt zwei Mal, Sh. Ed. IV, 8 und Man. Ed. VII, 33, (wo in der ZDMG irrtümlich *dri* gelesen ist), eine Curve am Fusse rechts, die wohl nur ein Versuch ist, *da* und *na* deutlich zu scheiden. -- 9) Die Aufbiegung des linken Endes von *dha*, 23, V, ist selten und secundär, vgl. § 9, B. 1. Der Zapfen des abnormen *dha*, 38, VIII (A. Ed. Man.), ist ein cursives Substitut für die mitunter scharfe Einbiegung, 23, V. — 10) *Na* mit nach rechts gekrümmtem Kopfe, 24, III, ist in der Silbe *ne* nicht selten. — 11) Das verstümmelte *ma*, 29, I, ist häufiger als das mit Resten des alten Seitenstriches, 29, II—III (vgl. § 9, A. Nr. 12). In Verbindung mit Vocalzeichen erscheint ersteres stets und verdankt solchen Verbindungen ohne Zweifel seine Entstehung. — 12) *La* mit gerundetem Seitenarm, genau wie das spätere in 32, VIII, ist in den A. Ed. selten, findet sich aber in Man. Ed. VI, 29. — 13) Cursiv gerundete *śa*, 34, III, sind selten. Einmal, Sh. Ed. XIII, 1, erscheint ein *śa*, welches einem oben runden *ya* gleicht. — 14) Aus dem ältesten *sa* mit polygonalem Kopfe, 36, V, sind die mit dreieckigen, 36, II, oder halbrunden Köpfen, 36, I, III—IV, cursiv entwickelt. Bei den ersteren fehlt auch mitunter der Verticalstrich, z. B. in Man.
Linked texts (1)
- Aṣṭādhyāyī — Pāṇini, Sanskrit