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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s6.4

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s6.4

Language
German

c5.s6.4

C. Die Ligaturen. — 1) Die Ligaturen der IG.-Münzen, wie *kra* 6, VII, *khre* 39, XIV, *stra* 38, XIV, und die der Śaka-Inschrift, wie *ṣṭe* 22, XIII, *khsa* 25, XIII, *sta* 23, XIII, zeigen nur geringe Abschleifungen. Dasselbe gilt von denen auf den Münzen der Śaka und der älteren Kuṣana, wo aber eine Anzahl neuer Gruppen *psa* 26, XIII, *rma* 28, XIII (vgl. für die Form des *ma*, GARDNER, Cat. Indo. br. C. Pl. 25, 1—2), *śpa* 29, XIII (das wegen des griech. Spalyrises meist irrtümlich *spa* gelesen wird), *śva* 30, XIII (dessen *va* in eine Curve verwandelt ist, vgl. § 11, C. 4) und der rätselhafte Vertreter von *dphi* 27, XIII in Kadphises. Das letztere Zeichen weist oben ein deutliches *pi* auf; der untere Teil aber entspricht keinem bekannten Buchstaben. — 2) Unter den Ligaturen der späteren Kuṣana-Inschr. entsprechen *gra* 8, XI, und *bhra* 28, XII genau den alten Formen und auch das archaische *vra* (*rva*), 39, I, findet sich noch sporadisch in dieser Periode in *sarva*. In *tra* 31, XIII, *tśa* 32, XIII (meist als *tsa* verlesen), *ṣka* 15, XIII und *ṣṭu* zeigen sich die neuen Kuṣaṇaformen der einfachen Zeichen. Dagegen ist in *sva* 37, XIII das *sa* stark verstümmelt; in *rya* 34, XIII, *rva* 33, XII, *sya* 35, XII und *sya* 36, XII, ist die Verschleifung eine neue cursive Entwicklung. Die Kuṣaṇa-Inschriften bieten an allen Stellen, wo man *sta* erwartet stets *tha*, 16, X. Vielleicht ist die Weglassung des Striches nur cursiv und nach Bedürfnis bald *sta* bald *tha* zu lesen.