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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s5.1

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s5.1

Language
German

c6.s5.1

Die Charakteristika des nördlichen Kṣatrapa-Typus (T. III, C. I—II) sind die vollständige Ausgleichung der Länge der oberen Teile der Verticallinien aller Buchstaben ausser *la*, 33, I, der constante Gebrauch der oberen Begrenzungslinie (Serif), für die mitunter schon ein Keilaufsatz wie in *bha*, 29, I, eintritt, und der Gebrauch der auch weiterhin constanten eckigen Formen für *gha*, 10, I; *ja*, 13, I—II; *pa*, 26, I—II; *pha*, 27, I; *ma*, 30, I—II; *la*, 33, I; *ṣa*, 36, I; *ha*, 38, I—II. Andere meist cursive Modernisirungen finden sich in dem cursiven *ca*, 11, I, in dem schiefgelegten *ḍa*, 18, I, in *da*, 23, I, in dem breiter gemachten *bha*, 29, I—II, in dem *ra*, 32, I—II, mit der Curve am Ende, die auch später (vgl. T. IV, 33, IV) sporadisch im Norden vorkommt, in den mittleren Vocalz. *ā* (das in *hā*, 38, II, aufwärts steigt und in *rā*, 32, I, die alte Form bewahrt), *i* (*di*, 23, I), *o* (*gho*, 10, I, *śo*, 35, II) und in der Stellung des Anusvāra über der Linie (*ṇaṁ*, 20, 1). Auch bei *ka* kommt neben der alten Form, 7, I—II, schon die spätere mit gekrümmten Seitenarmen vor (*kṣa*, 40, I). Der obere Teil des abnormen *va*, 34, II, mit zwei Dreiecken, das auch in den Inschriften der Kuṣana³ und sonst sporadisch vorkommt, stellt wahrscheinlich einen hohlen Keilaufsatz vor. In den Inschriften dieses Typus erscheint das mittlere *r* zum ersten Male⁴ und besteht genau, wie das des Kuṣana-Typus in *vṛ* (34, III), aus einer schrägen, nach links gewendeten Linie.