Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s5.2
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s5.2
- Language
- German
c6.s5.2
B. Die nächste Stufe der Entwicklung der Brāhmī im Norden zeigen die Inschriften aus der Zeit der Kuṣanakönige Kaniṣka, Huviṣka und Vāsuṣka oder Vāsudeva (T. III, C. III—V), von denen der erste der Herrschaft der älteren Śaka im östlichen und südlichen Panjab ein Ende machte. Die Inschriften aus der Zeit dieser Könige, welche vom J. 4 (entweder der Śaka-Ära von 77-8 oder des 4. Jahrh. der Seleuciden-Ära) bis zum J. 98 laufen⁵, sind in Mathurā und der nächsten Umgegend sehr zahlreich und sind bis in das östliche Rajputana sowie bis nach Centralindien (Sāñcī)⁶ verbreitet. Trotz einer grossen Verschiedenheit der einzelnen Buchstaben, die oft in den früheren Inschriften modernere Zeichen und in später datirten die älteren Formen der nördlichen Kṣatrapa-Inschriften aufweisen, ist der allgemeine Character des Typus fest ausgeprägt, und wer einmal die gedrungenen breiten Formen der Kuṣanaperiode gesehen hat, wird dieselben schwerlich jemals verkennen.