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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s1.1.4

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s1.1.4

Language
German

c7.s1.1.4

Dagegen erscheinen umgekehrt von da an Inschriften mit nördlichen Formen zunächst in den südlichen Küstenländern, westlich in Gujarat⁴ und östlich bis über Madras⁵ hinaus. Von der Mitte des 8. Jahrh. treten dieselben auch im centralen Dekhan auf und dringen im 12.—13. Jahrh. bis nach Vijayanagara in Kāṇara vor (§ 23), ohne jedoch über die nördliche Grenze der dravidischen Districte hinaus je ausschliesslich zur Herrschaft zu gelangen. In den bis jetzt gefundenen alten MSS. aus Kashgar, Japan, Nepal und dem Panjab, die etwa vom 5. Jahrh. an laufen, kommen nur nördliche Formen vor. Die Palmblatt-MSS. des westlichen Indien, die mit dem Ende des 10. Jahrh. beginnen, stimmen mit den Inschriften, indem sie zeigen, dass damals in Rajputana, Gujarat⁶ und dem nördlichen Dekhan bis Devagiri⁷ (Daulatabad) die nördliche Nāgarī-Schrift allgemein gebraucht wurde. Das allmählige Vordringen der nördlichen Formen nach dem Süden wird wahrscheinlich durch die Vorliebe mancher südindischen Fürsten für die Cultur des Nordens und durch Einwanderungen von Brahmanen, Schreiberkasten, buddhistischen und Jaina-Mönchen aus den Districten nördlich vom Ganges zu erklären sein, für welche die Angaben mancher Inschriften, wie auch der geschichtlichen Überlieferung zeugen⁸.