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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s1.1.3

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s1.1.3

Language
German

c7.s1.1.3

entwickelten spitzwinkligen oder Siddhamātṛkā-Typus mit Keilen (*nailheads*) an den Verticalstrichen der Buchstaben, dessen litterarische Form die Palmblätter von Horiuzi zuerst zeigen, während die epigraphische Form gegen das Ende des 6. Jahrh. in der Mahānāman-Inschrift von Gayā und der Praśasti von Lakhamanḍal auftritt, 3) den Nāgarī-Typus mit seinen lang gezogenen, geschwänzten Formen und langen Deckstrichen, dessen erste sichere Spuren sich in westlichen Inschriften des 7. Jahrh. finden, 4) den Śāradā-Typus, eine nördliche Abart des westlichen Gupta-Typus, die von ca. 800 p. Chr. nachweisbar ist, 5) den östlichen Typus des Proto-Bengālī mit stark gerundeten, cursiven Formen und sphärischen Dreiecken oder Haken an der Spitze der Verticalstriche, der vom 11. Jahrh. an auftritt, 6) den nepalesischen Haken-Typus, der mit den bengalischen nahe verwandt ist und in MSS. vom 11. Jahrh. an erscheint. Im 4.—5. Jahrh. ist die Herrschaft dieser Schriftarten im Norden der Narmadā keineswegs unbeschränkt. Im Westen finden sich bis nach Bijayagaḍh (Bhartpur) hinauf Inschriften, welche teils durchweg, teils sporadisch wesentliche Züge der sonst auf den Süden beschränkten Typen aufweisen (§ 27). Im 6.—7. Jahrh. dagegen hört diese Mischung auf. Nur der »Pfeilspitzentypus« (§ 26 C.), welcher erst spät in Bengalen und Nepal auftritt, bietet noch ein Beispiel der Übertragung eines südlichen Alphabets nach dem Norden.