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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s2.3

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s2.3

Language
German

c7.s2.3

Die östliche Abart ist in Taf. IV durch das älteste Specimen, Hariṣeṇa's Allahabad-Praśasti (C. I—III), vertreten, welche sicher der Zeit Samudragupta's² und wahrscheinlich der Periode 370—390 p. Chr. angehört, sodann durch die Kahāum-Praśasti von 460 p. Chr. (C. V—VI) und die Indor-Kupferplatte von 465 p. Chr. (C. VII), beide aus der Zeit Skandagupta's. Sie erscheint ausserdem in FLEET'S (CII, 3) Nr. 6—9, 15, 64—65, 77, BHAGVANLAL'S Nepalinschriften³ Nr. 1—3 und CUNNINGHAM'S⁴ Gayā-Inschrift von Saṃvat 64. Der Umstand, dass unter diesen Inschriften, FLEET'S Nr. 6, sich weit westlich bei Bhilsa in Mālva findet, ist dadurch erklärbar, dass sie von dem Minister Candragupta's II., der sich einen Einwohner von Pāṭaliputra nennt, auf einem Kriegszuge nach dem Westen verfasst wurde. FLEET'S Nr. 77 ist zwar in Lahore gefunden, aber über ihren Ursprung nichts bekannt. Die westliche Abart des Gupta-Typus hat wieder zwei Varietäten, eine cursive und eine eckige, stilisirte. Von der letzteren, bei welcher die dicken, viereckigen Begrenzungsstriche und das *ra* mit einem Haken am Ende (33) auffällig sind (vgl. § 19 A), giebt C. IV aus der Bilsad-Praśasti von 415 p. Chr. eine Probe. Ein anderes schönes Beispiel bietet FLEET'S Nr. 32, die Meherauli-Inschrift (Iron Pillar) aus der Nähe von Delhi. Die cursive Varietät der westlichen Abart ist in Taf. IV durch C. VIII aus Toramāṇa's Kura-Inschrift aus der 2. Hälfte des 5. Jahrh.⁵ und C. IX aus den Karitalai-Kupferplatten des Königs Jayanātha von Uccakalpa (wahrscheinlich aus dem Jahre 423/4 p. Chr.)⁶ vertreten. Sie erscheint noch in FLEET'S Nr. 4, 13, 16, 19, 22--31, 36, 61, 63, 66—67, 69, 74, 76 und in den Votivinschriften von Mathurā, N. S. Nr. 38—39, und es ist zu beachten, dass FLEET'S Nr. 13 aus Bhitari in dem Gebiete vorkommt, wo man die östliche Abart erwarten sollte. FLEET'S Nr. 61, die Jaina-Inschrift von Udayagiri in Mālva zeigt eine Mischung mit südlichen Formen, indem sie durchweg, *A*—*Ā* mit der Curve und einmal südliches *r* hat. Vielleicht steht es ähnlich mit FLEET'S Nr. 59, der Bijayagadh-Inschriften aus Bhartpur in Rajputana, wo *ra* eine Curve am Ende hat und mittleres *i* und *ī* dem in T. III, C. XVI ähnlich ist. Mit Bezug auf die Legenden der Gupta-Münzen⁸ ist zu erwähnen, dass dieselben mehrfach rückläufig sind und z. B. oft das *ma* der Kuṣanaperiode aufweisen.

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