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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s4.77

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s4.77

Language
German

c7.s4.77

§ 25. Der Śāradā-Typus. — A. Die Śāradā-Schrift¹, welche sich auf den ersten Blick als ein Abkömmling der westlichen Varietät des Gupta-Typus zu erkennen giebt, tritt seit ungefähr 800 p. Chr. in Kashmīr und dem nordöstlichen Panjab (Kangra und Chamba) auf. Die ältesten bis jetzt bekannten Inschriften in diesem Alphabete sind die beiden Praśasti von Baijnāth in Kīragrāma (Kangra) vom Jahre 804 p. Chr., T. V, C. I. Nicht viel jünger sind die Münzen der kashmīrischen Varmadynastie, auf welchen die Śāradāformen zuerst deutlich auftreten², und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Bakhshālī-MS. aus dem Yusufzaidistricte, T. VI, C. VIII, in dieselbe oder vielleicht in etwas frühere Zeit gehört³. Die dritte Probe der Śāradāschrift in Taf. VI, C. IX, welche auf Burkhard's Taf. I zu seiner Ausgabe des kashmīrischen Śākuntala zurückgeht⁴, stammt vielleicht erst aus dem 16. oder 17. Jahrh. und ist nur gewählt, weil keine Reproductionen sicher älterer MSS. zugänglich sind⁵. In Folge der häufigen Auswanderungen der reiselustigen kashmīrischen Paṇḍit finden sich Śāradā-MSS. im ganzen nordwestlichen Indien, ja selbst in Benares, und es kommen sogar Randnoten in Śāradā-Schrift in alten Devanāgarī-MSS. aus dem westlichen Indien vor⁶. Eine moderne Abart der Śāradā ist die sogenannte Ṭakkarī⁷ der Dogrā von Jammu und Nachbarschaft, die in neuester Zeit auch nach Kashmir eingeschleppt ist.

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