Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s4.85
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s4.85
- Language
- German
c7.s4.85
B. Characteristisch für die Śāradā-Schrift aller Perioden sind die steifen, dicken Striche, die den Buchstaben ein grobes, klotziges Aussehen und eine gewisse Ähnlichkeit mit denen der Kuṣaṇa-Inschriften geben. Eigentümliche Entwicklungen zeigen schon in der ältesten Zeit folgende Zeichen: 1) *ī*, dessen zwei untere Punkte, wie im Bower-MS., in zwei mit einander verbundene Keile verwandelt sind, welche einem *ra* ähnlich sehen, T. V, 4, I u. VI, 4, IX; 2) das viereckige *ca*, T. V, 15, I u. VI, 20, VIII—IX; 3) *ḍa*, das in der Mitte statt des spitzen Winkels eine Schleife und am Ende einen Keil zeigt, T. V, 22, I, u. VI, 27, VIII--IX; 4) *ta*, dessen linke Hälfte unterdrückt ist, während die rechte in eine Curve verwandelt ist, T. V, 25, I, u. VI, 30, VIII—IX; 5) *dha*, das oben abgeplattet und unten so breit ist, dass es einem Devanāgarī *pa* gleicht; 6) *va*, welches durch die Verbindung der Curve mit dem linken Ende des Deckstriches dem *dha* beinahe gleich wird, T. V, 38, I u. VI, 43, VIII—IX; 7) *śa*, das viereckig, ganz wie das Devanāgarī *sa*, gemacht wird, T. V, 39, I u. VI, 44, VIII--IX; 8) das eckige mittlere *r*, T. V, 43, I, und das frei über der Linie stehende *o*, T. V. 24, I, welches ohne Zweifel aus dem Gupta *o*, T. IV, 34, IV entwickelt ist; 9) das *ra* als erster Teil von Ligaturen, welches, wie in der Aphsad-Inschrift, in die linke Seite des folgenden Consonanten eingefügt wird⁸.
Cites (1)
- Bower Manuscript — Sanskrit