Pramāṇa · Search · About · API

Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.3

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.3

Language
German

c8.s1.3

Nach anderen Eigentümlichkeiten zerfallen die südlichen Alphabete in folgende Typen²: 1) den von den nördlichen Alphabeten stark beeinflussten westlichen Typus, der vom 5.—9. Jahrh. in Kathiawar, Gujarat, dem westlichen Marathenlande, d. h. den Collectoraten von Nasik, Khandesh und Satara, dem an Khandesh angrenzenden Teile von Haiderabad (Ajanta), sowie im Konkan vorherrscht, im 5. Jahrh. auch sporadisch nach Rajputana und dem nördlichen Teile der Indian Central Agency übergreift, im 9. Jahrh. aber in Folge des Vordringens der Nāgarī verschwindet (vgl. § 21); 2) den centralindischen Typus, der sich in seiner einfachsten Form vom westlichen wenig unterscheidet, in seiner streng stilisirten Form, dem sogenannten »Kastenkopf-Alphabete« (*boxheaded*) stärker abweicht, und der vom Ende des 4. Jahrh. besonders im nördlichen Haiderabad, den Central Provinces und Teilen der Central Indian Agency (Bundelkhand), aber auch sporadisch weiter südlich in der Bombay-Präsidentschaft und in Maisur auftritt; 3) die Schrift der kanaresischen und Telugu-Distrikte des Dekhan, d. h. des Südens der Präsidentschaft von Bombay (Southern Maratha States, Sholapur, Kaladgi, Belgam, Dharwar und Karwar), des südlichen Haiderabad (etwa von Bidar an), des Staates von Maisur und des nordöstlichen Teiles der Präsidentschaft von Madras (Vizagapatam, Godāvari, Kistna, Karnul, Bellary, Anantpur, Cuddapah, Nellore), welche zuerst in den Kadamba-Inschriften des 5. u. 6. Jahrh. erscheint und nach einer langen Entwicklung zu der zeitweise, ganz und noch jetzt beinahe, identischen kanaresischen und Telugu-Rundschrift führt; 4) den jüngeren Kaliṅga-Typus der Nordostküste der Präsidentschaft von Madras zwischen Cicacole und der Grenze von Orissa (Ganjam), der eine starke Mischung mit nördlichen Zeichen und später auch mit Grantha und Kāṇara-Telugu zeigt und sich vom 7.—12. Jahrh. findet; 5) den Grantha-Typus der Tamildistrikte der Ostküste von Madras, südlich von Pulikat (North und South Arcot, Salem, Trichinopoli, Madura und Tinevelli), welcher zuerst in den alten Sanskritinschriften der Pallava auftritt und im modernen Grantha, sowie dessen Abarten, dem Malayāḷam und Tuḷu, fortlebt.