Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s3.1
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s3.1
- Language
- German
c8.s3.1
Von den Sanskritalphabeten unterscheidet sich das Tamil, sowie seine südliche und westliche cursive Abart, das Vaṭṭeluttu, »die Rundschrift«, durch das Fehlen sowohl der Ligaturen als auch der Zeichen für die Aspiraten, für die Medien (welche durch die entsprechenden Tenues ausgedrückt werden), für die Zischlaute (von denen der palatale durch *ca* vertreten wird), für die Spirans, für Anusvāra und Visarga und ferner durch die Entwicklung neuer Zeichen für finales *ṉ*, *ṟa*, *ḻa* und *ḷa*, welche drei letztere keine Ähnlichkeit mit denen für die entsprechenden Laute im Kāṇara-Telugu-Typus haben. Die grosse Einfachheit des Alphabets stimmt genau mit den phonetischen Theorien der Tamil-Grammatiker und erklärt sich durch die eigentümliche Phonetik der Tamilsprache. Wie alle älteren dravidischen Sprachen entbehrt dieselbe der Aspiraten und der Spirans. Sie hat ferner kein *ja* und nur einen Zischlaut, der nach Caldwell zwischen *śa*, *ṣa* und *ca* liegt, und bei Verdopplungen zu deutlichem *cca* wird.