Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.3
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.3
- Language
- German
c6.3
Unter den antiken Kosmographien zeichnen sich besonders die der Inder durch ihre phantastische Grossartigkeit und eine gewisse Folgerichtigkeit aus. Nach den drei Hauptreligionen Indiens, Brāhmanismus, Buddhismus und Jainismus sind dieselben mehr oder weniger von einander verschieden. Während die kosmographischen Systeme der Brāhmanen und Jaina eine ganze Reihe von Übereinstimmungen haben, steht das der Buddhisten auf den ersten Blick von beiden ziemlich abseits, es finden sich jedoch in diesem hinreichende Anhaltspunkte, die darauf hinweisen, dass es mit jenen gleichen Ursprungs ist und sich nur durch die Verschiedenheit der Spekulation und der Einführung einer gewissen von aussen kommenden Idee in dasselbe in der ihm eigentümlichen Weise entwickelte. Ausser einer gewissen Orientierung und einigen halbrichtigen geographischen Angaben über das Heimatland sind dieselben fast ganz das Produkt einer phantastischen Spekulation. Bei den Weltbildern des Brāhmaṇismus und Buddhismus können wir eine gewisse Entwicklung verfolgen, während uns die Literatur des Jainismus auf den ersten Blick nur das Endergebnis einer längeren Entwicklungsepoche zu bieten scheint, und doch lässt dieses bei näherem Zusehen noch recht deutlich die Spuren seiner Entwicklungsphasen erkennen.