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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.112

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.112

Language
German

c6.s1.112

Der Himmel gilt als gewaltig und gross, als der Ort der Sicherheit; er ist die Welt, in der die Sonne scheint und von Indra die lichtvollen Himmelsräume eingerichtet sind und fest an ihrem Platze stehen ⁸). Das sichtbare Firmament (divó nāka) wird anscheinend als das feste Gewölbe betrachtet, das dem oberen die ganze Welt umflutenden himmlischen Ozean ⁹) als Boden diente und nach den vier Kardinalpunkten vier Ströme ¹⁰) zur Erde entsendet, eine Idee, die im Gaṅgā-Mythus ¹¹) vielleicht ihre letzte Form gefunden hat. Über die Entfernung des Himmels von der Erde handeln einige nicht ganz klare Stellen, in denen die Zahl „Tausend“ eine Rolle spielt ¹²), und endlich sprechen noch ein paar andere von einem Zugang, durch den die Götter oder jene, die den Himmel ersteigen, denselben betreten können ¹³). Das Leben im Himmel ist dem irdischen ähnlich. Seine Freuden sind rein sinnlicher Natur. Schmauss, Madhu- und Soma-Trank, Befriedigung der Sinnenlust, nie erlöschendes natürlich gedachtes Licht und endloses freies Leben in strotzender Gesundheit gehören zu den Lebensgütern der ihn bewohnenden Götter und den Belohnungen, die die Schuldlosen, die tapferen Helden, die frommen Opferer und Asketen hier finden sollten ¹), Anschauungen, die sich bis in die späteste Zeit erhalten haben und von einer schematisierenden Spekulation in den jüngeren Werken des Buddhismus ²) und Jainismus ³) nur noch schärfer präzisiert und schematisiert worden sind.