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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.59

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.59

Language
German

c6.s1.59

hält wieder eine Anzahl verschiedengestaltiger Abteilungen, die sich auf den Raum so verteilen, dass in die Mitte eine kreisrunde Indraka- oder Zentral-Hölle liegt, von der nach den Haupt- und Nebenrichtungen der Windrose Āvalikāpraviṣṭa- oder Śreṇībaddha-, d. i. Reihen-Höllen strahlenförmig auslaufen ¹. Die oberste Etage hat nun nach jeder Hauptrichtung je 49 und nach jeder Nebenrichtung je 48 Reihen-Höllen, jede nächsttiefere nach jeder Richtung je eine weniger, bis endlich die unterste, 49. Etage nach den Hauptrichtungen nur mehr je eine Reihen-Hölle enthält ². Die Zwischenräume zwischen diesen Reihen nehmen die sogenannten Prakīrṇaka- oder Füll-Höllen ein, deren Anzahl nach der Tiefe zu proportionell abnimmt ³. Die Zentral-Hölle der obersten Etage hat einen Durchmesser von 4 500 000 Yojana, deckt sich also hinsichtlich Lage und Ausdehnung wiederum genau mit der Menschen-Welt und dem Zentral-Vimāna der untersten Himmelsetage ⁴. Die unterste Zentral-Hölle hat einen Durchmesser von nur 100 000 Yojana, entspricht also genau dem Jambūdvīpa und dem Zentral-Vimāna der obersten Himmelsetage ⁵. Die Differenz von 4 400 000 Yojana verteilt sich auf die übrigen Etagen wiederum in der Weise, dass die Durchmesser der Zentral-Höllen nach der Tiefe zu von Etage zu Etage in der Form einer arithmetischen Progression stetig abnehmen ⁶. Diese Reihe der 49 Zentral-Höllen bildet hinsichtlich ihrer äusseren Gestalt einen Trichter, der dem vorhin näher beschriebenen die Erde überdachenden Trichter der Zentral-Vimāna genau entspricht. Die Zentral-Höllen passen sich also hinsichtlich ihrer horizontalen Ausdehnung den Höllenetagen nicht an, genau so wie es bei den Himmelsetagen der Fall ist, sondern nehmen stetig ab. Desgleichen verringert sich, wie schon erwähnt, die Anzahl der Reihen- und Füll-Höllen nach unten ständig ⁷. Da aber einerseits die Höllenregionen nach der Tiefe zu von Rajju zu Rajju in Länge und Breite je um 1 Rajju zunehmen sollen, bis endlich die unterste Region nach jeder dieser Richtungen je 7 Rajju misst, so hat die Spekulation, um dieser Idee einigermassen gerecht zu werden, zum Hilfsmittel der Höllen mit messbarer und unmessbarer Ausdehnung gegriffen ⁸, ähnlich wie wir es bei den Himmelsregionen gesehen haben. Auch hier erscheint also der zentrale Höllentrichter, der dem in Form ähnlichen Himmelsbau entspricht, als das Primäre, das die von der Spekulation verzerrte Vorstellung von der unteren, die Himmelskuppel ergänzenden Welthalbkugel enthält, während das übrige sekundäres Beiwerk ist. Primär ist also das Scharfumrissene, sekundär, was unbestimmte und farblose Formen zeigt.