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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.7

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.7

Language
German

c6.s1.7

zwei Steinen, zwischen denen Indra das Feuer erzeugte¹). Rgv. II. 27. 15 werden sie die „beiden Hälften“ (ubhāv árdhau) genannt ²), und Śatapathabr. VIII. 7. 3. 19 heisst es: „Die natürlich durchbohrten [Ziegel] sind diese Welten, und diese Welten sind Ruheplatz [Erde] und Be-wegungsplatz [Himmel]“ ³). Deutlicher sprechen die folgenden Stellen. Rgv. X. 44. 8 und Athar-vav. XX. 94. 8 wird das Weltall mit „zwei Schalen“ (dhiṣáṇe) ⁴) und Rgv. III. 55. 20 mit „zwei Becken“ (camvà) verglichen, die mit ihren Öffnungen gegeneinander gelegt sind ⁵). In diesen letzten Vergleichen muss wohl die Erdfläche als in der Berührungsebene dieser beiden Scha-len oder Becken gelegen vorgestellt werden, und die beiden Schalen selbst sollen die halb-kugelförmigen Wölbungen der Ober- und Unterwelt darstellen. Halb wird dieser Vergleich nur ausgeführt Atharvav. X. 8. 9, wo der Himmel „eine Schale mit umgekehrter Mündung“ ⁶) genannt wird. Dem Sinne nach das Gleiche wird auch an der Stelle Śatapathabr. VII. 5. 1. 2 gesagt ⁷). Hiernach soll die Welt einer Schildkröte gleichen, die obere gewölbte Schale der-selben soll den Himmel und die untere flache die Erde darstellen. Von einer sich unter der Erde fortsetzenden Wölbung der Weltkugel, die die beiden vorhin genannten Stellen andeuten, wird hier nicht gesprochen, es heisst nur, dass die Erdscheibe mit dem sie überdachenden Himmelsgewölbe einer Schildkröte gleiche oder mit anderen Worten, dass die äussere Form des sichtbaren Weltalls eine etwas abgeplattete Halbkugel darstelle. Von der Eiform des Weltalls handelt die Stelle Chāndogya-Up. III. 19. 1. Hier wird die Welt mit zwei Eier-schalen verglichen, die eine aus Silber soll die Erde und die andere aus Gold den Himmel darstellen ⁸). Eine ähnliche Vorstellung liegt der Stelle Bṛhadāraṇyaka-Up. III. 3. 2 zu Grunde. Diese wenigen Stellen beweisen schon, dass die Inder der vedischen Periode bereits von der natürlichen Kugelform des Weltalls ausgingen und diese auch ihren kosmographischen An-schauungen zu Grunde legten.

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