Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.71.3
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.71.3
- Language
- German
c6.s1.71.3
Es wird berichtet, dass die Himmelsregionen Saudharma und Īśāna zähes Wasser, Sanatkumāra und Mābendra zähen Wind, Brahmaloka ebenfalls zähen Wind (Digambara zähes Wasser und zähen Wind), Lāntaka bis Sahasrāra zähes Wasser und zähen Wind und die über diese hinaus den Luftraum als Grundlage haben sollen ⁹). Auch für diesen Schichten muss wohl eine imaginäre Höhe von unzählbar vielen Yojana angenommen werden, sollen die bescheidenen Dimensionen der Himmelregionen mit den immensen Rajju-Räumen irgendwie in Einklang gebracht werden. Da nun die mitgeteilten Grössenangaben der einzelnen Himmels- und Höllenregionen innerhalb natürlicher Grenzen bleiben, während anderseits die Dimensionen der sie trennenden Schichten der Elementarstoffe ins Masslose gehen, so dürfen jene, wenn auch nicht als ursprünglichen Bestandteil, so doch als älteres Element des jainistischen Weldbildes betrachtet werden, während diese als jüngeres Produkt der Spekulation die ältere natürlichere Form desselben entstellen. Die Einschiebung dieser Trennungsschichten musste die ursprünglich vorgestellte Halbkugelform von Ober- und Unterwelt zerstören und in die abnorme Trichterform verzerren. Mögen nun die Fugen dieses Spekulationsbaues möglichst verdeckt sein, immerhin lässt sich noch erkennen, dass die natürliche Kugelform ursprünglich auch einmal das beherrschende Moment der jainistischen Kosmographie gewesen ist.