Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.86
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.86
- Language
- German
c6.s1.86
wird ausgeführt, dass die Erde der Rücken der Wasser sei und der schwellende Ozean die Erde rings umströme¹), XII. 9. 2. s lehrt, dass die irdische Welt (d. i. die Erde) höher sei als das Wasser²), und die Stellen II. 1. 1. s und VII. 4. 1. s des gleichen Textes vergleichen die Erde mit einem Lotusblatt, das auf dem Wasser ausgebreitet liegt³). Śatapathabr. VII. 1. 1. 13 heisst es: „Mit dem Ozean umgibt er dieselbe (d. i. die irdische Welt) nach allen Seiten, weil der Ozean diese Welt nach allen Seiten umströmt; nach rechts (oder Süden) gewendet [stellt er die Steine auf], weil der Ozean diese Welt nach Süden hin umströmt⁴)“; und in ähnlichem Sinne äussert sich im gleichen Texte die Stelle IX. 1. 2. 8: „Von allen Seiten [besprengt er den Altar], weil der Ozean diese Welten von allen Seiten umströmt, nach rechts (oder nach Süden), weil der Ozean diese Welt nach Süden hin umströmt⁵).“ Diese ursprüngliche und einfache Vorstellung von Erde und Ozean hat sich in dem jüngeren weiter ausgebauten brāhmanischen und dem jainistischen System erhalten in dem kreisrunden Zentral-Kontinent Jambūdvīpa, der rings von dem den Menschen bekannten Salzozean, dem Lavaṇoda, umströmt wird⁶). Die weiteren Ring-Kontinente und Ring-Meere in diesen Systemen⁷) sind nur Zutaten der Spekulation unter dem Einflusse einer bestimmten Idee, über die weiter unten gehandelt werden soll⁸).
Linked texts (1)
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit