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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.16

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.16

Language
German

c6.s2.16

Die erste Entwicklung und Erweiterung desselben geschah logisch — vielleicht lässt sich in den babylonischen Keilschriftfragmenten auch einmal eine gewisse Chronologie der Hauptideen nachweisen — infolge einer astronomischen Orientierung des Weltalls durch die Idee des durch šad mātāti, d. i. „grosser Berg der Länder“ näher erläuterten Harsag(gal)-kurkura, der nach Jensen „ursprünglich und eigentlich die Erde als einen Berg bezeichnet“ ⁶), der „auf dem apsū, dem Weltwasser“ ruht, sich denn aber auch zu der Bedeutung „Berg auf der Erde“ entwickelt hat ⁷), eine Vorstellung, auf die der Ausdruck „šad Arali“ ⁸) und besonders die Stelle IV. R. 27 No. 2 (Hymnus an Bīl) hinweist ⁹) wo von dem „Himmelsberg“ gesprochen wird, „dessen Gipfel den Himmel erreicht, dessen Fundament [im] klaren apsū (Urwasser) begründet ist“. Deutlicher wie Jensen sprechen sich Delitzsch ¹⁰) und Hommel ¹¹) dafür aus, dass man in dem Harsag(gal)kurkura einen gewaltigen zweizipfligen Berg zu sehen hat, der sich in der Mitte der Erde erhebt, genau über der Aralū oder Unterwelt, bis zum Firmamente reicht und von Göttern bewohnt wird. Er gilt also als der Götterberg im äussersten Norden und erscheint als solcher noch in einer Reihe von Stellen der biblischen Literatur, die deutlich den Einfluss der von Babylon ausgehenden altorientalischen Weltanschauung bekunden ¹²).