Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.36.1
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.36.1
- Language
- German
c6.s2.36.1
Wenn man die kosmographischen Ideen der Inder und der die Babylonier, die hier ebenfalls unter dem Gesichtspunkte einer logischen Entwicklung dargestellt sind, miteinander vergleicht, so sieht man, dass beide Systeme auf den natürlichen Grundlagen der primitiven Erkenntnis aufgebaut und durch die gleichen Ideen erweitert und entwickelt worden sind. Aber schon die älteste für uns erreichbare Phase des Weltbildes, die doch eigentlich noch ganz auf der Grundlage dieser primitiven Naturerkenntnis fusste und sich folglich immer und überall selbständig entwickeln konnte, enthält in Indien sowohl wie in Babylon eine ganz überraschende Parallele, die auf eine gewisse Abhängigkeit hindeuten könnte, und das ist die Vorstellung von einem himmlischen Ozean oberhalb des Firmamentes. Diese Vorstellung, die sich auch bei einigen anderen Völkern des vorderen Orients wiederfindet, wird durch die primitive Naturerkenntnis nicht notwendig vermittelt und findet sich infolgedessen auch nicht bei allen Völkern, z. B. nicht bei Hesiod, deren Weltbild noch auf einer ziemlich einfachen Stufe der Entwicklung steht und für die vergleichende Kosmographie von besonderem Interesse ist. Mithin darf dieselbe also bereits als ein Erzeugnis der Spekulation gelten.