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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.50

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.50

Language
German

c6.s2.50

Durch Vergleich mit anderen Angaben hat W. Bousset ¹) nun herausgefunden, dass bei Herodot die Farben „schwarz“ und „weiss“ vertauscht worden sind, da die so veränderte Farbenskala typisch ist und bei weitem mehr der Reihenfolge der Planeten entspricht, die den Namen der Wochentage zu Grunde liegt. Die Silberfarbe soll in Indien wohl durch die graue Steinfarbe und die Sandelfarbe — ein bestimmtes Rot oder Rotbraun —, durch die Kieselfarbe dargestellt werden. Die einzige wesentliche Differenz zwischen den beiden Farbenlisten besteht nun anscheinend darin, dass das Blau bei Herodot dem Gelb der Inder entspricht. Aber auch diese Differenz verliert ihre Bedeutung, wenn man die Schilderung der Farben und Attribute der Planetengötter nach dem Matsyap. 94. 4 ff. zu Hilfe nimmt. Hiernach kommt dem Merkur, dem sonst bekanntlich die blaue Farbe zugeschrieben wird, die gelbe (pīta) zu ²). Da nun, wie schon gesagt, die Farben Herodots mit den Planeten in Verbindung stehen, so muss auch für die indische Farbenreihe das Gleiche angenommen werden, und eine Erklärung für diese Übereinstimmung wird man nur in der Annahme einer Übertragung babylonischer Vorstellungen auf indisches Gebiet finden können. Zugleich ergibt sich aber auch die Schlussfolgerung, dass die Pātāla als Gegenstück zu den Himmelsregionen betrachtet und mit den Planeten irgendwie in Zusammenhang gebracht worden sind. Himmelsregionen und Pātāla gelten als zwei siebenstöckige Etagenbauten, die mit ihren Grundflächen einander berühren.

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