Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.4
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.4
- Language
- German
c7.4
Im Anfange von Patañjali's Mahābhāṣya ²) findet sich die kurze Angabe „saptadvīpā vasumatī, trayo lokāḥ“, „Die Erde besteht aus sieben Inseln (d. i. Kontinenten), der Welten sind drei“. Folgt man der Annahme, dass dieser Grammatiker etwa um 150 v. Chr. lebte, und die Purāṇa in ihrer heutigen Gestaltung späteren Datums sind, so darf man diese Stelle vielleicht als die erste datierbare Nachricht für das geographische System der Brāhmanen ansehen, wie es in den Epen und Purāṇa und manchen von ihnen beeinflussten Werken gelehrt oder doch angenommen wird. Sicher viel älter, aber leider wohl nicht datierbar sind die ähnlichen Angaben des Taittirīya-Āraṇyaka ¹). I. 7. 1. u. s. wird der Mahāmeru erwähnt, der ja sonst in den indischen Kosmographien als der zentrale Weltberg gilt, X. 10. 1 wird von sieben Welten, sieben Meeren, sieben Gebirgen gesprochen, Dinge, wie sie in dem späteren purāṇischen Weltsystem der Brāhmaṇen vorkommen, und X. 27. 28 werden die Namen der sieben übereinanderliegenden Weltschichten genannt. Die Angaben der Atharvapariśiṣṭa ²), die auf die gleichen kosmographischen Anschauungen schliessen lassen, sind zum Teil vielleicht noch jünger als Patañjali und infolgedessen ohne besondere Bedeutung.
Linked texts (2)
- Atharvavedapariśiṣṭa — Sanskrit
- Taittirīyāraṇyaka — Sanskrit