Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7: 1. Abschnitt. Das kosmographische System der Brāhmanen
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7
- Language
- German
Contents
- c7.s1 I. Die ältere Periode der brāhmaṇischen Kosmographie — 16 parts
- c7.s2 II. Die jüngere Periode der brāhmaṇischen Kosmographie — 54 parts
1. Abschnitt. Das kosmographische System der Brāhmanen
c7.2
Das System der Brāhmanen behandeln meines Wissens nur Capitain F. Wilford in Einleitung und seinen Abhandlungen: „An Essay on the Sacred Isles in the West, with other Essays connected with that work“ in: Asiatic researches Vol. 8 (1805) S. 245 ff., Vol. 11 (1812) S. 11 ff. und „On the ancient Geography of India“ in: Asiatic researches Vol. 14 (1822) S. 373 ff., und Francesco L. Pullé, La cartografia antica dell' India, P. 1 in: Studi italiani di filologia Indo-Iranica Vol. 4 (1901) S. 1 ff. Einen kurzen Abriss gibt ferner W. F. Warren im 7. Kapitel seines Werkes: „The earlist cosmologies“, New York (1909), wofür er den Stoff einigen ins Englische übersetzten indischen Werken entnommen hat. Abhandlungen, die nur einzelne Punkte betreffen, sind: J. Stevenson: Some remarks on the relation that subsists between the Jain and Brahmanical systems of geography in: Journal of the Bombay Branch of the Royal Asiatic Society Vol. 2 (1848) S. 411 ff., H. Strömer: Ein brahmanisches Weltsystem in: Baessler-Archiv 1 (1911) S. 119 ff.¹), Léon Feer: L'enfer Indien II. Brahmanisme in: Journal Asiatique Sér. 9. T. 1 (1893) S. 112 ff. und die Arbeiten Lucian Schermanns: 1. „Materialien zur Geschichte der Indischen Visionsliteratur“, Leipzig 1892, und 2. „Eine Art visionärer Höllenschilderung aus dem indischen Mittelalter“ in: Romanische Forschungen 5 (1890) S. 539 ff. Alfred Roussel geht in seinem Buche „Cosmologie Hindoue d'après le Bhāgavata Purāṇa“, Paris 1898 auf kosmographische Fragen nicht ein.
c7.3
¹ Dieser Aufsatz ist nur die Beschreibung eines im Museum für Völkerkunde zu Berlin befindlichen Bildes, das eine Kopie des in Tanjore vorhandenen Originals ist. S. hierüber auch Bastian, Ideale Welten, Berlin. Taf. 1.
c7.4
Im Anfange von Patañjali's Mahābhāṣya ²) findet sich die kurze Angabe „saptadvīpā vasumatī, trayo lokāḥ“, „Die Erde besteht aus sieben Inseln (d. i. Kontinenten), der Welten sind drei“. Folgt man der Annahme, dass dieser Grammatiker etwa um 150 v. Chr. lebte, und die Purāṇa in ihrer heutigen Gestaltung späteren Datums sind, so darf man diese Stelle vielleicht als die erste datierbare Nachricht für das geographische System der Brāhmanen ansehen, wie es in den Epen und Purāṇa und manchen von ihnen beeinflussten Werken gelehrt oder doch angenommen wird. Sicher viel älter, aber leider wohl nicht datierbar sind die ähnlichen Angaben des Taittirīya-Āraṇyaka ¹). I. 7. 1. u. s. wird der Mahāmeru erwähnt, der ja sonst in den indischen Kosmographien als der zentrale Weltberg gilt, X. 10. 1 wird von sieben Welten, sieben Meeren, sieben Gebirgen gesprochen, Dinge, wie sie in dem späteren purāṇischen Weltsystem der Brāhmaṇen vorkommen, und X. 27. 28 werden die Namen der sieben übereinanderliegenden Weltschichten genannt. Die Angaben der Atharvapariśiṣṭa ²), die auf die gleichen kosmographischen Anschauungen schliessen lassen, sind zum Teil vielleicht noch jünger als Patañjali und infolgedessen ohne besondere Bedeutung.
c7.5
² ed. Kielhorn. Vol. 1. Bombay 1890 (Bombay Sanskrit Series 18) S. 9.
c7.6
¹ ed. by Rājendralāla Mitra. Calcutta 1872 (Bibl. Ind.).
c7.7
² The Pariśiṣṭas of the Atharvaveda ed. by G. M. Bolling und Jul. v. Negelein. Vol. 1. Leipzig 1909–10. Pariś. IV. 2. 12 (S. 60), XIV. 1. 4 (S. 96), XVII. 1. 5 (S. 105).
c7.8
Einteilung der brāhmaṇischen Kosmographie in eine ältere und eine jüngere Epoche. Nehmen wir das Auftreten der erwähnten Anschauungen als Einteilungsgrund, so erhalten wir eine ältere und eine jüngere Periode der kosmographischen Anschauungen der Brāhmaṇen. Während uns nun die epische und didaktische Poesie für diese letztere Periode in ihren diesem Thema eigens gewidmeten Abschnitten reichlich Stoff bietet, müssen uns für erstere die in der älteren Literatur gemachten Andeutungen, die oft kurz und rätselhaft sind, genügen.
c7.9
Die ältere Epoche der brāhmaṇischen Kosmographie ist aber nicht nur für die jüngere Voraussetzung und Grundlage, sondern auch für die Systeme der Buddhisten und Jaina, die erst in späterer Zeit entstanden und auf den gegebenen Vorstellungen weiterbauen mussten.
I. Die ältere Periode der brāhmaṇischen Kosmographie
c7.s1.1
Einleitung. Wiederholt sind die kosmographischen Anschauungen der vedischen Inder allerdings meist in grösserem religionsgeschichtlichem Zusammenhange Gegenstand einer mehr oder minder eingehenden Darstellung geworden. Eine vollständige Übersicht über die in Betracht kommende Literatur findet man in Macdonell: Vedic mythology. Strassburg 1897 (Grundriss der indoarischen Philologie III. 1. A) S. 10, eine Wiederholung derselben an dieser Stelle ist folglich überflüssig. Hinzuzufügen ist nur A. A. Macdonell und A. B. Keith: Vedic Index of names and subjects. Vol. 1. 2 London 1912 (Indian Texts Series).
c7.s1.2
Im grossen und ganzen wird unsere Behandlung des Stoffes das in jenen früheren Darstellungen gegebene Weltbild der vedischen Zeit kaum wesentlich vervollständigen können, zumal die vedische Religion, die ja mit der Natur viel enger verknüpft war, als es nur jemals in Indien der Fall gewesen ist, hinsichtlich der klaren Erkenntnis ihrer Göttergestalten noch zu grosse Rätsel bietet, und anderseits die auf das Weltbild bezüglichen oft rätselhaften Andeutungen, phantastischen Vergleiche und zum Teil unverständlichen Beziehungen in der älteren Literatur die Erforschung der sie beherrschenden kosmographischen Anschauungen sehr erschweren. Zudem ist noch zu bedenken, dass manche Äusserungen und Stellen jüngerer Werke mit denen aus älteren Werken zusammengestellt, für die ältere Zeit vielleicht ein schiefes Bild ergeben können, da ja die Masse der vedischen Literatur einen grossen Zeitraum umfasst und infolgedessen jüngere Anschauungen in eine Zeit hineingetragen werden können, in der sie sich noch gar nicht gebildet hatten.
1. Kapitel. Die Welt im allgemeinen
A. Die Einteilung des Weltalls
c7.s1.t2.1
Manche Stellen des Rg- und Atharva-veda beweisen deutlich, dass die vedischen Inder wie auch andere Völker mit primitiven naturwissenschaftlichen Kenntnissen ursprünglich Himmel und Erde als göttliche Wesen ¹) verehrten und sie als das Urelternpaar ²) alles Lebens betrachteten. Die Ausdrücke dyāvāprthivī, dyāvābhūmī, dyāvākṣāmā, rodasī und kṣoṇī — letztere beiden übersetzt man gewöhnlich mit „die beiden Welten“ oder „Welthälften“ — zeigen, dass man ursprünglich Himmel und Erde als die beiden Hauptteile des Weltalls auffasste und dass demnach die Zweiteilung als das älteste Einteilungsprinzip desselben zu betrachten ist.
c7.s1.t2.2
¹ Rgv. I. 31. 8, 112. 1, 159. 1, IV, 58, X. 132. 1.
c7.s1.t2.3
² z. B. Rgv. I. 64. 33, 85. 10, 89. 4, 191. 6, VI. 51. 6; Atharvav. V. 12. 9; V. 2. 9 auch als fleckenlose Schwestern (svasarau mātariśvarī) bezeichnet.
c7.s1.t2.4
Neben dieser Zweiteilung des Weltalls läuft teilweise schon die Dreiteilung desselben einher, indem man nämlich die Erde und Himmel trennende Schicht des Luftraumes als besondere Abteilung den beiden gebrauchten beifügte und jede dieser Abteilungen einem besonderen Gotte als Machtgebiet zuwies. Diese Dreiteilung findet sich schon ausgedrückt in dem in der vedischen Literatur oft gebrauchten mystischen Ausdruck bhūr, bhuvah, svar und hat auch noch in dem später reich ausgebauten brāhmaṇischen Weltsystem mit seinen sieben Weltschichten eine gewisse Geltung behalten.
c7.s1.t2.5
Rgv.³) VI. 69. 8 (Atharvav.) VII. 44. 1; Taittirīya-Saṃh. III. 2. 11. 2, VII. 1. 6. 7; Maitrāyaṇī-Saṃh. II. 4. 4; Kāṭhaka-Saṃh. XII. 14; Aitareyabr. VI. 15. 10) heisst es von Indra und Viṣṇu, dass sie das Tausendfache dreifach hervorgebracht, als sie kämpften (indraś ca viṣṇo yád ápasprdhethām tredhá sahásram ví tád airayethām). Br̥hadāraṇyaka-Up. III. 9. 8 werden diese drei Welten die drei Götter genannt, weil in ihnen alle diese Götter enthalten sind (katame te trayo devā ītima eva trayo lokā eṣu hīme sarve devā ītī).
c7.s1.t2.6
³ Ich zitiere nach der Ausgabe: „Die Hymnen des Rigveda, hrsg. von Theodor Aufrecht“, 2. Aufl. Bonn 1877. Die Übersetzung zitiere ich nach: „Der Rigveda oder die heiligen Hymnen der Brāhmana zum ersten Male . . . übers. . . . v. Alfred Ludwig“. Prag 1876–88. Wo dieselbe jedoch nicht ausreicht, werden andere Übersetzungen herangezogen.
c7.s1.t2.7
Die Namen der Götter, denen die drei Welten als Machtbereich zugewiesen sind, erfahren wir aus folgenden Stellen. Nach Śatapathabr. ⁴) XI. 2. 3. 1 wurde bei der Schöpfung dem Agni die irdische, Vāyu die Luftraum- und Sūrya die Himmelswelt als Machtbereich zugewiesen (tád deván sr̥tvaḷṣú lokéṣu yárohayad, asmín evá lokè ’gním vāyúm antárikṣe divy èva súryam . . .). Ähnlich äussert sich Nirukta VII. 2, darnach gehört dem Agni die Erde, Vāyu oder Indra der Luftraum und Sūrya die Himmelswelt (tisra eva devatā iti nairuktā agniḥ prthivīsthāno vāyur vendro vāntarikṣasathānaḥ sūryo dyusthānaḥ . . .). Śatapathabr. III. 2. 1. 3 werden diese drei Welten mit den verschiedenfarbigen Haaren eines Felles verglichen und zwar die Erde mit den schwarzen, der Himmel mit den weissen und der Luftraum mit den bräunlichgelben Haaren desselben (yády u 'ékam bhavati, tád eṣám lokánām rūpam tád enam eṣú lokeṣv ádhi dīkṣayati, yáni śukláni, táni divó rūpam, yáni kṛṣṇáni tány asyai . . . yány evá babhrúṇiva hárīṇi tány antárikṣasya rūpam . . .).
c7.s1.t2.8
⁴ Benutzt wird die Ausgabe: „The Çatapatha-brāhmaṇa in the Mādhyandinaçākhā . . ., ed. by Albrecht Weber“. Berlin, London 1855.
c7.s1.t2.9
Die drei Erden, Himmel und Lufträume.
c7.s1.t2.10
Auf dieser Dreiteilung des Weltalls beruht auch in gewissem Sinne die Annahme von drei Himmeln, drei Erden und drei Lufträumen. So oft und manchmal so bestimmt wird von der Dreizahl dieser Welten gesprochen, dass man dieselbe wohl kaum, wenn es auch zuweilen so scheint, als eine blosse spielerische Ausdrucksweise betrachten darf, sondern zugeben muss, dass derselben eine konkrete Vorstellung zugrunde gelegen hat. Dieselbe hat wohl ihren Anfang daher genommen, dass die Spekulation zuerst, wie noch manche Stellen der vedischen Literatur, über die bei Behandlung des Himmels gesprochen werden soll, ahnen lassen, über den sichtbaren Himmel hinaus neue Himmelsräume konstruierte und dementsprechend auch die Zahl der Erden und Lufträume vermehrte. Die drei Himmel und Erden hat man sich wohl als durch Zwischenräume getrennte übereinanderliegende Etagen vorzustellen.
c7.s1.t2.11
Die Stellen, in denen von drei Himmeln und drei Erden die Rede ist, ohne die drei Lufträume besonders zu erwähnen, sind folgende:
c7.s1.t2.12
Rgv. I. 35. 6: „Drei Himmel des Savitṛ, zwei Schosse, eine Virāṣāṭ [Hölle?] in der Welt des Yama; wie auf einem Zapfen des Wagens ruht (auf ihm) das Unsterbliche . . .“ (tisró dyávaḥ savitúr dvá upásthān ékā yamásya bhúvane virāṣāṭ, áṇīm ná ráthyam amŕtādhi tasthur . . .). Rgv. I. 102. 8: „Das dreifach besteht als deiner Stärke Gegenstück, über die dreifache Erde, des Himmels dreifach Glanzfirmament, über diese ganze Welt hinaus bist du gewachsen . . .“ (triviṣṭidhátu pratimánam ójasas tisró bhūmīr nrpate tríṇi rocaná, átidám víśvam bhúvanam vavakṣitha . . .). Rgv. I. 164. 6 (Atharvav. IX. 9. 7): „Ohne Erkenntnis frag’ ich da wissenden Weisen, um zu erfahren als unkundig, wer diese sechs Räume festgestellt hat?“ (ácikitvāñ cikitúṣaś cid átra kavín prcchāmi vidmáne ná vidvān, ví yás tastámbha śál imá rájāmsy . . .). Rgv. III. 56. 2: „Sechs Lasten trägt der eine ohne zu gehen, dem am höchsten Ort geltenden Gesetze sind genaht die Kühe; drei sind die grossen Göttinnen, in nächster Nähe stehn sie, zwei sind im Verborgenen niedergelegt, eine sichtbar“ (ṣáḍ bhārān éko ácaran bibharty ṛtám várṣiṣṭham úpa gáva águḥ, tisró mahīr úparāṣ tasthur gúhā dvé níhite dárśy ékā). Rgv. VII. 87. 5: „Die drei Himmel sind in ihm geborgen und die drei Erden dabei sechsfach angeordnet . . .“ (tisró dyávo níhitā antár asmin tisró bhūmīr úparāḥ ṣáḍvidhānāḥ . . .). Rgv. VIII. 41. 9: „Er, des zwei helle Scharfschende ihren Sitz ob den drei Erden haben und erfüllt haben die drei oberen Räume, des Varuṇa Sitz ist fest, über sieben gebietet er . . .“ (yásya śvetá vicakṣaṇá tisró bhūmīr adhikṣitáḥ, trír úttarāṇi paprátur váruṇasya dhruvám sádaḥ sá saptánām irajyati . . .). Atharvav. IV. 20. 2 (XIX. 27. 3): „Die drei Himmel, die drei Erden und die sechs Himmelsgegenden jede für sich, alle Wesen möge ich durch dich schauen, o göttliche Pflanze“ (tisró dīvas tisráḥ pṛthivīḥ ṣáṭ cemáḥ pradíśaḥ pṛthak tvayāhám sárvā bhūtāni páśyāni devyoṣadhe). Atharvav. VIII. 9. 16. „Sechs Joche hat der Pflug nach den Gesängen; sechs nennen sie die Himmel und Erden, sechs die Breiten“ (ṣadyogám śíram ánu sámasāma ṣáḍ āhur dyāvāpṛthivīḥ ṣáḍ urvíḥ). Atharvav. XIII. 3. 6: „Auf dem die sechs Breiten und fünf Weltgegenden, vier Wasser und drei Silben der Verehrung ruhen . . . Dieser Gott . . .“ (yásmint ṣáḍ urvíḥ páñca díśo ádhi śritáś cátasra ápo yajñásya tráyo 'kṣáṛaḥ . . .). In dieser Stelle wird urvī offenbar als „ausgedehnte Fläche“ gefasst im Gegensatz zu pradíś, während es an anderen Stellen wie Atharvav. XII. 2. 48, XIII. 1. 4, XVIII. 2. 6 in der Bedeutung „Weltgegend“ gefasst werden muss. Siehe auch die eigentümliche Bedeutung von urvī Śatapathabr. I. 5. 1. 22. Hier werden unter den sechs Weiten (urvī) Feuer, Erde, Wasser, Wind, Tag und Nacht verstanden.
c7.s1.t2.13
Mehrere Stellen sprechen neben den drei Erden und drei Himmeln noch ausdrücklich auch von drei Lufträumen.
c7.s1.t2.14
Rgv. II. 27. 8 (Taittirīya-Samh. II. 1. 11. 5, Maitrāyaṇī-Samh. IV. 14. 14, Kāṭhaka-Samh. XI. 12): „Die drei Erden halten sie und die drei Himmel, drei sind die Werke in dieses Versammlungsortes Mitte . . .“ (tisró bhūmīr dhārayan trīmṛ utá dyún trīṇi vratá vidáthe antár eṣām . . .). Rgv. IV. 53. 5 (Kauṣītakibr. XXII. 2): „Dreifach den Luftkreis in seiner Grösse, die drei Räume, die drei Glanzhimmel umfassend, die drei Himmel und die drei Erden setzt er in Bewegung, auf dreifachem Pfade beschützt er selber uns“ (trír antárikṣam savitá mahitvánā trí rájāṃsi paribḥús trīṇi rocánā tisṛó dívaḥ pṛthivís tisrá invati tribhír vrataír abhí no rakṣati tmánā). Rgv. V. 69, 1: „Drei Glanzregionen, Varuṇa, und drei Himmel, drei Räume, o Mitra, habt ihr inne . . .“ (trí rocánā varuṇa trīmṛ utá dyún trīṇi mitra dhārayatho rájāṃsi . . .). Atharvav. XIII. 3. 21: „Drei sind der Untergänge, drei der Aufgänge, drei sind der Lufträume und drei der Himmel, wir kennen deinen dreifachen Geburtsort, o Agni, wir kennen der Gottheiten dreifache Generationen“ (nimṛúcas tisró vyúṣo ha tisrás trīṇi rájāṃsi dívo aṅgá tisráḥ, vidmá te agne tredhá janítram tredhá devānām jánimāni vidma). Atharvav. XIX. 27. 3. 4 (IV. 20. 2): „Drei sind der Erden, sagen sie, drei der Himmel, drei sind der Atmosphären und vier der Ozeane, dreifach ist der Preishymnus, dreifach sind die Wasser, diese sollen mit dreifachem Sang und dreifach dich schützen. Drei Himmelsgewölbe und drei Seen, drei helle, drei feststehende, drei Mātarīśvanas und drei Sonnen, als Beschützer richte ich für dich ein“ (tisró dívas tísraḥ pṛthivís trīṇy antárikṣāṇi catúraḥ samudrán, trivṛtam stómam trivṛta āpa āhus tás vā rakṣantu trivṛtā trivṛdbhiḥ. trín nákāṃs trínt samudráṃs trín bradhnáms trín vaiṣṭapán, trín mātaríśvanas trínt sūryān gopṭṛn kalpayāmi te). Etwas abweichend ist die Stelle Atharvav. XI. 7. 14: „Neun Erden, Ozeane und Himmel sind in den Rest gesetzt . . .“ (náva bhūmīḥ samudrá ucchiṣṭé 'dhi śritā́ dívaḥ . . .).
c7.s1.t2.15
Eine Anzahl von Stellen, die nur von drei Erden oder drei Himmeln sprechen, werden bei Behandlung dieser Abschnitte noch angedeutet werden.
c7.s1.t2.16
Bereits in früher Zeit ging die Spekulation, wenn auch anfangs tastend und unbestimmt dazu über, weitere Sphären über die Dreizahl hinaus zu konstruieren. Einen Versuch nach dieser Richtung an man wohl schon sehen in der Aufzählung der acht Vasu als Bewohner verschiedener Weltschichten im Śatapathabr. XI. 6. 3. 6. Es sind 1. Agní, 2. die Erde (pṛthivī), 3. die Windwelt (vāyu), 4. die Ätherwelt (antarikṣa), 5. die Sonnenwelt (āditya), 6. die Himmelswelt (dyaus), 7. die Mondwelt (candramas) und 8. die Sternenwelt (nakṣatrāṇi). Eine direkte Angabe von einer Siebenzahl der Welten, aber ohne Aufzählung derselben findet sich Śatapathabr. IX. 5. 2. 8: „Es ist ein Hymnus in sieben Versen, der Feueraltar besteht aus sieben Schichten, es gibt sieben Jahreszeiten, sieben Weltgegenden, sieben Götterwelten, sieben Stoma, sieben Pṛṣṭha (saptarcám bhavati, saptácitiko 'gníḥ saptà 'ṛtávaḥ sapta díśaḥ saptá devalokáḥ sapta stómāḥ saptá pṛṣṭhāni . . .). Sieben Welten werden mit Namen aufgeführt Kauṣītakibr. XX. 1: Devaloka und Pitrloka bilden den Jīvaloka, auch Upodaka genannt, 2. Agniloka oder Ṛtadhāman, 3. Vāyuloka oder Aparājita, 4. Indraloka oder Adhidiv, 5. Varuṇaloka oder Pradiv, 6. Mṛtyuloka oder Rocana, 7. Brahma loka. Bṛhadāraṇyaka-Up. III. 6, 1 werden folgende neun Welten aufgezählt, die über der Erde liegen sollen: 1. Windwelt (vāyu), 2. Luftraumwelt (antarikṣaloka), 3. Gandharva-Welt (gandharvaloka), 4. Sonnenwelt (ādityaloka), 5. Mondwelt (candraloka), 6. Sternenwelt (nakṣatraloka), 7. Götterwelt (devaloka), 8. Indra-Welt (indraloka) und 9. Prajāpati-Welt (prajāpatiloka). Das Ganze soll in den Wassern eingewoben (ota) und verwoben (prota) sein. Die letzte Stufe in dieser Entwicklung sind dann die sieben Welt-schichten oder Sphären, wie sie Muṇḍaka-Up. I. 2. 3 bereits angedeutet und Taittirīya-Āraṇyaka X. 27, 28, Nādabindu-Up. 3. 4 und Aruṇeya-Up. 1 und in der ganzen jüngeren Literatur ausdrücklich genannt werden, nämlich bhūrloka, bhuvarloka, svarloka, maharloka, janarloka, tapoloka und satyaloka.
B. Die Form des Weltalls
c7.s1.t3.1
Die allgemeinsten Aussagen über Form und Gestalt des Weltalls in der vedischen Literatur findet man in Ausdrücken, die die beiden Welthälften Erde und Himmel „die beiden Grossen“ (mahī oder mākī) oder „die beiden Weiten“ (varā) oder „weit ausgedehnt“ (urvī oder urūcī), „schön gestaltet“ (sumeka) oder „rund“ (parimaṇḍala) nennen oder in Vergleichen wie z. B. Rgv. X. 89. 4, wo sie mit den Rädern an den beiden Enden einer Achse, oder Rgv. II. 12. 3 (Atharvav. XX. 34. 8), wo sie mit zwei Steinen verglichen werden, zwischen denen Indra das Feuer [d. i. das Licht] erzeugte (yó áśmanor antár agním jajána) oder endlich Śatapathabr. VIII. 7. 3, 19, wo es heisst: „Die natürlich durchbohrten [Ziegel] sind diese Welten, und diese Welten sind Ruheplatz [d. i. die Erde] und Bewegungsplatz [d. i. der Himmel] (ime vaí lokáḥ svayamātṛṇṇá imá’ u lokáḥ pratiṣṭhá carítram). Deutlicher über die Gestalt der Welt äussern sich Stellen wie Rgv. II. 27. 15, wo Erde und Himmel „die beiden Hälften“ (ubháv-árdhau) genannt oder wie Rgv. X. 44. 8 und Atharvav. XX. 94. 8, wo sie „mit zwei einander zugewandten Schalen“ (samīcīné dhiṣáṇe) oder Rgv. III. 55. 20, wo sie „mit zwei einander zugewandten Becken“ (camvā samīcī) verglichen werden. Noch deutlicher wird die Gestalt des Weltalls beschrieben Śatapathabr. VII. 5. 1, 1, 2. Hier wird die Erde mit dem sich über sie wölbenden Firmament mit einer Schildkröte verglichen, die ja in ihrer äusseren Form einer abgeplatteten Halbkugel ähnelt. Es heisst:
c7.s1.t3.2
„... Diese [Schildkröte] sind diese Welten. Diese untere [d. i. die flachere] Schale derselben ist diese [irdische] Welt, sie ist, sobald sie entstanden war, festgestellt worden; denn diese [Erd-]Welt ist, sobald sie entstanden war, festgestellt worden. Und diese obere [d. i. die gewölbte] Schale derselben ist jener Himmel, sie hat ihre Enden, sobald sie entstanden war, nach unten gebogen; denn jener Himmel hat seine Enden, sobald er entstanden war, nach unten gebogen; und was zwischen den [Schalen] ist, ist der Luftraum“ (. . . sá eṣá imá ’evá lokáḥ, tásya yad ádharam kapālam, ayám sá lokas, tat prátiṣṭhitam iva bhavati, prátiṣṭhita iva hy àyám lokó ’tha yad úttaram sā dyaus, tad vyávagṛhītāntam iva bhavati, vyávagṛhītānteva hi dyaur, átha yád antarā tád antárikṣam).
c7.s1.t3.3
In recht charakteristischer Weise äussert sich über die Welt die knappe aber klare Stelle der Aitareya-Up. 1. 1, 2, die uns die einfache und natürliche Weltanschauung des Verfassers bekundet. Als die vier Welten (loka) werden hier genannt: die Flut, die Lichträume, das Tote und die Wasser.
c7.s1.t3.4
„Jenes ist die Flut jenseits des Himmels. Der Himmel [d. i. das Firmament] ist ihr Boden, die Lichträume sind der Luftraum, das Tote ist die Erde, und was unter ihr ist, das sind die Wasser“ (sa imāml lokān asṛjata ambho marcir maram āpo, ’do ’mbhaḥ pareṇa divam dyauḥ pratiṣṭhā ’ntarikṣam maricayaḥ).
c7.s1.t3.5
Über die direkte Eiform der Welt handeln folgende Stellen:
c7.s1.t3.6
Chāndogya-Up. III. 19. 1: „Diese Welt war zu Anfang nichtseiend; dieses [Nichtseiende] war das Seiende. Dasselbe entstand. Da entwickelte sich ein Ei. Das lag da, so lange wie ein Jahr ist, darauf spaltete es sich; die beiden Eierschalen waren die eine von Silber, die andere von Gold. Die silberne ist die Erde, die goldene der Himmel dort“ (Deussen) (asad evedam agra āsīt, tat sad āsīt, tat samabhavat, tad aṇḍam niravartata, tat samvatsarasya mātrām aśayata, tan nirabhidyata, te aṇḍakapāle rajatam ca suvarṇam cābhavatām; tad yad rajatam seyam pṛthivī yat suvarṇam sā dyaur . . .). Weiterhin geht dann in der Stelle „die Vorstellung“ des Vogeleies in die des Fötus über.
c7.s1.t3.7
Auf die Idee von der Eiform der Welt bezieht sich auch Bṛhadāraṇyaka-Up. III. 3. 2: „. . . Nämlich diese Welt erstreckt sich so weit, wie 32 Tage des Götterwagens [der Sonne] reichen. Diese [Welt] umgibt ringsum die Erde zweimal so weit. Diese Erde umgibt ringsum der Ozean zweimal so weit. Daselbst ist, so breit wie die Schneide eines Schermessers oder wie der Flügel einer Fliege ein Raum zwischen [den beiden Schalen des Welteies] . . .“ (Deussen) (. . . dvātriṃśatam vai devarathānyāny ayaṃ lokas, taṃ samantaṃ pṛthivī dvis tāvat paryeti, tāṃ pṛthivīṃ dvis tāvat samudraḥ paryeti, tad yāvatī kṣurasya dhārā yāvad vā makṣikāyāḥ patraṃ tāvān antareṇākāśaḥ . . .).
c7.s1.t3.8
Schon im Ṛgveda findet sich eine Spur, die auf die Idee einer Weltachse, die Erde und Himmel fest zusammenhält, hinweist.
c7.s1.t3.9
X. 89. 4 heisst es: „Dem Indra will ich Lieder . . . entsenden, der wie mit einer Wagenachse durch seine Kräfte nach beiden Seiten gefestigt hat Himmel und Erde“ (indrāya gīro . . . prérayam . . . yó akṣeṇeva cakriyā śácībhir víṣvak tastámbha pṛthivím utá dyám).
c7.s1.t3.10
In ähnlichem Sinne darf man vielleicht Ṛgv. VIII. 41. 10 auffassen: „. . . Der hat die uranfängliche Gründung gemessen, der mit einer stützenden Säule beide Welthälften als wie der Ungeborene den Himmel hielt . . .“ (. . . sá dháma pūrvyám mame yá skambhéna ví ródasī ajó ná dyám ádhārayan . . .).
c7.s1.t3.11
Die Idee einer Weltachse scheint auch der Stelle Jaiminīya-Upaniṣad-Brāhmaṇa IV. 26. 12 zugrunde zu liegen. Dieselbe lautet:
c7.s1.t3.12
„Nur eine Spanne nördlich von dem Plakṣa Prāsravaṇa ist die Mitte der Erde, und wo die sieben Ṛṣi (die Sterne des grossen Bären) sind, dort ist die Mitte des Himmels“ (plakṣasya prāsravaṇasya pradeśamātrād udak tat pṛthivyai madhyam, atha yatraste saptarṣayas tad divo madhyam).
c7.s1.t3.13
Das Weltall ist nach den vier Himmelsrichtungen orientiert¹. Die vier Weltgegenden Welthüter werden von den vier Welthütern beschützt.
c7.s1.t3.14
¹ Über die Weltgegenden s. z. B. Ṛgv. I. 164. 42, V. 47. 4, VII. 35. 8, VIII. 89. 10, IX. 89. 5, X. 19. 3, 51. 9, 58. 4, 128, 1.
c7.s1.t3.15
Atharvav. I. 31. 1 (Taittirīyabr. II. 5. 3. 3, III. 7. 5. 8 und mehrmals in der Sūtraliteratur): „Hier wollen wir dienen mit Opferspende den Aufsehern der Welt, den vier unsterblichen Beschützern der Regionen des Himmels“ (āśānām āśāpālebhyaś catúrbhyo amṛtebhyaḥ idám bhūtásyādhyakṣebhyo vidhéma havīṣā vayám). Atharvav. I. 31. 2: „Die ihr die Beschützer der Himmelsgegenden seid, ihr vier Götter . . .“ (yá āśānām āśāpālāś catvára sthána devaḥ . . .). X. 8. 36: „Einige beschützen all die Himmelsgegenden“ (... viśvā āśāḥ práti rakṣanty éke).
c7.s1.t3.16
Die Namen der Welthüter sind nach Ṣaḍviṃśabr. IV. 4 Agni (Osten), Yama (Süden), Varuṇa (Westen) und Soma (Norden). Nach Śatapathabr. III. 1. 1. 6 werden die Weltgegenden verschiedenen Wesenklassen zugewiesen, und zwar der Osten den Göttern, der Süden den Vätern, der Westen den Schlangen und der Norden den Menschen. In demselben Sinne äussert sich Śatapathabr. III. 6. 4. 12.
c7.s1.t3.17
Dass in alter Zeit schon die Vorstellung von mehreren Weltaltern bestand hat, geht hervor aus Rgv. X. 97. 1 (Vājasaneyi-Saṃh. XII. 75; Kāṭhaka-Saṃh. XIII. 16; Śatapathabr. VII. 2. 4. 26):
c7.s1.t3.18
„Von den Kräutern, die zuerst von den Göttern hergekommen vor den drei Menschen[welt]altern, will ich unter den Babhrus gedenken der hundertundsieben Kräfte“ (yá óṣadhīḥ pūrvā jātā devébhyas triyuyám purá, mánai nú babhrūṇām ahám śatám dhāmāni saptá ca).
c7.s1.t3.19
Himmel und Erde enthalten das Universum. Sie bilden den Mutterleib, von dem was existiert und nicht existiert, beides wird in ihnen geboren.
c7.s1.t3.20
Śatapathabr. III. 1. 3. 26: „Von Himmel und Erde, mit diesen Worten ergreift er es von diesen beiden, Himmel und Erde, auf welchen dieses ganze Universum beruht“ (dyávāpṛthivībhyām íti tád ābhyāṃ dyávāpṛthivībhyām árabhate yáyor idám sárvam ádhi...). XIV. 2. 2. 23: „Verehrung dem Himmel und der Erde, mit diesen Worten leistet er Busse Himmel und Erde, auf welchen dieses ganze Universum beruht“ (námo dyávāpṛthivībhyām íti tád ābhyāṃ dyávāpṛthivībhyām níhnute yáyor idám sárvam ádhi) und endlich VII. 4. 1. 14: „Der Mutterleib von dem, was existiert und nicht existiert, sind diese Welten; von den Welten wird geboren, was existiert und nicht existiert“ (lokás satáś ca yónir ásataś ca, yác ca hy ásti yác ca na, tád ebhyá evá lokébhyo jāyate).
c7.s1.t3.21
Über den kosmologischen Prozess der Weltschöpfung handeln wiederholt die vedischen Schriften. Einige Stellen, die sich mit derselben beschäftigen, mögen hier angeführt werden, ohne aber den ganzen Gegenstand zu erschöpfen, da ihre vollständige Behandlung über den Rahmen unserer Darstellung hinausgehen würde. Sie zeigen aber schon die ersten und noch unsicheren Anfänge philosophischer Spekulation, das Bestreben, die Weltursache zu finden und zu dem letzten Grunde alles Seins vorzudringen.
c7.s1.t3.22
Rgv. X. 72. 3, 4: „In der Götter erstem Geschlechte ward geboren aus dem Nichtseienden das Seiende, dem nach [nach dem Seienden] entstanden die Weltgegenden, aus der Uttānapad [? Kuh] dies. Die Erde entstand aus der Uttānapad, aus der Erde entstanden die Weltgegenden, aus Aditi Dakṣa, andererseits aus Dakṣa Aditi“ (devānāṃ yugé prathamé 'sataḥ sád ajāyata, tád āśā ánu ajāyanta tád uttānápadas pári. bhúr jajña uttānápado bhuvá āśā ajāyanta, áditer dákṣo ajāyata dákṣād v áditiḥ pári). Rgv. X. 149. 1: „Wo fest hingestellt der Ozean überquoll, das weiss Savitṛ, o Kind der Wasser, von da aus erhob sich die Welt, von da entstand der Raum, Himmel und Erde haben von da sich ausgebreitet“ (yátrā samudrá skabhító vy aúnad ápāṃ napāt savitá tasya veda, áto bhúr áta ā útthitam rájó 'to dyávāpṛthiví aprathetām).
c7.s1.t3.23
Auf die Trennung von Erde und Himmel, die man sich jedenfalls vor der Schöpfung wie im Zeugungsakt verbunden und aufeinanderliegend vorstellte, bezieht sich Atharvav. IX. 5. 20:
c7.s1.t3.24
„Dieses Ungeborene trennte sich von einander im Anfang. Seine Brust war diese Erde,
c7.s1.t3.25
sein Rücken war der Himmel, seine Mitte war der Luftraum, seine Seiten die Weltgegenden, die Höhlen von seinem Körper bildeten die beiden Ozeane“ (ajó vā idám ágre vyàkramata tásyóra iyám abhavad dyaúḥ pṛṣṭhám antárikṣam mádhyaṃ díśaḥ pārśvé samudraú kukṣí).
c7.s1.t3.26
Von einer tätigen Beihülfe innerweltlicher Wesen bei diesem Prozess handelt Śatapathabr. VIII. 4. 3. 16:
c7.s1.t3.27
„Himmel und Erde gingen auseinander [bei der Schöpfung] — die Vasu, Rudra und Āditya trennten sie voneinander“ (dyāvāpṛthivī ’átra vyaltāṃ, vásavo rudrā ādityá anu-vyàyan).
2. Kapitel. Die Erde
c7.s1.t4.1
Mehrere von den Namen für die Erde: pṛthivī (die Breite), urvī (die Weite), mahī (die Grosse), apārā (die Unbegrenzte), bhūmi oder bhūmī (Erde, Erdboden), kṣā (Erde als Wohnsitz der Menschen), gmā (Erde, Erdboden) oder Zusammensetzungen mit diesen Ausdrücken, weisen darauf hin, dass man sich die Erde in vedischer Zeit als eine ausgedehnte Ebene vorstellte. Auch mit „ayaṃ lokaḥ“ (diese irdische Welt) wird die Erde bezeichnet im Gegensatz zu „asau lokaḥ“ (jene, d. i. die himmlische Welt).
c7.s1.t4.2
Dass man sich aber bereits in vedischer Zeit die Erde als eine begrenzte Fläche d. i. eine Scheibe dachte, lässt sich aus einigen Stellen der vedischen Literatur noch deutlich erkennen. Rgv. X. 58. 3 wird die Erde „viereckig“ (... bhūmiṃ cáturbhṛṣṭim ...) genannt. Mag hier auch auf die so oft genannten vier Weltgegenden angespielt werden, so zeigt die Stelle doch, dass die Erde als eine nach den Himmelsrichtungen orientierte einheitliche Fläche vorgestellt wurde. Vielleicht wird erst Śatapathabr. VI. 7. 1. 26 und VII. 1. 1. 37 die Erde als „runde Scheibe“ bezeichnet (parimaṇḍalá u vā ’ayaṃ lokáḥ). Deutlicher geht dies noch hervor aus mehreren Stellen der Brāhmaṇa-Literatur, die über das Verhältnis der Erde zum Ozean handeln. Die Annahme ist hier, dass die Erde auf dem Ozean ruht und von diesem umströmt wird.
c7.s1.t4.3
Aitareyabr. VIII. 25. 1: „Dieser Agni Vaiśvānara, der der Opferpriester ist, besitzt die fünf Wurfgeschosse, mit denselben umgibt er den König wie der Ozean die Erde“ (agnir vā eṣa vaiśvānaraḥ pañcamenir yat purohitas, tābhī rājānaṃ parigṛhya tiṣṭhati samudra iva bhūmim). Śatapathabr. VII. 1. 1. 13: „. . . mit dem Ozean, mit dem er diese [d. i. die Erde] nach allen Seiten umgibt (... samudréṇa hainam tat páritanoti . . .). Śatapathabr. VII. 4. 1. 9: „Der Wasser Rücken bist du, die Geburtsstätte Agni’s, denn diese Erde ist in der Tat der Rücken der Wasser und die Geburtsstätte Agni’s, und der rings schwellende Ozean, denn der Ozean schwillt in der Tat rings um die Erde“ (apám pṛṣṭhám asi, yónir agner íti, apām hìyám pṛṣṭhám, yónir hìyám agnéḥ, samudráṃ abhítaḥ pínvamānam íti, samudro hìmāṃ abhítaḥ pínvate). Śatapathabr. XII. 9. 2. 8: „Diese irdische Welt ist höher als das Wasser, auf dieser Welt hat er sich also niedergelassen“ (ayaṃ vaí lokò ’dbhya úttaro, ’smínn evá loke prátitiṣṭhati). Śatapathabr. II. 1. 1. 8: „Diese Erde schwankte wie ein Lotusblatt [auf dem Wasser], denn der Wind stiess dieselbe hierhin und dorthin“ (sá heyáṃ pṛthivy àlelāyad yáthā puṣkaraparṇám evaṃ tāṃ ha sma vátaḥ sámvahati . . .). Śatapathabr. VII. 4. 1. 8: „Der Lotus bedeutet die Wasser und die Erde ist ein Blatt darauf, denn wie das Lotusblatt auf dem Wasser ausgebreitet liegt, so liegt die Erde auf dem Wasser ausgebreitet“ (ápo vai púskaraṃ tásām iyáṃ parṇam, yáthā ha vá 'idáṃ puṣkara-parṇám apsv àdhyáhitam, evám iyám apsv àdhyáhitā).
c7.s1.t4.4
Die Erde ist feststehend. Bezeichnen die beiden letzten Stellen die Erde in ihrem Vergleich mit einem Lotus gewissermassen als schwankend und der Willkür des Ozeans preisgegeben, so gilt sie nach anderen Stellen als feststehend, mit Gebirgen und Flüssen festgestellt.
c7.s1.t4.5
Rgv. VII. 99. 3 (Vājasaneyi-Saṃh. V. 16; Taittirīya-Saṃh. I. 2. 13. 2; Maitrāyaṇi-Saṃh. I. 2. 9; Kāṭhaka-Saṃh. II. 10; Śatapathabr. III. 5. 3. 14; Taittirīya-Ār. I. 8. 3): „... hast du auseinander gestützt die beiden Welthälften, o Viṣṇu, hältst ringsum die Erde mit Pflöcken umfasst“ (vy àstabhnā ródasī viṣṇav eté dadhártha pṛthivím abhíto mayúkhaiḥ). Rgv. X. 121. 5 (Vājasaneyi-Saṃh. XXXII. 6; Taittirīya-Saṃh. IV. I. 8. 5; Maitrāyaṇi-Saṃh. II. 13. 23; Kāṭhaka-Saṃh. XL. 1): „... durch den gewaltig der Himmel und fest diese Erde ...“ (yéna dyaúr ugrá pṛthiví ca dṛḷhá ...). Śatapathabr. XI. 8. 1. 2: „Mittelst der Gebirge und Flüsse stellte er diese [Erde] fest“ (sá ebhís caiva párvatair nadíbhiś cemáṃ adṛmhad ...).
c7.s1.t4.6
Die Erde ist der Bodenteil der Welt. In Bezug auf den Kosmos gilt die Erde als der Bodenteil der Welt, von den Vasu ist sie gestaltet und mit der Sonne ausgemessen worden.
c7.s1.t4.7
Rgv. V. 85. 5: „... wie mit einem Massstab stehend im Luftkreis hat er ausgemessen die Erde mit der Sonne“ (máneneva tasthiván antárikṣe ví yó mamé pṛthivím súryeṇa). Śatapathabr. VI. 5. 2. 3: „... denn der Boden ist diese irdische Welt und diese ist von den Vasu mit Hilfe des Gāyatrī-Metrums gestaltet worden“ (... ayáṃ haiṣá lokó nidhis tám etad vásavo gāyatréṇa chándasākurvāṃs ...).
c7.s1.t4.8
Die Erde ist das Mass für die Luftraum- und die Himmelswelt. Śatapathabr. VIII. 3. 3. 5: „Das Mass fürwahr ist diese [irdische] Welt, denn diese Welt wurde, sobald sie entstanden war, gemessen, das Vormass fürwahr ist die Luftraumwelt, denn die Luftraumwelt, sobald sie entstanden war, von dieser Welt vorwärts gemessen ..., das Gegenmass fürwahr ist jene Welt, denn jene Welt wurde, sobald sie entstanden war, an der Luftraumwelt gegengemessen“ (ayáṃ vaí loko māyáṃ hí lokó mitá iva ... antaríkṣaloko vaí pramàntarikṣaloko hy àsmál lokát prámita iva ... asau vaí lokáḥ pratimáiṣa hy àntarikṣaloke prátimita iva ...).
c7.s1.t4.9
Die Einteilung der Erde in vier Quadranten. Die Anfänge für eine Einteilung der Erdscheibe nach den vier Hauptrichtungen gehen zweifellos bis in frühe Zeit zurück, und einige Stellen des Ṛgveda scheinen bereits die Vorstellung von vier Weltquadranten zu enthalten. Am deutlichsten findet sich dieselbe wohl ausgedrückt Rgv. X. 19. 3 (Taittirīya Saṃh. III. 3. 10. 1): „O Nivartana, bring sie her; o Nivartana mach sie einkehren, vier Weltgegenden hat die Erde, von diesen her mach sie einkehren“ (á nivartana vartaya ní nivartana vartaya, bhúmyāś cátasraḥ pradíśas tábhya eṇá ní vartaya). Wahrscheinlich dürfen aber auch folgende Stellen mit dieser Vorstellung in Verbindung gebracht werden:
c7.s1.t4.10
Rgv. I. 164. 42: „Von ihr herab strömen Meere aus, davon leben die vier Weltgegenden, von daher fliesst das Unvergängliche, von dem lebt das All“ (tásyāḥ samudrá ádhi ví kṣaranti téna jīvanti pradíśaś cátasraḥ, tátaḥ kṣaraty akṣáraṃ tád víśvam úpa jīvati). VII. 35. 8 (Atharvav. XIX. 10. 8): „Zum Heile gehe uns die weitschauende Sonne auf, zum Heile seien uns die vier Weltgegenden, zum Heile seien uns die festen Berge, zum Heile uns die Flüsse, zum Heile uns die Wasser“ (śáṃ naḥ súrya urucákṣā úd etu śáṃ naś cátasraḥ pradíśo bhavantu, śáṃ naḥ párvatā dhruvā́yo bhavantu śáṃ naḥ síndhavaḥ śáṃ u santy ā́paḥ). X. 51. 9: „Dein sollen die prayāja sein, die anuyāja allein von allen, dein sollen die kraftreichen Anteile am havis sein; dein soll, Agni, dies ganze Opfer sein; dir sollen die Weltgegenden sich neigen“ (táva prayájā anuyájāś ca kévala úrjasvanto havísah santu bhāgáh, távāgne yajñò 'yám astu sárvas túbhyam namantām pradíśaś cátasrah). X. 128. 1 (Atharvav. V. 3. 1 und sonst noch häufig in der vedischen Literatur): „Mein, Agni, sei Herrlichkeit in den Schlachten, dich entflammend mögen unseren Leib nähren, mir sollen die vier Weltgegenden sich beugen, mit dir als Behüter mögen in den Schlachten wir siegen“ (mámāgne várco vihavéṣv astu vayám tvéndhānās tanvàm puṣema, máhyam namantām pradíśaś tváyādhyakṣeṇa pŕtanā jayema). X. 58. 4: „Deinen Geist, der zu den vier Enden der Welt weit hinweg gegangen, den machen wir zurückkehren zu dir, dass hier du wohnest, hier du lebest“ (yát te cátasraḥ pradíśo máno jagáma dūrakám, tát ta ā vartayāma-sīhá kṣáyāya jīváse).
c7.s1.t4.11
Die Erde hat einen äussigen Rücken und trägt die Last der Gebirge. Rgv. X. 75. 2: „Ausgefurcht nach vorwärts hat Varuṇa deine Wege, o Sindhu, . . . auf der Erde äussigem Rücken gehst du hin . . .“ (prá te 'radad váruṇo yátave patháḥ síndho . . . bhūmyā ádhi pravátā yāsi sánunā . . .). In dem Hymnus Rgv. I. 35, der das Weltbild des Hiraṇyastūpa Āṅgirasa enthält, heisst es Vers 8 (Vājasaneyi-Saṃh. XXXIV. 24): „Über die acht Spitzen [d. i. Gipfel] der Erde hat er geschaut . . .“ (aṣṭaú vy àkhyat kakúbhaḥ pṛthivyás . . .) und VIII. 96. 2 (Maitrāyaṇi-Saṃh. III. 8. 3; Kāṭhaka-Saṃh. IX. 19): „Hindurch schoss der Schütze, obwohl bedrängt durch die dreimal zusammengedrängten Rücken der Berge“ (átividdhā vithuréṇa cid ástrā triḥ saptá sánu sáṃhitā girīṇám).
c7.s1.t4.12
Von eigentlichen Gebirgen wird in den Veden selbst nur der Himavat¹) mehrmals erwähnt. Genannt wird ferner der Berg Trikakud²) oder Trikakubh³) (der moderne Trikota im Himālaya) und ein nicht näher zu bestimmendes Gebirge „Manor avasarpaṇam“⁴), an dem Manu’s Schiff gelandet und woher er seinen Namen erhalten haben soll. Das Taittirīya-Āraṇyaka erwähnt ausser dem mythischen Mahāmeru⁵), den den gewaltigen zentralen Weltberg der jüngeren Kosmographie bezeichnet, den Krauñca⁶) und den Maināka⁷) (einen Berg im Himālaya), und Yāska⁷) leitet den Namen des in der vedischen Literatur wiederholt erwähnten Volkes der Mūjavat⁸) von einem gleichnamigen Berge ab und hält diesen für identisch mit dem aus den Purāṇa bekannten Berg Muñjavat im Himālaya⁹).
c7.s1.t4.13
¹ Rgv. X. 121. 4; Atharvav. IV. 9. 9, V. 4. 2, 8, 25. 7, VI. 24. 1, 95. 3, XII. 1. 11, XIX. 39. 1; Taittirīya-Saṃh. V. 5. 11; Vājasaneyi-Saṃh. XXIV. 30, XXV. 12; Aitareyabr. VIII. 14. 3.
c7.s1.t4.14
² Atharvav. IV. 9. 8; Śatapathabr. III. 1. 3. 12.
c7.s1.t4.15
³ Maitrāyaṇi-Saṃh. III. 6. 3; Kāṭhaka-Saṃh. XXIII. 1; Vājasaneyi-Saṃh. XV, 4; Pañcaviṃśabr. XXII. 14.
c7.s1.t4.16
⁴ Śatapathabr. I. 8. 1. 8.
c7.s1.t4.17
⁵ I. 7. 1. 3.
c7.s1.t4.18
⁶ I. 31. 2; beide werden in den Purāṇa erwähnt.
c7.s1.t4.19
⁷ Nirukta IX. 8. Siehe A. Hillebrandt: Vedische Mythologie. Breslau 1891–1902. I. S. 65.
c7.s1.t4.20
⁸ z. B. Atharvav. V. 22. 5-14.
c7.s1.t4.21
⁹ Über die einzelnen Namen siehe auch Macdonell a. Keith: Vedic Index, wo die besondere Literatur angegeben ist.
c7.s1.t4.22
An vielen Stellen wird von sieben Strömen (āp¹⁰), dānu¹¹), nadī¹²), pravat¹³), madhu¹⁴), visruḥ¹⁵), sindhu¹⁶) sravat¹⁷), bisweilen auch nur „sieben“ ohne nähere Bezeichnung¹⁸)) berichtet, die die Erde befruchten sollen. Nicht immer erscheint es klar, ob unter denselben wirkliche irdische Gewässer oder himmlische Flüsse, vielleicht die sieben Strahlen der Sonne zu verstehen sind. Öfters wird auch auf die Befreiung der sieben Ströme durch Indra aus der Gewalt des Vala, des als Drache gedachten Dämons der Trockenheit, angespielt ¹). Bisweilen werden auch die Flüsse als Mütter ²), Göttinnen ³), Schwestern ⁴) oder Kühe ⁵) bezeichnet. Wie von drei Erden und drei Himmeln die Rede ist, so auch mehrmals von dreimal sieben Strömen ⁶), und endlich wird Śatapathabr. IX. 3. 1. 18 von sieben Strömen, die ostwärts fliessen, und IX. 3. 1. 24 von sieben Strömen, die westwärts fliessen, gesprochen.
c7.s1.t4.23
¹⁰ Rgv. X. 104. 8; Atharvav. XIV. 2. 45.
c7.s1.t4.24
¹¹ Rgv. X. 120. 6.
c7.s1.t4.25
¹² Rgv. I. 102. 2, IX. 92. 4.
c7.s1.t4.26
¹³ Rgv. IV. 19. 3.
c7.s1.t4.27
¹⁴ Atharvav. VIII. 9. 18.
c7.s1.t4.28
¹⁵ Rgv. VI. 7. 6.
c7.s1.t4.29
¹⁶ Rgv. I. 32. 12, 35. 8, II. 12. 3, 12, IV. 28. 1, VIII. 24. 27, 69. 12, IX. 66. 6, X. 43. 3; Atharvav. IV. 6. 2, VI. 3. 1, 61. 3, XX. 17. 3, 34. 3, 91. 12, 92. 9.
c7.s1.t4.30
¹⁷ Rgv. I. 71. 7, VII. 18. 21, 67. 8, X. 49. 9.
c7.s1.t4.31
¹⁸ Rgv. IX. 6, X. 43. 3.
c7.s1.t4.32
¹ Rgv. I. 102. 2, II. 12. 3, 12, IV. 19. 3, 28. 1, VII. 18. 24, X. 5. 5, 120, 6; Atharvav. XX. 34. 3, 13, 91. 12.
c7.s1.t4.33
² Rgv. VIII. 85. 1, IX. 86. 36, 102, 4.
c7.s1.t4.34
³ Atharvav. VII. 112. 1.
c7.s1.t4.35
⁴ Rgv. IX. 5. 5, 66. 3, 86. 36, X. 5. 5.
c7.s1.t4.36
⁵ Rgv. IX. 86. 25. Über die Versuche, diese 7 Stämme zu identifizieren, siehe Zimmer: Altindisches Leben. Berlin 1879, S. 21.
c7.s1.t4.37
⁶ Rgv. I. 34. 8, IX. 70, 1, 86. 20, X. 64. 8.
c7.s1.t4.38
Und der erste Māruta[-Kuchen], den er opfert nach der rechten [südlichen] Seite, sind die sieben [Flüsse], die ostwärts fliessen; er hat sieben Topfscherben, denn hier sind sieben von diesen [Flüssen], die ostwärts fliessen“ (tad yám prathamám dakṣiṇató mārutám juhóti, yáḥ sapta prácyaḥ śrávanti tāḥ sa, sá saptákapālo bhavati, sapta hi tā yáḥ prácyaḥ śrávanti). IX. 3. 1. 24: „Und der Aranye ’nūcya sind die sieben [Flüsse], die westwärts fliessen; er hat sieben Topfscherben, denn hier sind sieben [Flüsse], die westwärts fliessen“ (átha yáḥ saptá pratícyaḥ śrávanti sò ’raṇye ’nūcyaḥ, sá saptákapālo bhavati, sapta hi tā yáḥ pratícyaḥ śrávanti . . .).
c7.s1.t4.39
Der unter dem Namen Nadistuti bekannte Rgveda-Hymnus X. 75 erwähnt folgende Flüsse: Asiknī (Akesines, modern: Chenab) ⁷), Arjīkiyā ⁸), Kubhā (Kōphēn, modern: Kabul) ⁹), Krumu (modern: Kurum) ¹⁰), Gaṅgā (Ganges) ¹¹), Gomatī (Gomal) ¹²), Tṛṣṭāmā ¹³), Paruṣṇī (Irāvatī) ¹⁴), Marudvṛdhā ¹⁵), Mehatnū ¹⁶), Yamunā ¹⁷), Rasā ¹⁸), Vitastā (Hydaspes, modern: Veth), Śutudrī (Zaradros, modern: Sutlej) ¹⁹), Śvetyā ²⁰), Sindhu (Indus) ²¹), Suṣomā (Soanos, modern: Suwat) und Susartu ²²). Ausser diesen werden in der vedischen Literatur noch genannt: Anitabhā (Rgv. V. 53. 9), Āpayā (Rgv. III. 23. 4), Yavyāvatī (Rgv. VI. 27. 6, Pañcavimśabr. XXV. 7. 2), Varaṇāvatī (? Atharvav. IV. 7. 1), Vipāś (Hydaspes, modern: Beäs, nachvedisch: Vipāśā; Rgv. III. 33. 3, IV. 30. 11), Vibālī Rgv. IV. 30. 12), Śiphā (Rgv. I. 104. 3), Sadānīrā (wahrscheinlich Gaṇḍakī, Śatapathabr. I. 4. 1. 14), Sarayū Rgv. IV. 30. 18, V. 53. 9, X. 64. 9 ²⁴), Sarasvatī (sehr häufig erwähnt), Sudāman (Pañcavimśabr. XXII. 18. 1), Suvāstu (Soastos, modern: Swāt; Rgv. VIII. 19. 37) und Hariyūpīyā (Rgv. VI. 27. 5).
c7.s1.t4.40
⁷ Sonst erwähnt Rgv. VIII. 20. 25.
c7.s1.t4.41
⁸ Über die Versuche der Identifizierung siehe Macdonell-Keith: Vedic Index I. S. 62 f.
c7.s1.t4.42
⁹ Sonst erwähnt Rgv. V. 53. 9.
c7.s1.t4.43
¹⁰ Sonst erwähnt Rgv. V. 53. 9.
c7.s1.t4.44
¹¹ Sonst noch Śatapathabr. XIII. 5. 4. 11. Taittirīya-Ār. II. 20.
c7.s1.t4.45
¹² Rgv. VIII. 24. 30 und vielleicht V. 61. 19 = Gumti s. Geldner: Vedische Studien. Stuttgart 1901. 3, S. 152 Anm. 2.
c7.s1.t4.46
¹³ Nicht identifiziert.
c7.s1.t4.47
¹⁴ Sonst erwähnt Rgv. VII. 18. 8. 9, VIII. 74. 15.
c7.s1.t4.48
¹⁵ S. Macdonell-Keith I. S. 499 f.
c7.s1.t4.49
¹⁶ Wahrscheinlich der Strom, der gebildet wird durch die Asiknī und Vitastā bis zur Verbindung mit der Paruṣṇī.
c7.s1.t4.50
¹⁷ Nebenfluss des Indus.
c7.s1.t4.51
¹⁸ Sonst erwähnt Rgv. V. 52. 17, VII. 18. 19, Atharvav. IV. 9. 10, Aitareyabr. VIII. 23, Śatapathabr. XIII. 5. 4, 11 und später.
c7.s1.t4.52
¹⁹ Sonst Rgv. I. 112. 12, V. 53. 9; hier ein Strom im Nordwesten des vedischen Territoriums. Rgv. V. 41. 15, IX. 41. 6, X. 108. 1, 2, 121. 4, ein mythischer Strom an den Enden der Erde.
c7.s1.t4.53
²⁰ Sonst erwähnt Rgv. III. 33. 1.
c7.s1.t4.54
²¹ Wahrscheinlich Nebenfluss des Indus.
c7.s1.t4.55
²² Nebenfluss des Indus.
c7.s1.t4.56
Die Völker der Erde. In den Veden ist vielfach von fünf Ländern oder Völkern (kṣiti ²⁴), kṛṣṭi ²⁵), jana ²⁶), mānava ¹) oder manuṣya ²)) die Rede. Wenn sich auch diese Ausdrücke an manchen Stellen auf die fünf grossen arischen Stämme der Turvaśa, Yadu, Anu, Druhyu und Pūru, die im Ṛgveda mehrfach erwähnt sind ³), beziehen werden, so sollen sie doch an andern die Gesamtheit der Erdvölker bezeichnen und dürfen hier wohl nur in diesem Sinne verstanden werden.
c7.s1.t4.57
²³ In vedischer Zeit wahrscheinlich irgend ein Fluss im Nordwesten, s. Macdonell-Keith II. S. 433 f.
c7.s1.t4.58
²⁴ Rgv. I. 7. 9, 176. 3, VI. 46. 7, VII. 75. 4, 79. 1, Atharvav. XX. 70. 55.
c7.s1.t4.59
²⁵ Atharvav. III. 24, 3, XII. 1. 42.
c7.s1.t4.60
²⁶ Atharvav. VI. 75. 3, VII. 6. 1, XX. 57. 5, siehe auch IV. 23. 1.
c7.s1.t4.61
¹ Atharvav. XII. 1. 15, XVIII. 4. 35, V. 17. 9, III. 25. 5.
c7.s1.t4.62
³ z. B. Ṛgv. I. 108. 8, VII. 18 14, VIII. 10. 5.
c7.s1.t4.63
Z. B. heisst es Ṛgv. I. 89. 10 (Atharvav. VII. 6. 1 und sonst wiederholt in der vedischen Literatur): „Aditi ist der Himmel, Aditi der Luftkreis, Aditi Mutter, Vater und Sohn; Aditi sind alle Götter, die fünf Wesen [d. h. alle Völker], Aditi das Geborene, Aditi, was noch geboren werden soll“ (áditir, dyaúr, áditir antárikṣam, áditir mātá, sá pitá sá putráḥ, víśve devá áditiḥ, páñca jánā áditir, játám áditir jánitvam).
c7.s1.t4.64
In dem Ṛgveda-Hymnus VII. 18, der den Sieg des Königs Sudās in der Zehnkönigsschlacht feiert, werden folgende Völker aufgezählt: Aja, Anu, Alina, Turvaśa ⁴), Tṛtsu ⁵), Druhyu, Paktha, Pūru ⁶), Bhalānas, Matsya ⁷), Yakṣu, Viṣāṇin, Vaikarṇa, Śigru, Śimyu und Śiva.
c7.s1.t4.65
⁴ Ṛgv. I. 36. 18 usw.; häufig erwähnt im Sing. und Plur. mit Yadu zusammen.
c7.s1.t4.66
⁵ Sonst erwähnt Ṛgv. VII. 33. 5. 6, 83. 4. 6. 8.
c7.s1.t4.67
⁶ Sonst erwähnt: Ṛgv. I. 36. 1, 59. 6 131, 4, 174. 2, IV. 21. 10, 38, 1, VI. 20. 10, VII. 5. 3, 19. 3, 96. 2.
c7.s1.t4.68
⁷ Sonst erwähnt: Śatapathabr. XIII. 5. 4. 9, Gopathabr. I. 2. 9, Kauṣītaki-Up. IV. 1.
c7.s1.t4.69
In den Veden werden sonst noch erwähnt: Aṅga ⁸), Kikaṭa ⁹), Kuru ¹⁰), Krivi (= Pañcāla ¹¹)), Gandhāri ¹²), Cedi ¹³), Niṣāda ¹⁴), Parśu (²) ¹⁵), Pārāvata ¹⁶), Balhika ¹⁷), Bharata ¹⁸), Magadha ¹⁹), Mahāvṛṣa ²⁰), Mūjavat ²¹), Yadu ²²), Ruśama ²³), Varaśikha ²⁴), Vṛcīvat ²⁵), Śiṣṭa ²⁶) und Sṛñjaya ²⁷).
c7.s1.t4.70
⁸ Atharvav. V. 22. 14, Gopathabr. II. 9.
c7.s1.t4.71
⁹ Ṛgv. III. 53. 14.
c7.s1.t4.72
¹⁰ In dem Namen Kuruśravaṇa Ṛgv. X. 32, 9, 33. 4; häufig genannt in der Brāhmaṇa-Literatur.
c7.s1.t4.73
¹¹ Ṛgv. VIII. 20. 24, 22. 12, Śatapathabr. XIII. 5. 4. 7.
c7.s1.t4.74
¹² Ṛgv. I. 126. 7, Atharvav. V. 22. 14.
c7.s1.t4.75
¹³ Ṛgv. VIII. 5. 37-39.
c7.s1.t4.76
¹⁴ Taittirīya-Saṃh. IV. 5. 4. 2; Kāṭhaka-Saṃh. XVII. 13; Maitrāyaṇī-Saṃh. II. 9. 5; Vājasaneyi-Saṃh. XVI. 17 und häufig in der Brāhmaṇa- und Sūtra-Literatur.
c7.s1.t4.77
¹⁵ Ṛgv. VII. 83. 1. X. 33. 2,
c7.s1.t4.78
¹⁶ Ṛgv. VIII. 34. 18, Pañcaviṃśabr. IX. 4. 1.
c7.s1.t4.79
¹⁷ Atharvav. V. 22. 5. 7. 9.
c7.s1.t4.80
¹⁸ Ṛgv. III. 23. 4, 33. 11. 12, 53. 9. 12. 24, VI. 16. 4. 5, VII. 8. 4; häufig in der vedischen und Brāhmaṇa-Literatur erwähnt.
c7.s1.t4.81
¹⁹ Atharvav. V. 22. 14, Vājasaneyi-Saṃh. XXX. 5. 22, Taittirīyabr. III. 4. 1. 1; häufig in der Sūtra-Literatur erwähnt.
c7.s1.t4.82
²⁰ Atharvav. V. 22. 4. 5. 8, Chāndogya-Up. IV. 2. 5.
c7.s1.t4.83
²¹ Atharvav. V. 22. 5. 7. 8. 14; Taittirīya-Saṃh. I. 8. 6. 2; Kāṭhaka-Saṃh; IX. 7, XXXVI. 14; Maitrāyaṇī-Saṃh. I. 4. 10. 20; Vājasaneyi-Saṃh. III. 61; Śatapathabr. II. 6. 2. 17.
c7.s1.t4.84
²² Ṛgv. I. 36. 18 usw., häufig erwähnt im Ṛgveda.
c7.s1.t4.85
²³ Ṛgv. V. 30. 12-15, VIII. 3. 13, 4. 2, 51. 9. Atharvav. XX. 127. 1.
c7.s1.t4.86
²⁴ Ṛgv. VI. 27. 4. 5.
c7.s1.t4.87
²⁵ Ṛgv. VI. 27, 5 ff, Pañcaviṃśabr. XXI. 12. 2.
c7.s1.t4.88
²⁶ Ṛgv. VIII. 53. 4.
c7.s1.t4.89
²⁷ Ṛgv. IV. 15. 4. 7, VI. 27. 7, 47. 22. 25; Aitareyabr. VII. 34. 9.
c7.s1.t4.90
In der Brāhmaṇa- und Sūtra-Literatur finden wir ausserdem noch genannt: Andhra ²⁸), Ambaṣṭha ²⁹), Uttarakuru ³⁰), Uttaramadra ³⁰), Udīcya (²) ³¹), Uśīnara ³²), Kamboja ³³), Kāraskara ³⁴), Kāśi ³⁵), Naiṣidha (²) ³⁶), Pañcāla ³⁷), Puṇḍra ³⁸), Pulinda ³⁹), Prācya (²) ⁴⁰), Bāhīka ⁴¹), Madra ⁴²), Mūcīpa ⁴²) oder Mūvīpa ⁴³) oder Mūtiba ⁴⁴), Vaṅ- ga ¹), Vaśa ²), Vidarbha ³), Videha ⁴), Śaphāla ⁵), Śabara ⁶), Śālva ⁷), Śvikna ⁸), Satvat ⁹), Salva ¹⁰), Sparśu ¹¹).
c7.s1.t4.91
² Atharvav. VIII. 9. 28; siehe auch XX. 139. 2.
c7.s1.t4.92
²⁸ Aitareyabr. VII. 18; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26.
c7.s1.t4.93
²⁹ Aitareyabr. VIII. 21.
c7.s1.t4.94
³⁰ Aitareyabr. VIII. 14. 23.
c7.s1.t4.95
³¹ Śatapathabr. XI. 4. 1. 1.
c7.s1.t4.96
³² Aitareyabr. VIII. 14; Kauṣītaki-Up. IV. 1; Gopathabr. II. 9; vgl. Ṛgv. X. 59. 10.
c7.s1.t4.97
³³ Nirukta II. 2.
c7.s1.t4.98
³⁴ Baudhāyana Śrauta-S. XX. 13, Āpastamba Śrauta-S. XXII. 6. 18, Hiraṇyakeśi XVII. 6.
c7.s1.t4.99
³⁵ Śatapathabr. XIII. 5. 4. 19. 21; sonst noch häufiger erwähnt.
c7.s1.t4.100
³⁶ Śatapathabr. II. 3. 2. 1. 2.
c7.s1.t4.101
³⁷ Aitareyabr. VIII. 14; Śatapathabr. XIII. 5. 4. 7.
c7.s1.t4.102
³⁸ Aitareyabr. VII. 18; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26.
c7.s1.t4.103
³⁹ Aitareyabr. VII. 18.
c7.s1.t4.104
⁴⁰ Aitareyabr. VIII. 14; Śatapathabr. I. 7. 3. 8, XIII. 8. 1. 5, 2. 1.
c7.s1.t4.105
⁴¹ Śatapathabr. I. 7. 3. 8.
c7.s1.t4.106
⁴² Bṛtadāraṇyaka-Up. III. 3. 1, 7. 1; vgl. Aitareyabr. VIII. 14. 3.
c7.s1.t4.107
⁴³ Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26.
c7.s1.t4.108
⁴⁴ Aithareyabr. VII 18. 2.
c7.s1.t4.109
¹ Aitareyāraṇyaka II. 1. 1.
c7.s1.t4.110
² Aitareyabr. VIII. 14. 3; Kauṣītaki-Up. IV. 1.
c7.s1.t4.111
³ Jaiminīya-Upaniṣadd.-br. II. 440.
c7.s1.t4.112
⁴ Śatapathabr. I. 4. 1. 10 ff.; Bṛhadāraṇyaka-Up. III. 8. 2; Pañcaviṃśabr. XXV. 10. 17; Taittirīya-Saṃh. II. 1. 4. 5; Kāṭhaka-Saṃh. XIV. 5; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XVI. 29. 5, 9. 11. 13; Baudhāyana Śrauta-S. II 5, XXI. 13.
c7.s1.t4.113
⁵ Baudhāyana-Śrautas. XX. 12.
c7.s1.t4.114
⁶ Aitareyabr. VII. 18. 2; Śāṅkhāyana Śrauta-S. XV. 26. 3.
c7.s1.t4.115
⁷ Gopathabr. I 2. 9.
c7.s1.t4.116
⁸ Śatapathabr. XII. 8. 3, 7, XIII. 5. 4. 15.
c7.s1.t4.117
⁹ Aitareyabr. VIII. 14. 3; Śatapathabr. XIII. 5. 4. 21.
c7.s1.t4.118
¹⁰ Śatapathabr. X. 4. 1. 10.
c7.s1.t4.119
¹¹ Baudhāyana-Śrauta-S. XXI. 13.
c7.s1.t4.120
Die Erde im Verhältnis zu den Lebewesen.
c7.s1.t4.121
Was das Verhältnis der Erde zum Prinzip des Lebens betrifft, so gilt sie als der Träger desselben, als die Wohnung aller Lebewesen. Kein Wesen, sei es Mensch oder Tier, kann sich von derselben entfernen.
c7.s1.t4.122
Śatapathabr. VII. 4. 2. 35: „Diese [Erde] ist der Träger von allem Wünschenswertem; denn das Wünschenswerte sind die Lebenshauche, sie trägt jedes Ding, das atmet, und aus diesem Grunde ist sie der Träger von allem Wünschenswerten“ (seyám vāmabhṛt, prāṇā vai vāmam, yad dhi kim ca prāṇīyam, tat sárvam bibharti, téneyám vāmabhṛd...). Śatapathabr. XIV. 1. 2. 24: „Eine gute Wohnung ist zweifellos diese Welt, denn in dieser Welt wohnen alle Wesen“ (ayam vaí lokáḥ suksitír, asmin hí loke sárvāṇi bhūtāni kṣiyanti...). Śatapathabr. XIII. 1. 4. 2: „... Denn diese [Erde] ist Savitṛ; wenn irgend einer sich versteckt auf derselben, wenn einer anderswo hingeht, so finden sie ihn auf dieser Erde; denn kein Wesen, mag es aufrecht oder gebückt gehen, kann ausserhalb derselben gehen“ (iyam vaí savitā, yo vá 'asyám niláyate, yò 'nyatraity, asyām vāva tām anuvindanti, na vá 'imām káś caná tiryaṅ n'órddhvó 'tyetum arhati).
c7.s1.t4.123
Sonstige Bezeichnungen und Eigenschaften der Erde.
c7.s1.t4.124
Sonst wird die Erde noch genannt Atharvav. VI. 120. 2 (Taittirīya-Ār. II. 6. 2): „unsere [d. i. der Menschen] Mutter“ (bhūmir mātā) und ähnlich IX. 10. 12: „unsere Verwandtschaft und Mutter“ (bándhur no mātā pṛthivī mahíyam). Śatapathabr. XIV. 3. 2. 4 wird sie „der Ort der Wohnung für alle Götter“ (sárveṣām devānām āyátanam) und XI. 8. 4. 5 „die Kṣatriya-Welt“ (kṣatríyasya loká...) genannt. Nach Śatapathabr. VII. 4. 1. 8 ist sie „die Geburtsstätte des Agni, denn Agni ist diese Erde“ (sèyam yónir agnér, iyam hy ágnir) und nach VI. 6. 3. 9 ist „der Ort, wo Agni sich entzündet, der Nabel der Erde“ (... eṣā ha nābhíḥ pṛthivyai yátraiṣá etát samidhyáte). Śatapathabr. XIII. 2. 6. 13 wird sie als „das grosse Gefäss“ (āvāpanam mahád), VI. 7. 3. 4 als „Ruheplatz“ (pratiṣṭhá) und IX. 1. 2. 36 als „die wesentlichste der Welten“ (eṣám lokánām rásatamah) bezeichnet, und endlich ist sie nach VII. 4. 1. 8 „auf die Wahrheit gegründet und deswegen die erste dieser Welten“ (... iyám satye prátiṣṭhitā, tásmād... iyám hy èvaiṣám lokánām adhátamā...).
c7.s1.t4.125
Die drei Erden übereinander liegend gedacht.
c7.s1.t4.126
Bereits im vorigen Abschnitt, der die Welt im allgemeinen und ihre Einteilung behandelt, sind die Stellen gesammelt worden, wo von drei Erden, drei Himmeln und drei Lufträumen gesprochen wird. Es ist dort bereits bemerkt worden, dass wir uns die drei Erden vielleicht als drei übereinander liegende, jedenfalls durch Hohlräume getrennte Etagen zu denken haben. Das zeigen auch einige Stellen, die nur von den drei Erden sprechen und bei dieser Gelegenheit am besten nachgetragen werden.
c7.s1.t4.127
Rgv. I. 34. 8: „... Drei sind die Kufen, dreifach ist das havis bereitet, drei Erden sind, darüber des Himmels Abhang...“ (... tráya ābāvás tredhá havís kṛtám, tisráḥ pṛthivīr upárī pravá divó nákam...). Rgv. II. 3. 7: „... verehrend die Götter nach den den Zeiten sie zierend, auf der Erde Mittelpunkt, auf den drei Höhen“ (. . . deván yájantāv ṛtuthá sám añjato nábhā pṛthivyá ádhi sánuṣu triṣú).
c7.s1.t4.128
Die Bösen werden unter die drei Erden verwünscht. So heisst es Rgv. VII. 104. 11 (Atharvav. VIII. 4. 11): „Dahin sei er mit diesem Leibe, tief unter allen den drei Erden . . .“ (paráḥ só astu tauvá tánā ca tisráḥ pṛthivír adhó astu víśvāḥ . . .).
c7.s1.t4.129
Man unterscheidet eine untere, mittlere und eine höchste Erde, und der Erdboden gilt als die höchste (oder beste) dieser drei Erden.
c7.s1.t4.130
Rgv. I. 108. 9: „Wenn ihr, Indra und Agni, auf der untersten, mittleren oder auf der höchsten Erde seid . . .“ (yád indrāgní avamásyām madhyamásyām paramásyām utá stháḥ . . .). Atharvav. VI. 21. 1: „Von jenen drei Erden ist der Erdboden die höchste (? oder beste)“ (imá yás tisráḥ pṛthivís tásām ha bhúmir uttamá).
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