Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s1.t7.32
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s1.t7.32
- Language
- German
c7.s1.t7.32
Der jährliche Lauf der Sonne. Die Sonne ist der Zeitmacher und als solcher bestimmt sie auch die Zeiten für die Opferfeste. So heisst es Ṛgv. V. 81. 1 (und sonst wiederholt in der vedischen Literatur): „Der Werkkundige allein hat die Hotṛā bestimmt, gross ist des Gottes Savitṛ Preis“ (ví hótrā dadhe vayunávíd éka ín mahí devásya savitúḥ pāriṣṭutíḥ). Dann bewirkt sie aber auch die Einteilung der Zeit im Jahre, Halbjahre und Jahreszeiten durch ihren „Lauf nach Norden“ (uttarāyaṇa) und ihren „Lauf nach Süden“ (dakṣiṇāyana) innerhalb der Ekliptik. Aber erst in den Brāhmaṇa wird dies deutlich ausgesprochen. Wie Kauṣītakibr. XIX. 3 ausgeführt wird, beginnt das erstere mit dem Winter-, das letztere mit dem Sommersolstiz. Frühling, Sommer und Regenzeit gehören nach Śatapathabr. II. 1. 3. 1 zum Uttarāyaṇa und Herbst, Winter und Vorfrühling zum Dakṣiṇāyana. Während des ersteren weilt die Sonne unter den Göttern und schützt sie, während des letzteren unter den Vätern und schützt diese. Am Viṣuvant-Tage (Tag des Sommersolstizes) wendet sie sich nach Süden. Schon im Ṛgveda scheint mehrfach auf die Sonnenbahn und ihre Wendepunkte angespielt zu werden. So heisst es, dass der König Varuṇa den Pfad für die Sonne breit gemacht habe, dass derselbe nicht überschritten werden könne, oder dass Sūrya die angewiesenen Weltgegenden nicht überschreite. Unter dem Ausdruck Aryamṇaḥ panthā, „Aryaman’s Weg“, der auch in den Brāhmaṇa ¹) wiederholt erwähnt wird, haben wir wohl mit Hillebrand ²) die Ekliptik zu verstehen, während Weber ³) in demselben eine Bezeichnung der Milchstrasse sehen will.
Cites (3)
- Kauṣītakibrāhmaṇa — Kauṣītaki, Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Śatapathabrāhmaṇa — Yājñavalkya & Śāṇḍilya (Vedic teacher), Sanskrit