Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t37.5
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t37.5
- Language
- German
c7.s2.t37.5
Abnahme und Zunahme werden folgendermassen erklärt. Der Mond enthält Nektar und Ambrosia, das während eines halben Monats (bei Mondzunahme) von dem Sonnenstrahl Suṣumna ¹) in ihm angefüllt wird. 36 333 Gottheiten geniessen dasselbe als ihre Nahrung und sind deshalb unsterblich. Ist der Mond von ihnen vom 2. bis zum 14. Tage der Mondabnahme bis auf eine Kalā (¹/₁₆) ausgetrunken und nur mehr die Mondsichel in Gestalt von zwei Fingern der Mondsichel enthalten ist, aus. Ist der Nektar am Tage der Konjunktion verschwunden, so sind die Väter, die in die drei Klassen der Saumya, Barhiṣad und Agniṣvātta zerfallen, wieder für einen Monat gesättigt. Am Tage der Konjunktion tritt der Mond in den Kreis der Sonne und wohnt in dem Strahl, der Amā heisst, weswegen die Neumondzeit Amāvāsya (Wohnen in Amā) genannt werden soll. Hier ist er einen Tag und eine Nacht in das Wasser eingetaucht. Von da tritt er in die Äste und Sprösslinge der Bäume ein und von da geht er zur Sonne. Wenn nun jemand einen Ast abschneidet oder ein Blatt abbricht zu der Zeit, wo der Mond unsichtbar ist, also in den Bäumen sein soll, wird er des Brāhmaṇemordes für schuldig gehalten. Während der zunehmenden Mondhälfte wird dann wieder bis zum Tage des Vollmondes Kalā um Kalā angefüllt. In der geschilderten Weise erhält der Mond in der lichten Monatshälfte die Götter, in der dunklen die Väter, er erhält die Pflanzen, indem er seinen kalten Nektar in Gestalt von Wassertropfen, womit der Tau gemeint ist, über sie ausgiesst, und ernährt durch diese Menschen und Tiere.